— 445 —
Pfeil durchbohrter Greifenkopf; 2 vier Schindeln, 2 und 2, undzwischen denselben ein Stern, und 3 eine Pyramide, oder nach ande-ren Angaben: 1 vier, 2 und 2, Braupfannen, in deren Mitte ein Sternschwebt; 2 und 3 ein Greifenkopf mit Hals, letzterer mit einem Pfeiledurchschossen, und 4 in Silber eine rothe Giebelmauer). Altes, ur-sprünglich aus Steiermark stammendes Adelsgeschlecht, welches sichin Folge der Religions-Streitigkeiten nach Nieder-Sachsen wendeteund später in Pommern ansässig wurde. Schon im 14. Jalirh. kom-men die v. D. als Mitglieder des Raths und der Pfännerschaft zuHalle vor. Adam Sigm. v. D., erhielt nach des Vaters Tode Temnitzbei Saatzig als neues Lehn. Er war mit Anna Sophie v. Borcke a. d. HauseBrallenthin vermählt. Aus dieser Ehe entspross Carl Ludwig v. D.,welcher 1743 Temnitz übernahm, und mit Hedwig v. Bornstädt a. d.Hause Hilgen vermählt war. Im 7jährigen Kriege wurde Temnitzvon den Russen abgebrannt und alle Familienpapiere gingen ver-loren. Von den Söhnen Carl Ludwigs starb Carl Ludwig 1817, undFerdinand Wilhelm 1820 als k. preuss. Oberstlieutenant a. D., ErnstLudwig v. D. aber, verm. mit Hedwig v. Borcke a. d. Hause Brallen-thin hatte das väterliche Gut Temnitz ererbt, welches er 1789 ver-kaufte und dafür Raakow bei Arnswalde in der Neumark erwarb.Derselbe war Vater von 14 Kindern. Von Riesen starb der zweiteSohn, Berndt Ludwig v. D., 1832 als pens. k. preuss. Hauptmann nndBesitzer v. Raakow, der fünfte Sohn, Ferdinand Eugen v. D., verm.mit Adelheid v. P'alkenstein, war 1836 k. preuss. Major, und dersechste Sohn, Friedrich Theodor v. D., k. preuss. Oberst und Com-mandern* des 36. Infant.- Regim., wurde 1838 als Generalmajor pen-sionirt. — Ein jüngerer Bruder des Ernst Ludwig v. D., AugustGottlieb v. D., starb 1809 als k. preuss. Hauptmann. Von seinenKindern war Ernst Gottlieb v. D. im obengenannten Jahre k. preuss.Hauptmann, auch stand ein Enkel des Ernst Ludwig v. D., GustavAdolph v. D., als Lieutenant in der Armee.
N. Pr. A.-I.. I. S. 406 u. 407. — Frh. v. Ledebur , I. S. 162 u. III. S. 235.
Delitzsch (Schild geviert: 1 vier, 2 und 2, Schindeln, und zwi-schen denselben ein Stern; 2 und 3 ein von einem Pfeil durchbohrterGreifenkopf, und 4 ein Berg). Hallesehes Pfännergeschlecht, auswelchem nach Allem die im vorigen Artikel besprochene P'amilie v.Delitz hervorgegangen ist und welches im Saalkreise und zu Halleseit dem 13. Jalirh. vorkommt. — Hans v. I)., Pfänner und Ober-Bornmeister zu Halle, starb 1579 und hinterliess einen Sohn, Mel-chior. Christian Delitsch, kurbrandenb. Capitain, erhielt 1643 vomKurf. Friedrich Wilhelm das erledigte Lehngut Labenz im Kr. Schie-velbein und ist wohl der Stammvater der v. Delitz.
v. Breyhaupt, T. S. 85 u. II. Anhang, S. 29. — Frh. v. Ledebur, I. S. 163.
Dclius (in Silber eine rothe Rose, aus welcher oben rechts undlinks ein grünes, dreiblättriges Kleeblatt an langem Stiele aufwächst).Preussischer Adelsstand. Diplom vom 14. Sept. 1774 für Carl Lud-wig Delius, k. preuss. Hauptmann im Rcgimente v. Tauentzien.Derselbe, später k. preuss. Oberstlieutenant a. D., stammte aus einer
Kneschke, Deutsch. Adels-Lex. II. 29