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Suppl. 1 = 5 (1842)
Seite
309
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Liechtenstein.

Li echten stern, die Freiherren und Herren von.

Sie stammen ursprünglich von den Dynasten von Weinsperg ah,und sind also durch diese gleicher Abkunft mit den Herzögen v. Urs-lingen und den Herren v. Kapollstein. Friedrich, Engelhards Freiherrnv. Weinsperg und Luitgards Schenkin v. Limburg Sohn begleitete nochals Jüngling den Kaiser Otto IV , als er die longobardische Krone erhielt.Als dieser Kaiser späterhin mit dem damaligen römischen Bischof In-nocenz III. kämpfte, leistete ihm Friedrich in den dortigen schwerenKriegen die vortrefflichsten Dienste und hielt bei ihm bis nach derunglücklichen Schlacht bei Bovines aus, in welcher er sich besondersauszeichnete. Nachher kehrte er aber in seine Heimath zurück, undvermählte sich im Jahre 1224 mit Hildegarde v. Lichtstock-Liechlen-haim. Als Kaiser Friedrich aus Italien zurückkam, ersuchte ihnFriedrich um die Bewilligung, seiner Gattin Wappen annehmen zudürfen, welches ihm der Kaiser auch mit einiger Veränderung er-laubte: und nach selben seinen Namen durch DiplomUlm am Mon-tag vor 111. Fangratz Tag nach der Geburt Christi 1226" in Liechten-stein veränderte. Friedrich v. L., der Stammvater des Geschlechtes,starb zu Heilbronn im Jahre 1269. Sein Sohn, Friedrich II. v. L. warein tapferer Kriegsheld zu Land und zu Wasser. Kr vermählte sichim Oriente und hatte mehrere Söhne, von denen der älteste, Andreasv. L., im Jahre 1342 als Bischof bekannt wurde. Balduin v. L., derzweite Sohn Friedrichs II., pflanzte seinen Stamm mit mehreren Söh-nen fort, unter ihnen war Andreas v. L., der sich im Treffen beiMühldorf auszeichnete, und Friedrich III. v. L., der sich nach Schwa-ben begab und 1390 in Preussen starb. Er hinterliess mehrere Söhne,von denen Conrad v. L. Gross-Comthur des deutschen Ordens wurde.Von seinen Enkeln starb Friedrich v. L., wieder ein Vater von meh-reren Söhnen im Jahre 1560 zu Breslau. In Frankreich undEngland waren Vettern durch geleistete Dienste zu hohen Ehren, unddurch Vermählungen zu Gütern gelangt, namentlich in Fingland unterEduard VI. Karl Eduard v. L., der am Hofe Kaiser Ludwigs vonBaiern lebte, hatte sich mit Gertrude v. See(eld vermählt und ebenifalls mehrere Sühne erzeugt, unter andern Johann III. v. L., der nachlangen Keisen nach Breslau kam. Ludwig v. L. erhielt vom KaiserKarl V. im Jahre 1542 eine Erneuerung seines Adels und Veimehrungseines Wappens. Er war Oberst der Reiterei und starb 1574. SeinSohn, Christoph Caspar v. L., erhielt im Jahre 15S4 abermals einErneuerungsdiplom seines alten Adels, und den Löwen, der bisherals Schildhalter gedient hatte, zum Helmschmucke des Wappens; erstarb als churfiirstlicher Kath und Oberptleger zu Stadt am Hof. Erhinterliess drei Söhne, Johann Georg, Johann Christoph und FranzV. L., die vom Churdürsten Maximilian von Baiern laut Diplom vom1. März 1638 in den Freiherrenstand erhoben wurden. Bei dieserGelegenheit erhielten sie das unten beschriebene freiherrliche Wappen.Von den Brüdern pflanzte der älteste, Johann Georg v. L., seineuStamm wieder mit mehreren Söhnen fort, von ihnen begab sich FranzPeter Freiherr v. L., nachdem er in bairischen, und später in pol-nisch-sächsischen Diensten gestanden, nach Eisenstadt in Ungarn, woer sich mit Susanne v. Rommer vermählte. Aus dieser Ehe wurdeJohann Freiherr v. L. 1747 vor Genua erschossen. Ein anderer Sohn,Matthias Joseph Freiherr v. L., geb. 1736, machte den Krieg in derkaiserlichen Armee mit und vermählte sich mit Anna Huber v. Hu-bersberg. Aus dieser Ehe war Joseph Marius Freiherr v. L., geb.den 12. Jan. 1765. Er wurde in Wien erzogen und erwarb sich hierdurch seine Vorliebe zu den Wissenschaften die schätzbaren Kennt-