Kigmaringen.
An der Stelle des Residenzschloßes der Fürsten vonHohenzollern - Sigmaringen stand ehemals die Burg Sigma-ringen, der Sitz der Grafen des Scheergaus, der zu der Ber-toldSbaar gehörte. Die Sage schreibt ihre Erbauung einemGrafen Siegmar zu, urkundlich erscheinen zuerst die GrafenLuitold (843 — 850) und Adelbert (875 — 889), hieraufdie Brüder Mangold und Ludwig, welche 1V93 Zeugen waren,als Hezel, der Gründer des Klosters St. Georgen auf demSchwarzwald, diesem seine Stiftungsgüter übergab. Im Jahr1077 belagerte Rudolph von Rheinfelden, der GegenkönigHeinrich IV. die Burg, mußte aber, als Heinrich mit einemzahlreichen Heere zum Entsatz heranrückte, eilends abziehen. Alsder Manusstamm der Grafen von Sigmaringen ausstarb, kamdie Grafschaft durch Heirath an die Grafen von Montfort,denen sie König Albrecht, Rudolphs von Kabsburg Sohn,1298 abkaufte. Die Burg war damals von beträchtlichemUmfange, mit starken Mauern, stattlichen Thürmen und tiefenGräben versehen, und neben ihr hatte sich nach und nach eineOrtschaft erhoben, welche 1316 schon Stadtgerechtigkeit besaß.Damals nemlich verpfändeten König Friedrich und seine Brü-der, die Erzherzoge von Oesterreich, Burg und Stadt Sigma-ringen an den Grafen Eberhard den Erlauchten von Würt-temberg für geleistete Dienste und geliehenes Geld. DieseVerpfändung wiederhohlte 1323 Erzherzog Leopold und ver-sprach 1525 Eberhards Nachfolger, dem Grafen Ulrich, wenner ihn seiner Forderungen wegen nicht befriedige, sollten Burgund Stadt ihm als rechtes Eigenthum verfallen sein; da nunLeopold schon im nächsten Jahre starb, kam Ulrich auch wirk-lich in deren Besitz. Sein Urenkel Graf Eberhard der Mildeaber verpfändete Sigmaringen 1399 an den Grafen Eberhardvon Werdenberg, dessen Söhne die Burg 1416 wieder her-
stellten. Einer von diesen Söhnen, Graf Johann, entführteElisabeth, die Tochter des Grafen Eberhard des Milden, wor-über er in langwierige Streitigkeiten mit den Grafen vonWürttemberg gerieth, bis ihm diese endlich durch den Vertragvom 16 Mai 1459 Sigmaringen erbeigenthümlich überließen.Im Jahr 1482 verglich sich Graf Hugo von Wcrdenbergmit Oesterreich', daß nach dem Aussterben des Werdenbergi-schen Mannsstammes die Grafschaft Sigmaringen wieder anOesterreich zurückfallen sollte. Dieß geschah 1534 nach demTode des Grafen Christoph, und König Ferdinand belehnte nunam 24. December 1535 mit dieser Grafschaft die Brüder EitelFriedrich und Felir von Hohenzollern, wegen der vielen treuund eifrig geleisteten Dienste, welche sie dem Hause Oesterreicherwiesen hätten. Als Graf Karl I. seine Lande unter seinedrei Söhne theilte, erhielt Karl II. Sigmariugen und wurdeso der Stammvater der noch jetzt blühenden Linie Hohenzollern-Sigmaringen (1576). Im Jahr 1632 nahmen die Württem-berger und Schweden Sigmaringen ein, das ihnen zwar nochum Weihnachten desselben Jahres von dem kaiserlichen OberstEschpacher wieder entrissen, am 3. März 1633 aber von demschwedischen Feldherrn Gustav Horn von Neuem im Sturmeeingenommen und geplündert wurde, wobei auch das Schloßgrößtentheils verbrannte. Schon im nächsten Jahre aber setztedie Schlacht bei Nördlingen die Fürsten von Hohenzollern wie-der in den Besitz ihrer Erbgüter.
Das jetzige Schloß zeigt durch sein Aussehen daß es nichtzu einer Zeit und nach einem Stple erbaut wurde. Es erhebtsich nördlich von der Stadt auf einem senkrecht emporsteigendenkahlen Felsen, ein ebenso hoher Felsen steigt ihm gegenüberauf dem nördlichen Ufer der Donau empor, und mitten durchbraust schäumend der Strom. Gegen die Stadt hin ist der