gerichtete Dampfbadanstalt. Endlich befinden sich in der Nähedes Sprudels auch noch mehre Privatbadeanstalten, die ihrwarmes Wasser vom Sprudel, den kalten Zufluß aber vonder Tepl erhalten und von vielen Kurgästen mit Nutzen ge-braucht werden. — Die am linken Ufer der Tepl liegendenQuellen, welche, wie erwähnt, ihren Zufluß nicht aus derSprudclschale, sondern aus den Abhängen des Schloßbergsund des Bernardsfelsens, jedoch bei weitem nicht so reichlichals von den Sprudelmündungen erhalten, sind folgende: DerMühlbrunnen mit einem schönen gedeckten Säulengange undeinem Tropfbade verschen. Nebst dem Säulengange steht amTcplufer das neu errichtete Mühlbadehans mit eleganter undzweckmäßiger Einrichtung und einem eigenen Zcitungslcsesalon,wo gegen wöchentliche Prännmeration die beliebtesten deutschen,französischen, italienischen und englischen Journale zu lesenvorhanden sind. — Der Neubrnunen, gegenwärtig der be-suchteste von allen Quellen in Earlsbad, indem seine Tempe-ratur so beschaffen ist, daß man das frisch geschöpfte Wasserin mäßigen Zügen schnell wegtrinken kann, indeß der heißeSprudel sich nur unter langsamen Nippen hinunter bringenläßt. Er ist mit einer herrlichen Colonade versehen, derenAnsicht wir in einem sehr gelungenen Stahlstiche bcigegcben.Sie liegt hart an der Tepl, hinten sieht man den St. Ber-nardsfclsen mit dem Tempel. Ganz in der Ferne wird ineinem schmalen Streif das sächsische Erzgebirge sichtbar. DasInnere dieses herrlichen Säulcngangcs ist in den Frühstuudender fasbionable ZusammenkunftSort der Kurgäste, zu welcherZeit sich auch ein wohlbcsetztes Orchester so wohl durch zweck-mäßige Auswahl der Musikstücke, als auch durch vortrefflicheErccutirung auf ausgezeichnete Weise producirt. — Der Ber-nardsbruuncn, der nördlich an den Neubrunnen stößt. — DerThcresicnbruunen, der mit einem runden Säulentempel über-baut ist, dessen Ansicht wir ebenfalls diesem Werke beigeben.Die Umgebung dieses Brunnens ist mit geschmackvollen park-äbnlichen Anlagen verschönert, von welchen man auf bequemenSandwcgcn bis zur Höhe des Schloßbergs gelangt, wo maneine freie Aussicht auf die unten stehenden Colonnadcn, dieStadt, den Dreikreuzberg, wie auch in die Ferne genießt. —Aus dein Park des Theresienbrunnens, wie auch vom Markt-Platze gelangt man zum Schloßbrunncn, der unter allen zumTrinken eingerichteten warmen Quellen von EarlSbad derkühlste und mit der größten Menge Kohlensäure begabt ist,weshalb er auch, frisch geschöpft, moussirt und einen erfrischen-den säuerlichen Geschmack besitzt. — Der Spitalbrunnen ent-springt am AbHange des Bernardsfelsens und wird bloß zu denBädern des Spitals verwendet, obschon auch andere Kurgästefür geringen Preis hier baden können. Außer den genannten
Heilquellen bricht das warme Mineralwasser noch an verschie-denen Stellen in und außerhalb der Stadt ans; ja selbst inder Tepl sieht man durch die klaren Risse der Sprudelschakcfortwährend unzählige Luftbläschen aufsteigen, ja an einigenStelleu, z.B. am Fuße des Bernardsfelsens, wallt das Waffersogar ziemlich hoch auf.
Die Analyse der Carlsbadcr Heilquellen wird von demscharfsinnigen Bcrzelius, bisher dem besten Gewährsmanne, wiefolgt angegeben:
Feste Bestandtheile auf das Pfund Sprudclwasscr zu 16Unzen.
Schwefelsaures Natron - » - 19,zssi Gran.
Salzsaureö Natron « - - - 7,97?» —
Kohlensaures Natron - - - - 9,9950 —
Kohlensauren Kalk - - « - 2,3700 —Flußspathsauren Kalk - - - -
Phosphorsaurcn Kalk - - - - 0,o<>is —
Kohlensaures Strontian - - - 0 ,oo?z —
Kohlensaure Magnesia - - - 1,zs9« —
Basisch phosphorsaure Thonerde 0,0024 —
Kohlensaures Eisenoxyd - - « 0,027s —
Kohlensaures Manganoryd - - 0,0094 —
Kieselerde -------- 0,57-1 —
41 ,9266 Gran.
Professor Pleischl hat jedoch in neuern Untersuchungenin allen Quellen auch schwefelsaures Kali gefunden, welchesProfessor Steinmann in seiner Analyse des Schloßbrnnncnsnebst kohlensaurem Lithion gleichfalls entdeckte. 1835 wurdeneuerdings ein wirksamer Bestandtheil des Earlsbader Wassersbekannt, nämlich das Jod, obschon in geringem Grade.
Alle warmen Quellen von Carlsbad zusammengenommen,geben nach genauen Messungen in einer Stunde 2,280, ineinem Tage 54,720, in einem Jahre 19,972,800 Eimer Mine-ralwasser, was auf den ungeheuren Reichthum der unterirdi-schen Quellkraft schließen läßt. Alle Gegenstände, welche manin den Ausfluß der heißen Quellen bringt, werden in knrzerZeit mit einer festen und bräunlichen Steinriude überzogen, diejedoch im Ganzen die äußere Gestalt des unkrustirten Körperserkennen läßt. Auf diese Art werden die beliebten CarlsbaderJnkrustate, z. B. Blumen, Krebse, geschnitzte Figuren allerArt u. s. w. gebildet. Die deshalb individuell stattgehabteFurcht, das genossene Sprudclwasscr könne den Magen unddie Gedärme auf ähnliche Art inkrustiren und im Innern desMenschen eine interessante, aber unbequeme Sammlung vonNaturspielrn bilden, wird indessen selbst dem Laien durch die