Wasserspiegel schwebt stets eine Schicht kohlensauren Gases,deren Höhe nach Umständen wechselt. Die Analyse des Quellsist nach Bcrzelius auf 1000 Theile Wasser folgende:Schwefelsauren Natron ...... 3,1777
Kochsalz 1,2019
Kohlensauren Natron ....... 0,6736
Kohlensauren Lithion 0,00-19
Kohlensauren Kalk . 0,2314
Kohlensauren Strontian 0,0004
Kohlensaurer Talkerde 0,0873
Kohlensauren Manganorydnl .... 0,0056
Kohlensauren Eisenorydul 0,0306
Phosphorsaurcn Kalk 0,0030
Basisch-phosphorsaurer Thonerde . . . 0,0016
Kieselsäure 0,0616
5,1818
Nach den compctcntesten ärztlichen Erfahrungen und Be-obachtungen nimmt der Franzensbrunnen alle Systeme, beson-ders das reproductive in Anspruch. Er vermehrt die Thätig-keit der Verdauungsorgane, erregt Apctit, fördert die Auslee-rung, führt Säure, Schleim, Galle und andere.zurückgehal-tene Ercremente ab, vermehrt den Urinabgang, hebt Austrei-bung der Leber, der Milz; er beschleunigt den Puls, erregtbei Vollblütigen Wallungen, Congestioncn nach Kopf und Brust,beruhigt hingegen das aufgeregte Nervensystem und hebt dasgesunkene, blasse, bachctische, durch Blutverlust, unordentlicheLebensweise u. s. w>; geschwächte Individuen fühlen sich durchseinen Gebrauch kräftiger, bekommen eine lebhaftere Gesichts-farbe u. f. w. Sonach ist er diesen Wirkungen zufolge alsein reizend-auflösend-stärkendes Mittel anzusehen und anzu-wenden. Nach 7 bis 8 Gläsern, das Glas zu 5 bis 6 Unzen,pflegen früher oder später einige Ausleerungen zu erfolgen.In manchen Fällen ist es indessen rathsam, beim Trinken einenTheil des Kohlensäuregascs verfliegen zu lassen, damit er nichtzu sehr reize, überhaupt sich genau an die Vorschriften desArztes sowohl im Heilverfahren, als auch in der Diät zurichten.
Die Louisenquelle entspringt 126 Klafter weit von dervorigen auf einer Moorwiese und besteht aus einer Vereini-gung von mehreren Quellen. 1806 wurde sie entdeckt, 1807gefaßt, 1808 bequem zur Benutzung eingerichtet und erhieltihren Namen von der verstorbenen Kaiserin Maria Ludovika,der zweiten Gemahlin des Kaisers Franz I. 1817 wurde derVebältcr erweitert, um noch einige Quellen aufzunehmen,welche alle sich jetzt in einem großen, gemeinschaftlichen Bassinsammeln. Ein Theil der der Quelle zunächst gelegenen Moor-wicse wurde mit festem Erdreich bedeckt, mit Steinplatten be-
legt und durch eine Pappelallce mit dem Säulengang in Ver-bindung gesetzt. Im Sommer 1823 erhielt die Quelle aucheinen Uebcrbau, der sie vor den nachtheiligen Einwirkungender Witterung Md der Sonnenstrahlen schützt. Die Tempe-ratur des Wassers ist 9,78° Reaum., im Bassin ist es insteter Bewegung, es steigen sehr große Gasblascn auf, die aufder Oberfläche des Wassers zerplatzen. Dieses scheint vontrübem Ansehen, aber in ein Glas geschöpft, ist es vollkommenhell und perlt ungemein. Der Luft ausgesetzt, trübt es sichnoch später als das Wasser der Franzensquelle. Es wird in-dessen nicht getrunken, sondern bloß zur Bereitung der Wasser-nnd Schlammbäder benützt. Nach Tromsdorffs Untersuchungenthält es in einem Pfunde deutschen Apothckcgewichts folgendeBestandtheile:
Schwefelsaures Natron .... 16,012 Gran.
Salzsanrcs Natron 5,075 „
Kohlensaures Natron .... 4,124 „
Kohlensauren Kalk 1,200 „
Kohlensaures Eisenoryd . . . 0,216 „
Kieselerde 0,171 „
Kohlcnsänregas 12,620 „
Feste Bestandtheile 28,878 „ -
Mit dem innern Gebrauche der andern Trinkqncllen wer-den bei der Kur gewöhnlich die Bäder aus der Louisenquelleverbunden, um die Wirkung derselben zu unterstützen, wobeijedoch die Temperatur sehr zu beachten und der Vorschrift desArztes genau Folge zu leisten ist. Gebraucht man den Fran-zensbrnnncn z. B. als stärkendes Mittel, so soll man die Bäderkühl oder kalt anwenden, gebraucht man sie mehr als auflösen-des Mittel, so soll man sie warm nehmen u. s. w.
Der kalte Sprudel ist nur wenige Schritte von der Loui-senquelle nördlich entfernt. Nach mehreren vorhergegangenenGas- und Wasscrausbrüchen, die man, besorgend es möchtendadurch andere Quellen Nachtheil leiden, schnell unterdrückte,brach er im December 1817 mit solcher Gewalt hervor, daßalle Versuche ihn zu verschütten scheiterten. Als sich übrigensdie wegen der übrigen Quellen gehegte Besorgniß im Verlaufedes Winters nicht bestätigte, auch die chemische Untersuchungdesselben eine wesentliche Verschiedenheit von den übrigen schonvorhandenen Quellen zeigte, er demnach als eine eigene selbst-ständige Quelle erschien, so ließ man ihn reinigen, fassen undmit einem Kranze von Serpentinstein umgeben. Die Tempe-ratur seines Wassers beträgt 9,530 Reaum.; das Wasser inder Quelle ist wegen der ungeheuren Gasausströmung stets ineiner so heftigen, rauschenden Bewegung, daß es zu siedenscheint, daher auch der Name: kalter Sprudel. Im Glase er-scheint das Wasser vollkommen klar und durchsichtig und ent-