wickelt Gasblasen in zahlloser Menge. Der Luft ausgesetzt,trübt es sich erst nach langer Zeit. Der Geschmack ist äußerstangenehm, anfangs stechend säuerlich, dann schwach salzig,lieber dem Wasserspiegel schwebt stets eine beträchtliche Gas-schicht, die zuweilen eine Höhe von mehreren Fuß erreicht.Das Wasser enthält in 1 medizinischem Pfunde nach Tromms-dorff folgende Bestandtheile:
Schwefelsaures Natron .... 26,197 Gran.
Salzsaures Natron 6,552 „
Kohlensaures Natron .... 6,396 „Kohlensauern Kalk ..... 1,266 „Kohlensaures Eisenoxyd .... 6,153 „
Kieselerde 6,642 „
Kohlensäuregas ...... 15,316 „
Feste Bestandtheile 33,534 „
Diese Quelle wird sowohl zum Trinken als Baden be-nutzt, sie ist ein reizendes, stärkendes, auflösendes Mittel undfördert unter den Trinkquellen die Darm-Sccretionen und Er-cretionen am meisten. Seine Anwendung fordert aber auchmehr Vorsicht und in manchen Fällen ist es sehr rathsam, beimTrinken einen Theil seines kohlensauern Gases entweichen zulassen, um seine reizende Kraft zu vermindern.
Die Salzquelle entspringt 219 Klafter vom Franzens-brunncn entfernt, auf einer Moorwicse. Doctor Pischmannfand sie bei seiner Untersuchung im Jahre 1819 zur medicini-schen Anwendung geeignet und ließ sie einstweilen einfassen.1826 wurde sie zweckmäßig gefaßt und durch einen tempelartigenUebcrbau gegen die nachtheiligen Einflüsse der Witterung undder Sonnenstrahlen geschützt. Die Temperatur des Wassersist 9,16° Reaum., es ist vollkommen klar und hell, perlt inein Glas geschöpft sehr, wiewohl nicht so stark, wie andereBrunnen und wird bloß zum Trinken benutzt. An der Lufttrübt es sich erst nach langer Zeit und setzt weiße Flocken,aber kein Eisenoxyd ab. Es ist ohne Geruch, der Geschmackschwach, säuerlich, mild, lieblich, weder salzig noch eisenhaft.Die Analyse der Salzquelle ist auf 1666 Theile, nach
Berzelius, wie folgt:
Schwefelsaures Natron ...... 2,8622
Kochsalz 1,1419
Kohlensaures Natron. 6,6781
Kohlensaures Lithion 6,0635
Kohlensauern Kalk mit Spuren von Strontime 6,1848
Kohlensaure Talkcrde 6,1639
Kohlensaures Manganorydul .... 6,6616
Kohlensaures Eisenorydul 6,6692
Phosphorsauern Kalk 1
Phosphorsaurc Thonerde H .... ,32
Kieselsaure 6,6639
4,9923
Die Salzquelle ist ein sanft reizendes, auflösendes Mittel.Unter ihren hervorstechendsten Wirkungen bemerkt man vorzüg-lich, daß sie den Schleim löst und die Darm-Secretionen undErcretionen vermehrt. Sie wird von Personen jedes Altersund jeder Constitution, selbst von den reizbarsten Damen gutvertragen und stimmt die krankhaft erhöhte Irritabilität undSensibilität herab. Ueberhaupt wirkt sie auffallend wohlthätigauf Hysterie und Hypochondrie. Außer diesen vier Mineral-quellen sind noch die Gasquelle und das Mineralmoor alsvorzüglich heilsam anzuführen. Die Gasbadeanstalt ist 25Klafter vom Franzensbrunnen entfernt. In früherer Zeithielt man diese Quelle für giftig, da man häufig kleine Thierein ihrer Nähe todt fand. 1868 wurde sie zuerst theils zueinem Badebrunnen, theils zu einem Gasbade benutzt. Diestärksten Gasquellen des Moorlagers wurden von einer mög-lichst dichten, sechs Quadratfuß weiten Einfassung umschlossenund auf derselben ein 11-/- Fuß hoher Trichter angebracht,der in ein bewegliches Rohr endete, durch dessen Ventil dasausströmende Gas in Form einer Gasdouche angewendet wer-den konnte. Die Gasausströmung aus der messingenen Röhreist ungeheuer, sie beträgt in 24 Stunden 5766 Kubikfuß undbesteht nach Tromsdorffs Untersuchung aus Kohlensäuregas,dem nur ein Minimum von hydrothionsauerm Gase beige-mischt ist. Die Gasquelle wird mit gutem Erfolge bei allenLähmungen, gichtischen und krampfhaften Beschwerden, so wiebei Krankheiten der Brust angewendet. 1826 wurde die Gas-badcanstalt auf Befehl der Regierung von Grund aus neu ge-baut; sie besteht gegenwärtig aus einem geschmackvollen, mitBlech bedecktem Gebäude mit vier geräumigen hohen und sehrlichten Zimmern, wovon drei zu Badezimmern das vierte zumRastzimmcr bestimmt ist, und sowohl zur allgemeinen als ört-lichen Anwendung des Gases sind die zweckmäßigsten Anstaltengetroffen worden. Die zunächst um das Gasbad befindlicheMoorwicse, ehedem feucht und uneben, ist durch das Aufführenvon vielen hundert Fuhren gutem Erdreiche ganz planirt, mitSand überstreut, mit wilden Kastanienbäumcn bepflanzt wordenund bildet gegenwärtig den schönsten Spaziergang um Fran-zensbad.
Das Moorlager nimmt die ganze Gegend um die Quellenein und dehnt sich längs des Schladabaches von Siehdichfürbis Dirschwitz ans, eine Strecke, die wohl eine halbe Stundelang ist. Man findet in demselben ganze Baumstämme, diemit Erdharz durchzogen, äußerlich von schwarzer, innerlich vonbrauner und okergelber Farbe sind. Das Lager derselben be-trägt gegen 16 Fuß, ihm folgen 3 bis 4 Fuß mächtige Lagenvon Sand und dann eine schwärzlich graue, mit vielen silber-weißen, zarten Glimmerblättchen gemengter Lehm. In diesem