Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
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Zuthat von Seite der Kunst bedurften. Auf allen Wegen, diezur Promenade benutzt werden, besonders an solchen Stellen,wo man mit Lust verweilt, sind Ruhebänke, Nasensitze, ver-schieden gestaltete Pavillons, kleine Monumente u. s. w. ange-bracht, von denen mehre an irgend eine interessante Begebenheit,oder an Personen, die sich ein Recht auf den Dank und dieLiebe der Carlsbader erworben haben, durch ihren Namen erin-nern. Die merkwürdigsten Punkte in der nächsten Umgebungvon Carlsbad sind: Die sogenannte Puppische Allee, hinterdem böhmischen Saale, ein geräumiger, mit hohen Lindenbäu-mcn besetzter Platz. Die Allee setzt sich in einen breiten undbequemen Weg längs der Tepl zum Hammerberge fort undführt zu mehren schönen Gedächtnißplätzen: dem Rasnmoffskasitz,dem Sitz der Kaiserin (Maria Ludovika), dem Dankbarkeitssitz,dem Fürsten Louis der Rohan gewidmet u. s. w. Ans und andem Hammerberge befinden sich noch die Marienkapelle, imdichten Gebüsch verborgen; der Parnaßfelscn, ein hohes, abge-sondertes Felsenstück; dann auf der Rückseite des Hammerbcrgesder Findlaterstempel, einer der schönsten Punkte bei Carlsbad,der eine herrliche Aussicht gewährt. Der Tempel selbst ist ge-schmackvoll erbaut, auf vier Säulen ruhend und rückwärtsgeschlossen. Graf Findlater, der ihn erbauen ließ, verwandeltefast den ganzen Hammerberg mit großem Kostenaufwande ineine geschmackvolle englische Gartenanlage. Der König Friedrich-Wilhelms-Platz, mit herrlicher Aussicht; die sogenannte Vier-nhrpromenade, mit mehren schönen Gcdächtm'ßplätzen, z. B.,dem Fürstinnenstein, einer steilen Fclsenwand in reizender Um-gebung, dem Theresienplätzchen, den Schwarzenbcrgplatz miteinem kleinen Obelisk, der Dichterbank. Der Freundschafts-saal, ein großes, geschmackvolles Gebäude an der Fahrstraße,dessen Ansicht ebenfalls diesem Werke beigegeben ist, gehört zuden beliebtesten Belustigungsörtern bei Carlsbad. Er enthälteinen geräumigen Tanzsaal nebst vielen Nebenzimmern. Hierwerden oft Bälle gegeben. Ihm gegenüber führt ein bequemerSteg über die Tepl zu dem Augustensplatze, dem Sitz derFreude, dem Narischkinplatz, dem Dorfe Hammer mit einemvorzüglichen Gasthause. Von der Karlsbrücke führt ein höchstromantischer Weg zum PostHofe, einem schönen Landhause mitzwei großen Tanzsäle», die besonders zu glänzenden Bällen,Festtafeln u. s. w. verwendet werden. Der schöne Chvteck'scheWeg am Fuße des Hirschensteines führt zu Mariancns Ruhe,der Theresienhöhe mit einer herrlichen Fernsicht und unmittelbarzum Gipfel des Hirschensteincs, einer hohen, mit einem Kreuzegeschmückten Granitklippc, von wo man eine unbeschreiblichschöne Aussicht ans die Stadt und deren Umgebung genießt.Etwas tiefer gegen die Stadt liegt das schöne Mayer'scheGlorict: Ein anderer Weg, an der hintern Seite des Hirschen-

steines, führt zu Findlaters Denksäule, einem 14 Ellen hohenObelisk von Granit. Die Frcundschaftsanhöhe ist ein hoher,nach mebrcn Seiten freistehender Berggipfel, von wo man dasferne Gränzgebirge in einer Länge von vielen Meilen übersieht.Im dichten Tanncnwalde liegt das Kathrinenplätzchen. DasBelvedere ist ein mit Bänken versehener hober Platz mitschöner Aussicht. Ans dem' Schlaggenwaldcr Wege gelangtman zur Leonhardskapelle, in deren Nähe die Ruinen des ur-alten Dorfes Thiergarten zu sehen sind, links ist das Thal vonKlein-Versailles mit Schießstätte und einer Schenke. Der Wegvom äußersten Ende des Säulengangcö beim Neubrunnen führtzum Bernardstempel, der Cambridgesäule, einer schlanken Gra-nitsäule, dem Gartcnthal, Steinbergsaal mit großem Garten,wo man allerlei Getränke erhält, nach Wiesenthal, zum DorfeDrahwitz, auf den durch schöne Anlagen ausgezeichnetenBuchenberg, zum Berggipfel des Dreikreuzberges, mit impo-santer Aussicht, von wo man auch in blauer Ferne das durchromantische Sagen allbekannte Maria-Kulm erblickt. Auf undan dem Lanrenz- oder Tappenberge befindet sich die Dorothcenanmit dem gleichnamigen Tempel, von welchem rechts ein Pfadzum Sauerbrunnen führt, dessen Quelle ebenfalls von einemschönen Säulentempel bedeckt ist; der böhmische Sitz, ein er-habener Fclsenvorsprung, der von einem sonnenschirmähnlichcn,weiß und roth angestrichenen Altan und von hoben Bäumenbeschattet wird; der Friederikenfelscn; der Tappenhof; dieLaurenzkapelle, von wo man eine prachtvolle Aussicht auf dieganze Stadt genießt und endlich das geräuschvolle Lusthaus,wo sich auch ein Vogelschießen befindet. Unter die beliebtestenentfernteren Spazierfahrten gehören jene aus der Fahrstraßeüber Hammer, Aich und Douitz, rings um die Stadtgutwal-dung herum, auf welchem Wege man auch das groteske Fels-gebilde des Hans Heiliugsfelsen, romantischen und spukhaftenAndenkens an Spießens Zeit und Fabrik erinnernd, zu Gesichtebekommt; ferner die freundlichen Dörfer Fischern, Altrohlau,Zedlitz, Dallwitz und Engelhaus mit den Ruinen einer altenRitterburg, die ebenfalls mehrmals Stoff zu romantisch-schauer-lichen Sagen, Balladen und Dramen gegeben. Beliebtes Zielweiterer Ausflüge ist auch der schon besprochene GießhüblerSauerbrunnen bei Rodisfurt, die königliche Kreisstadt Elbogen,die Bergstadt Schlaggenwald, Stadt Falkenau; Maria-Kulmmit dem weitberühmten herrlichen Geläute und der romantischenSage vom einstmaligen Treiben wilder Räuber und deren Ent-deckung durch die schöne Bibinna, der Burgvogtstochter undnachherige Vernichtung; die alte, historisch-wichtige Stadt Egermit dem nahen schönen Franzensbadc, welches im nächstenHefte besprochen werden soll, die Stadt Schlackenwerth; diealte, einst so berühmte Bergstadt Joachimsthal, Geburtsstätte