Gorowski. 45
Leichenrede, welche neben dem Kurzen Nekrolog die Gemüther man-cher Anwesenden mit den bittersten Vorwürfen hätte treffen müssen,wenn sie anders zu rühren waren. Wir aber schliessen diesen Arti-kel statt aller eigenen, besondern Raisonnements mit den Schlusswor-ten der Inschrift, welche auf Befehl des Königs dem Denkmal überder Gruft des Verstorbenen in der Kirche zu Bornstädt eingeschriebenwaren: „Jacob Paul, Freiherr von Gundling, welcher von allen, die ihngekannt haben, wegen seiner Gelehrsamkeit, bewundert, wegen seinerRechtlichkeit gepriesen, wegen seines Umganges geliebt, und wegenseines Todes beklagt worden."
Diese wenigen, der Wahrheit abgelauschten Worte versöhnen dieMahnen des früh Gestorbenen nicht nur mit seinem Missgeschick, son-dern geben auf wahrhaft königliche Weise seinem Stande die Achtung,die er demselben während seines Lebens, bei seinem Mangel und derdrückendsten Noth, die ihn oft zur Entsagung von allem Guten undzur Entwürdigung seiner selbst zwangen, nicht immer verschallen odererhalten konnte, wieder.
Gurowski, die Grafen von, B. IL S. 304.
Diese altadlige Familie, Iheils im Königreich Polen, fheils imGrossherzogthum Posen begütert und ansässig, bat, wie rvir auch inunserm Artikel angegeben haben, ein Schachbret im Wappen wie diePiitzwitz (Prettwitz, Brettwitz) und auch dieselbe Tradition der Erlan-gung desselben. Im Jahre 1103 liess sich einer der Ahnherren derjelzt gräflichen Familie in Grosspolen nieder, er lebte mit seiner Gemahlin,einer Grälin v. Bergen, am Hofe König Boleslaw III., und soll deut-scher Abstammung gewesen sein. Viele Ritter aus diesem Hausefochten mit grosser Tapferkeit gegen den deutschen Orden und seineAnsprüche. Das Ansehen des Hauses sank, als es sich dem Arianeranschloss, und es stieg wieder unter der Regierung Johann Sobieski.Mehrere Garowski's waren Generäle, Landboten, Senatoren und Kastel-lane. Wladislaus war Grossmarschall von Litthauen, Alexander Käm-merer von Grosspolen, und Raphael Senator, Kastellan von Posen.Letzterer war ein Haupt der Patrioten im Schutze I'reussens. Er war derin unserm Artikel in den Grafenstand erhobene G., und starb als 9ljäh—riger Greis auf seinem Gute Allendorf. Er halte eine Tochter undzwei Söhne hinterlassen. Nepnmuh starb zeitig und Wladislaw ver-mählte sich mit der Tochter des Generals von Bischoffswerder. SeinAntheil an der polnischen Insurrection (1799) zog die Scheidung undfür den Grafen einen Festungsarrest in Glogau und Spandau nach sich.Er vermählte sich nachmals mit einer von Cilecka. Die Tochter hatsich im Jahre 1814 mit dem damaligen kaiserl. russ. Oberst, jetzigenGeneraladjutant und Generallieutenant und Stallmeister Br. v. Friedrichsvermählt. Die heute lebenden Mitglieder der gräflichen Familie sind dieKinder und Enkel aus des im Jahre 1818 auf seinen Gütern bei Ka-iisch gestorbenen Grafen Wladislaw zweiter Ehe. Graf Adant Gu-rowski , geboren 1805, vermählt im Jahre 1828 mit Theresia vonZbiyewska (vorher Stiftsdame in Warschau), starb im Jahre 1832.
Kinder:
1) Gräfin Wladislaiva.
2) Graf Melchior VI.
Geschwister:
1) Graf Nkolaus, geb. den 27. Novbr. 1806, Herr auf Wischyna bei
Konin im Königreiche Polen.