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Suppl. 1 = 5 (1842)
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398 ScbarlFenstein Scharnhorst.

Scharffenstcin, die Herren von.

Ein erloschenes adeliges Patrizier-Geschlecht zu Erfurt. Heinrich,Johann und Kersten v. S. waren 1463 grällich gleichische Lehnsleutezu Goldbach und Letzterer ward 1475 von Johann Spitznasen, Voigtzu Gleichen, des Grafen Sigismund v. Gleichen wegen, ins Gefäng-niss zu Tonna beschieden.

Scharnhorst, die Herren von.

Gerhard David v. S., königl. Oberst, wurde am 14. Decbr. 1802in den preussischen Adelstand erhoben. Er wurde den 10. Novbr.1756 auf einem kleinen Pachthofe zu Hämelsee im Königreich Han-nover geboren. Den Militairdienst begann er in der hannövrischenKavallerie, und vertauschte bald die Wallen der Reiterei mit denender Artillerie. In derselben diente er im Laufe der Feldziige derJahre 1793, 1794 und 1795 in Flandern und Holland bei dem Heereder Verbündeten. Als Hauptmann der Artillerie befand er sich indem Hauptquartiere des Generals v. Hammerstein und verrichtete beidiesem den Dienst eines Generalstabs-Ofliziers. Im iJahre 1794 ver-theidigte Herr v. Hammerstein die befestigte Stallt Menin gegen einebedeutende französische Abtheilung, und schlug sich mit seiner Gar-nison , nachdem alle Mittel der Verteidigung erschöpf t waren, mitso viel Entschlossenheit als Geschicklichkeit durch den Feind, dassdiese als eine der glänzendsten WaHenthaten in jenem Feldzuge an-erkannt worden ist, und Herr v. S. bei dieser Gelegenheit sich soauszeichnete, dass der General v. Hammerstein an seinen Souverain,den König von England, folgenden Bericht erstattete:Vor allemandern halte ich mich verpflichtet, des Hauptmann v. Scharnhorst Er-wähnung zu thun. Dieser Offizier hat bei seinem Aufenthalte in Me-nin, beim Bombardement und beim Durchschlagen Fähigkeiten undTalente, Bravour und unermüdeten Eifer, verbunden mit einer be-wunderungswürdigen Geistesgegenwart, gezeigt, so dass ich ihm alleinden glücklichen Ausgang der Sache verdanke. Er ist bei allen Aus-führungen der Erste und der Letzte gewesen, und ich kann unmög-lich erschöpfend beschreiben, von welchem grossen Nutzen dieser sosehr verdienstvolle Oflizier mir gewesen ist." An den kommandi-renden General der hannövrischen Armee schrieb Herr v. Hammer-stein unter dem 3. Mai 1794 Folgendes:Für den Hauptmann Scharn-horst ersuche ich Ew. Excellenz auf das dringendste, eine Gnadevon Sr. Majestät zu erbitten; da dieser Mann, wenn jemals Jemandemeine Belohnung für etwas Ausserordentliches geworden ist, sie jetztim grössten Maasse verdient." Im Jahre 1801 vertauschte v. S.den Dienst in seinem Vaterlande mit dem im preussischen Heere, inwelchem er als Oberst-Lieutenant bei der Artillerie angestellt wurde.Im Jahre 1804 ernannten ihn Se. Majestät zum General-Quartiermei-ster-Lieutenant. Von seinem Eintritte in das preussische Heer biszum Ausbruche des Feldzuges von 1806 verwendete der Oberst-Lieu-tenant v. S. seine Zeit ganz ausschliesslich auf den Unterricht in derKriegskunst. Den Feldzug des Jahres 1806 machte er anfänglich alsChef des Generalstabes des kommandirenden Generals, Herzog vonBraunschweig, mit, und wurde in der Schlacht bei Auerstädt in derlinken Seite verwundet. In Lübeck wurde der Oberst v. S. gefangengenommen, er hatte sich dem Rückzüge des damaligen General-Lieu-tenants v. Blücher angeschlossen, in Folge der Kapitulation verschallteihm General Blücher die Freiheit wieder (durch Auswechselung). Se.