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4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
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44 Gundling,

und sich dadurch einen goldenen Schatz erworben, solchen auchnachgehends, aller Welt zur stupendon Admiralion durch den Drucköffentlich mitgetheilt und dargelegt habe." Zwischen diesen beidenFeldern lindet sich im neunten Fache der Schwanz von einem schwar-zen Adler, im silbernen Felde,um die Hoffnung eines, in aller Un-schuld begründeten glücklichen Endes auszudrücken." Den ganzenSchild deckt eine goldene, an den Extremitäten mit grossen schotti-schen Perlen gezierte freiherrliche Zackenkrone, über welcher einblau angelaufener, roth ausgeschlagener und mit einem goldenen Kleinodbehängter, olfener Turnierhelm sich zeigt, auf dem drei weisse Strauss-federn und drei über denselben ausgebreitete Pfauenschwän'ze, in ihrengewöhnlichen Farben stolziren. Die Helmdeoken sind zur RechtenGold, Roth, Silber und Schwarz, zur Linken Silber, Blau, Gold undGrün. Der Schild ruhet auf einem blauen Piedestal, dem die Worte:et meritis impar" mit goldenen Buchstaben eingegraben sind. ZurSchildhalterin ist Pallas in ihren Feierkleidern, Helm, Spiess-undSchild mit der Eule gesetzt,um dadurch, wie in einem kurzen Be-griff', die weit und breit geschollene Gelehrsamkeit, scharfsinnigen Witz,fast übermenschliche Weisheit und tiefe Penetration, wie nächtliches,dem Studiren gewidmetes, auch zwar anfänglich in dicker Finsternissbefangenes, doch bald hernach in ein helles und angenehmes Lichtsich verwandelndes Wachen und Lucrubiren des unvergleichlichen Frei-herrn v. Gundling der gelahrten Welt vorzubilden." Dazu erhieltGundling, um dem Diplome Vollständigkeit zu geben, das PrädicatWohlgeboren" in allen Amlssachen;Hochwohlgeboren" inussle erdagegen in Privatsachen genannt werden, und diese Bestimmungen wur-den mit einer Strafe von 200 Mark löthigen Silbers verpönt.

Friedrich Wilhelm I. hatte auch die Kammerherrnwürde als unnü-tliig abgeschafft, und dies war ein Grund, im Jahre 1720 Gundling mitdem Kammerherrnschlüssel zu begnadigen, den er stets bei sich tra-gen musste. Dieser Umstand veranlasste aber neue Missfälle , dennwährend er einmal in einem Weinkeller in tiefen Schlaf verfiel, mach-ten sich zwei Olliciere den Spass, ihm seinen Kammerherrnschlüsselabzuschneiden und denselben dem Könige zu überbringen, welcher denfolgenden Tag, als Gundling seinen Kammerherrnschlüssel nicht vor-zeigen konnte, diesem mit einer harten Strafe drohte, sie aber dahinermässigte, dass er nunmehr einen colossalen hölzernen Schlüssel amblauen Bande auf der Brust tragen musste. Als Gundling seinen Schlüs-sel nach acht Tagen wieder erhielt, liess er denselben mit einemstarken Draht an den Rockschoss heften.

Unter allen diesen Leiden verfasste G. eine Menge Schriften,welche entweder der König seihst drucken liess, oder zu deren Druck-kosten diejenigen OlTiciere verurtheilt wurden, welche ihm im Tabalts-collegium zu arg mitgespielt hatten. Für seine Arbeit fand er jedochnie einen Lohn. Glücklicher Weise zeigten sich fremde Monarchenerkenntlicher. Für eine Schrift, die er unter dem TitelImperialia" demKaiser Carl VI. gewidmet hatte, erhielt er dessen Portrait, mit Dia-manien besetzt, an goldener Kette, tausend Thaler an Werth, und alser dem Könige August von Polen bei seiner Anwesenheit in Berlin imJahre 1728 einige seiner Schriften überreichte, machte ihm derselbeein Geschenk von 140 Stück Species-Ducaten.

Es war indessen kein Wunder, dass Gundling den Ausschweifun-gen eben so wenig, als seinen Anstrengungen am Schreibtische auflange Zeit die Spitze nicht bieten konnte. Er erlag ihnen schon am11. April 1731 und starb auf seinem Zimmer, im königl. Palais zuPotsdam. Selbst bei seinem Tode blieb der Spott des Tabakscolle-giums nicht stumm. Sein Nachfolger, Professor Fassmann, hielt die