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Suppl. 1 = 5 (1842)
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Wattcnwvl.

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Wattenwyl (Wattcnwcil), die Frcilicrrcn von.

Kin uraltes freilieriIiclies Geschlecht, dessen Ursprung von denGrafen v. Altdorlf hergeleitet wird. Sein ältester Stammsitz soll dasl'larrdorf dieses Namens im St. Gallenschen Bezirk Obertoggenburggewesen sein, und es soll auch die Dürfer Wattenwyl im Canton Zü-rich und im Canton Bern angelegt haben. Letzteres, in der Land-voigtei Selftigen, wird als zweiter Stammsitz betrachtet. Ks besassdieses Geschlecht diplomatisch erwiesen im litten Jahrhundertverschiedene Reichslehne und eins von den Grafen v. Thun in derUmgegend des Thunersees. Vor der Krbauung der Stadt Bern warensie auch Krbbiirger zu Thun , liessen sich aber nachher in Bern nie-der. Ulrich v. W. war 12126 der erste dieses Geschlechts im grossenRathe, und noch bis auf den heutigen Tag besitzt es das regiments-fähige Erbbürgerrecht in der protestantischen Hauptlinie zu Bern.Conrad v. W. war 1263 Mitstilter des l'ondiger Klosters zu Bern.Wal/her, Herr zu Wattenwyl, war 1283 des Stiftes lntarlachen Wohl-thäter, und Johannes v. W. Johanniter-Rilter, (1331 Commenthur zuBuchsee. Um das Jahr 1330 kam Wattenwyl durch Kauf an das Ge-schlecht v. Burgistein, und nach häuligem Wechsel der Herren 1640an ilie regierende Stadt Bern. Die Ilerrschaftsrechte gingen 1798 ver-loren. Nicolaus v.W. wurde 1411 im Namen des Reichs mit allenfreien Mannlehen, die seine Vorältern besassen, beliehen. Das Hausgab der Republik Bern vier Schultheissen, der Eidgenossenschaft ei-nen Landammann, und hat auch der Stadt in Feldhauptleuten, Fehl-obersten und Generalen wichtige Dienste geleistet, und alle übrigenhohen Stellen der Stadt und Republik bekleidet. Ernst v. W. war1392 auf dem Turnier zu Schaffliausen und Eherhardt v. W. auf demzu Schweinfurt 1408. Im Canton Bern besass es die Herrschaftenund Freiherrschaften Wattenwyl, Diesbach, Riggisberg, Belp, Bur-gisstein, Gerzensee, Kirchdorlf, Gurzelen, Blomenstein, Seftigen,Wyl, Hochstetten, Münchwyler, Jaegersdorlf, Bremgarten, Colomber(Waadt) , Bevais (Waadt), Clavilliere (Waadt;, Schornegg und andereRittergüter.

Von der im 16ten Jahrhundert in der Freigrafschaft Burgund nie-dergelassenen Linie ist zu bemerken, dass sie der königl. spanischenRegierung einen General-Feldmarschall, einen General der Cavallerie,mehrere General-Lieutenants und andere hohe Olliziere und Kriegs-räthe, Oberschenken, Truchsesse u. s. w. gegeben hat. Auch warvon dieser Linie ein General-Lieutenant im savoyischen, und einerim königl. französischen Dienste. Ferner besassen drei Glieder diesesZweiges den königl. spanischen Orden des goldenen Vliesses, ein Gliedden der Annonciat von Savoyen u. s. w.; andere waren Maltheserritter,Statthalter des Ritterordens von St. Georg in Burgund und Comthurdes königl französischen St. Ludwigsordens. Dieser Zweig gab auchder Stadt Freiburg in der Schweiz einen Bischof (1609) und vier ge-forstete Aebtissiiiinen zu Chateau-Chalons in Burgund, und hat dieserZweig der katholisch geblieben die Marquisen- und Grafen-wiirde erlangt, und die Marquisate vonVersoiss, Conllens, Grafschaf-ten von Combiere, Bussolin, Freiherrschaften Formiere, Chateau-Villain, Tonnienes, Herrschaften zu Usiez, Leugny, Belmont, Cha-lesietile , Laurais, Ovain, Dompierce, Nepore, Chargay u. s. w. be-sessen, und wurden ihre Glieder Freiherren, nachher Grafen v.Watteville, Marquise v. Conllens, genannt. Alexander Ludwig v.W.(geb. 1714, gest. 1780) ist als schweizerischer Geschichtsschreiberdenkwürdig.