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4 (1843)
Entstehung
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ganze Küstenumgebung der Ostsee, und Hamburg mußte sich1201 den Dänen ergeben. Mit Hülfe Kaiser Otto's IV. ge-lang es zwar den Bürgern, die Dänen im Jahre 1215 au«der Stadt zu treiben; doch diese behaupteten sich in ihren Bur-gen auf dem Ficndsberge am Eichholz (jetzt heißt diese GegendVenusberg) und auf der Burg Schiffbeck und stürmten vondiesen Punkten bald aufs Neue die schwach geschützte Stadt,so daß sich Hamburg abermals dem Könige Waldemar II. er-geben mußte. Dieser verkaufte nun die Stadt Hamburg für700 Mark löthigen Silbers an den thüringischen GrafenAlbrecht von Orlamünde.

Als aber Waldemar 1223 in die Gefangenschaft seinesFeindes, des Grafen Heinrich von Schwerin gerietst und meh-rere deutsche Fürsten, von Adolph IV. von Schauenburgaufgerufen, sich gegen Dänemark vereinigten, folgte Albrechtvon Orlamünde dem Rathe der Hamburger Schoppen, ver-kaufte der Stadt Hamburg selbst das ihm zuständige Anrechtan dieselbe für 1500 Mark löthigen Silbers und zog mit sei-nen Leuten ab.Von den Bürgern selbst ward dieses Silberdurch freiwillige Beiträge, wozu auch die Frauen ihre Ge-schmeide gern beisteuerten, zusammengebracht, und dieselbenhaben also ihre Freiheit selbst und zwar rechtlich erworben."Diese denkwürdige Loskaufung aus dänischer Zwangherrschaftgeschah am ö. Januar 1224. Nun wurde an die Stelle derSchöppen und des entwichenen Reichsvoigts der Senat(DtilleKinm c ?t)N8ulum) eingesetzt, und Adolph IV., alsSchirmherr von Hamburg angenommen, bestätigte der Stadtdie von den Kaisern und nun auch durch den Kauf erlangteFreiheit.

Seit dieser Zeit nahm Hamburgs Wohlstand außerordent-lich zu, und schon im Jahre I24l schloß es mit dem benach-barten, ebenfalls durch Handel blühenden Lübeck ein Schutz-und Trutz-Bündniß, dem sich bald nacheinander 56 Städtezugesellten; und dieses Bündniß war die Grundlage der nach-mals so gewaltigen Hansa. Von jetzt an wurde Hamburg,dessen Gebiet sich durch Ankauf bedeutend vermehrte, in derallgemeinen Weltgeschichte merkwürdig. Aller Augen warenauf die kräftig emporstrebende Stadt gerichtet, wo Rath undBürgerschaft im besten Einverständniß wirkten; der DänenkönigAbel verlieh ihr ein Privilegium wider das Strandrecht,die Gräfin Margarethe von Flandern und Hennegauvollkommene Handelsfreiheit in den Braunschweig-LüneburgischenLanden, und Pabst Clemens IV. ertheilte ihr eine Bullezum Schutze der Schifffahrt. Im Jahre 1270 erhielten dieHamburger ihr eignes Gesetzbuch; 1325 erkauften sie sich dieMünzgcrechtigkeit; 1453 bewilligte ihnen der Kaiser Sigis-mund das Recht, goldne Münzen zu schlagen und 1475 wardihnen erlaubt, die Münzen mit dem Stadtwappen zu prägen.Als Staatsmänner und hanseatische Kricgsleute zeichneten sichin dieser Epoche die Bürgermeister Bertram Horborch,Johann Hoper und Mepnert von Burtehude rühm-lichst aus.

Die Eintracht und Ruhe währte aber wiederum nichtlange unter den Bürgern Hamburgs. Schon 1410 brachenneue Zwistigkeiten aus und führten die wichtigsten Folgen fürHamburgs Staatseinrichtung herbei. Die Bürgerschaft wähltein diesem Jahre 60 Männer aus ihrer Mitte, die als Stell-vertreter des Volkes fortan dem Senat entgegengesetzt wurden.Diese Sechs zig er spielten nach ihrer Art die Rolle der rö-mischen Tribunen und machten im Namen der Bürgerschaftmit dem Rathe einen Receß, den ersten, oder ein Funda-mentalgesetz, dem zu Folge den Hamburgern theils gesetz-mäßige Freiheiten wieder zurückgegeben, theils neue Gerecht-same zugestanden wurden. Der für Hamburg in der Folgeso gefährliche Zwist mit Dänenmark begann im Jahre 1461,gleich als Graf Christian I. von Oldenburg auf den dä-nischen Thron gelangte. Der König Christian forderte näm-lich als Herr von Holstein die Erbhuldigung und verfügte sichdeshalb selbst auf das Nathhaus zu Hamburg. Der Senatweigerte sich, den Huldigungscid abzulegen und versprach blos,sich zu dem Könige, als dem jetzigen Herrn von Holstein, zuhalten, so wie sich die Stadt immer schon zu den Schauenburg-Holsteinischen Grafen gehalten hätte, verlangte aber dagegenvon Christian Anerkennung der wohlerworbenen, vom Kaiserbestätigten Freiheiten und die Bewilligung der Handelsvorrcchtein Dänemark, Schleswig und Holstein. Christian versprach,Hamburgs Gerechtsame zu beschützen und zu vertheidigen, undempfing darauf als Beweis der feierlichen Huldigung vomganzen Senat und der Bürgerdeputation den Handschlag. VorAllen zeichnete sich bei dieser Verhandlung der BürgermeisterDetlev Bremer durch seine Standhaftigkeit aus.

Die Hansa, die zu Anfang des 15. Jahrhunderts nochim Flor gestanden, fing schon um die Mitte desselben an inVerfall zu gerathen und wurde gänzlich in ihrer Wirksamkeitbeschränkt, als Kaiser Maximilian I. den deutschen Thronbestieg; Hamburg jedoch, das 1510 in einer besondern Ur-kunde von Maximilian für eine freie Reichsstadt erklärtwurde, litt keineswegs durch den Verfall des hanseatischenVereins, vergrößerte im Gegentheil seinen Handel und Wohl-stand und blieb mit Lübeck und Bremen dem Bunde getreu,dem sich später noch Frankfurt a. M. zugesellte.

Die Kirchenreformation, welche Luther 1517 inWittenbcrg zu lehren anfing, schlug gleich in Hamburg Wur-zel, so daß der Senat, der sich in der Reformationsangclegen-hcit noch ganz unparteiisch gezeigt hatte, um nicht gegen Kai-ser und Reich zu verstoßen, doch endlich 1528 dem Drängeder Bürgerschaft und ihrem Sprecher Schauborch nachgebenmußte. Man berief sofort den Dr. Bugenhagen, LuthersFreund, nach Hamburg und ließ durch ihn, ungeachtet desstrengen Poenal-Edikts Kaiser Karls V., die neue Kirchenord-nung einführen. Die Zeiten wurden aber drohender, einReligionskrieg schien bald in Deutschland nnvermeidlich; dieHamburger betrieben daber jetzt die kostspielige Befestigung ihrerStadt iml Eifer und Ausdauer und trotzte» allen auf sie an-