Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
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Aeitmerit?.

Äm rechten Ufer der Elbe erhebt sich auf zwei mäßigenAnhöhen, die nach Norden und Westen sich an die nördlicheFortsetzung des Mittelgebirges anschließen, in Osten aber alsHochebene fortziehen, überall von fruchtbaren Feldern, Wein-und Obstgärten amphitheatralisch eingefaßt, die königl. böhmischeKreisstadt tleitmcrit;. Sie besteht aus der eigentlichenStadt, die ehemals mit einer doppelten Mauer umgeben war,durch welche vier Thore führten, und den acht Vorstädten Za-sada, Dubina, Moldana, Fischerei, Mariahilf, St.Georg, St. Wenzel, Brücken- und Mühlenvorstadt,alles zusammen 642 Häuser mit 4660 Einwohnern.

Die innere Stadt enthält in der Mitte einen geräumigen regel-mäßig vierseitigen Marktplatz, der sich mit seinen zwei längernSeiten von Osten nach Westen erstreckt, und mit größtentheilswohlgebauten und freundlichen Häusern geschmückt ist, welche zumTheil im Erdgeschoß noch auS älterer Zeit herrührende Lau-bengänge oder offene Bogenhallen habe». In der Mitte desPlatzes sind vor Kurzem zwei schöne steinerne Wasserbehältererrichtet worden. Auch die vom Marktplätze unter rechtenWinkeln auslaufenden Gaffen sind größtentheils regelmäßig an-gelegt und die meisten, besonders aber die Lange Gasse, welchevon der südöstlichen Ecke des Marktes nach Osten hin zieht, enthal-ten gleichfalls zum Theil recht ansehnliche und geschmackvolle Häu-ser. In neuester Zeit hat die Stadt besonders durch die Thä-tigkeit des jetzigen Kreishauptmanns Hrn. Klecanskp außeror-dentlich an Schönheit gewonnen. Der Platz um die Stadt-kirche ist geebnet, und die meisten Gassen sind neu gepflastertund mit Fußpfaden (Trottoirs) versehen worden. Auch isthinreichend für nächtliche Beleuchtung gesorgt. Vergleicht mandie jetzige ^>äuserzahl, 642, mit der vom Jahre 1830, wo sie563 war, so crgiebt sich eine Vermehrung von 70.

Unter den merkwürdigsten öffentlichen Gebäuden verdienendie Kirchen zuerst erwähnt zu werden. Die vornehmste ist dieDomkirche oder bischöfliche Kathedrale zum heil. StephanM,, an der westlichen Seite der Stadt, auf einer Anhöhe.Sie gehört unter die schönsten und großartigsten Kirchen desKönigreichs. An den Hauptaltar, welchen zwei schöne Ge-mälde, der heil. Stephan und die heil. Jungfrau Ma-ria auszeichnen, schließen sich zwölf Seitenaltäre, sechs auf je-der Seite, an, die größtentheils ebenfalls gute Gemälde enthalten.Namentlich verdienen die Apostel Peter und Paul, beide vondem berühmten altböhmischen Maler Skreta, welcher auch den

heil. Stephan am Hochaltar gearbeitet hat, so wie der heil.Anton, von Lukas Kranach, die Aufmerksamkeit jedes Kunst-freundes. Auch das marmorne Grabmahl, welches die KaiserinMaria Theresia dem in der Schlacht bei Lobositz am1. October 1756 gebliebenen kais. kön. General Julius Gra-fen von Radicati, in der Nähe des Peter und Paul-AltarShat errichten lassen, ist keine der geringsten Zierden dieses schö-nen Tempels.

Die Kirche steht an der Stelle der vormaligen, schon imJahre 1057 vom Herzog Spitignen gegründeten Colle-gial-Kirche und wurde gleich nach der Errichtung des Leit-meritzer Bisthums durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre1655 von dem zum ersten Bischof ernannten dcrmaligen Probstedes gleichfalls vom Herzog Spitignen ins Leben gerufenen Stif-tes Maximilian Rudolph Freiherrn von Schleinitz,auf eigene Kosten desselben erbaut und ausgestattet, aber erstvon seinem Nachfolger auf dem bischöflichen Sitze, JaroslausFranz Grafen von Stcrnberg, am 21. Septbr. 1681feierlich consecrirt. Beide Bischöfe sind in der Gruft beigesetztworden, deren Eingang in der Mitte des Chors ein Grabsteinbedeckt.

Die Dekanal- oder Stadtpfarr-Kirche zu Aller-heiligen ist zwar, wie sie jetzt besteht, erst im Anfange desachtzehnten Jahrhunderts gebaut worden, aber ihre ursprünglicheGründung fällt in das Jahre 1235 und im Jahr 1384 warbereits ein Erzdcchant hier angestellt. Sie bietet in dem Glocken-stuhle ihres hohen Thurmes eine ganz eigenthümliche Merkwür-digkeit der Baukunst dar. Dieser ist nämlich aus lauter Eichen-stämmcn auf eine kunstvolle Weise zusammengefügt und erhebtsich im Innern des Thurmes, ohne mit dem steinernen Mauer-werk desselben in Verbindung zu stehen, vom Fußboden bisunter das Dach, die Last von sieben Glocken tragend, derengrößte 81 Centner wiegt. Die Kirche hat übrigens, außerzahlreichen historisch-wichtigen Grabsteinen adeliger Personenaus dem sechszehnten und siebzehnten Jahrhunderte nichts Be-merkenswerthes. Dasselbe gilt auch von den übrigen noch be-stehenden fünf Kirchen, von welchen die ehemalige Jesuiten-Kirche zu Maria Verkündigung jetzt dem bischöflichenPriester-Seminar eingeräumt ist, die ehemalige Minoriten-Kirche zu St. Jacob den Dominicanern übergeben worden,und die St. Ludmilla-Kirche zum Kapuziner-Kloster ge-hört. In der St. Johannis-Kirche der Vorstadt Dubina