KchwÄbisrh -Gmü,ld.
Da, wo von Lorch her das amnuthige Remsthal sich zueiner geräumigen Bucht erweitert, liegt die Stadt SchwäbischGmünd, nördlich und südlich von hohen Hügeln umgeben,ringsum von vielen Gärten mit freundlichen Gartenhäuserneingeschlossen, so daß dem Wandrer, der dieses lachende Ge-filde betritt und dessen fröhliche, lebenslustige Bewohner ken-nen lernt, die Ableitung des Namens der Stadt von gsuckiamunüi ganz passend erscheint, obwohl der Name Gmünd vielwahrscheinlicher von der weiten Mündung des vorher engenRemsthales abgeleitet wird. Schon Karl der Große soll demAbte Fulrad von Samt Denys erlaubt haben, hier ein Klo-ster zu gründen, neben welchem durch Ansiedlung vieler Be-wohner der Umgegend nach und nach eine Ortschaft entstand.Erst mit den Hohenstaufen aber begann die Blüthezeit Gmünds,schon deren AnHerr, Herzog Friedrich von Schwaben, ummau-erte es, und die Nähe der Burg Hohenstaufen lockte Künstler,Handwerker und Kaufleute hierher, auch ließen sich mehrere,in der Nachbarschaft angesessene Adelsgeschlechter hier niederund Kaiser Friedrich der Rothbart gab dem Orte Stadtrechteund ein Wappen, ein silbernes Einhorn im rothen Schild.Im Jahre 1183 wird das dm-Anm Kemunüe unter den Gü-tern angeführt, welche Kaiser Friedrich I. der Braut seinesSohneS, Herzogs Konrad, der Prinzessin Berengaria vonCastilien, zur Morgengabe anwies und am SO. Iunius 1193stellte Kaiser Heinrich VI eine Urkunde hier aus. Nach demUntergang des Hohenstaufischen Geschlechtes erwarb Gmünddie Neichsfreiheit. Anfangs aber hatten auch hier, wie in an-dern Reichsstädten, nur die Adelsgeschlechter an der NegierungTheil, ihre schlechte Wirthschaft jedoch, ihr Hochmuth und ihrevielfachen Bedrückungen erregten .den Unwillen der übrigenBürger gegen sie, diese erhoben sich, jagten sie aus der Stadtund brachen auch die benachbarten Burgen des Adels (1284),wodurch zwischen diesem und ihnen eine verheerende Fehde ent-
stand. Später durften zwar mehrere derselben wieder in dieStadt ziehen, aber ein neuer Streit, der 13-19 ausbrach, hatteihre wiederholte Vertreibung zur Folge. Die Rcgierungsformwurde nun demokratisch und blieb es auch, bis die Stadt ihreNeichsfreiheit verlor. An der Spitze des Rathes standen dreiBürgermeister, die eigentliche Regierungsbehörde war der ge-heime Rath, seine Stellen wurden wie die des großen Rathsdurch den Magistrat vergeben und hierin lag das aristokrati-sche Element der Verfassung Gmünds. Die Rechte der Bür-gerschaft hatten die fünf Anwälte oder Syndici zu wahren, dieBewohner des ansehnlichen in zwei Aemter getheilten Gebietesaber waren bloße Unterthanen. An den Fehden der schwäbi-schen Reichsstädte mit den Fürsten während des Mittelaltersnahmen die Gmünder eifrigen Antheil und waren besonders fürWürttemberg unruhige Nachbarn. Im Bauernkriege 1525 lei-steten sie den Aufrührern, welche sie aufforderten, gemeinsameSache mit ihnen zu machen, entschlossenen Widerstand. DieReformation fand zwar Anfangs bei ihnen viele Anhänger,welche eifrig auf deren Einführung drangen, aber die Bemüh-ungen des schwäbischen Bundes und eine 1529 ausgebrocheneverheerende Seuche bewirkten die Erhaltung des katholischenGlaubens. Im November 154K eroberten zwar die schmal-kaldischen Bundesgenossen die Stadt, zwangen die Bewohnerden alten Glauben abzuschwören und die Augsburgische Kon-fession anzunehmen; schon im nächsten Jahr jedoch traten diesezum Katholizismus zurück und hingen demselben auch spätermit großem Eifer an, so daß einzelne Bürger, welche derneuen Lehre anhingen und heimliche Zusammenkünfte hielten,sogar verfolgt wurden. Die Stadt wurde deswegen im dreis-sigjährigen Kriege von den Schweden auch hart mitgenommen,1077 aber von einer ansteckenden Krankheit schwer heimgesucht.Ein Aufruhr der Bürger gegen den Rath ward 170! nur mitvieler Mühe unterdrückt. Im spanischen Erbfolgekriege 1703