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4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
43
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Gundling. 4-3

und wenn er seiner Sinne nicht mehr mächtig war, so behandelte manihn mit dem ungezügeltsten Uebermulh. Man heftete ihm allerhandFiguren von Ochsen, Eseln und Alfen ans Kleid, oder gar ins Gesicht;oder wenn er im Winter zu Wusterhausen über die Schlossbrücke nachHause taumelte, wurde er, an Händen und Füssen gebunden, in denzugefrorenen Schlossgraben herabgelassen, in welchem er einige Male,da seinen Peinigern das Seil aus den Händen glitt, herabstürzte, dasEis durchbrach und nur mit Mühe dem Ertrinken entkam. Oefterswurde ihm die Thüre seines Schlafzimmers zugemauert, oder jungeBären, die ihm übel mitspielten, in sein Bett gelegt. Als seine Ge-sundheit hierdurch sichtlich zu Grunde gerichtet wurde, unterbliebenzwar diese gefährlichen Spässe, dafür aber schickte man die boshaf-testen Inserate zur Entstellung seines guten Namens, den er bis dahinin der gelehrten Welt behauptet hatte, und über seine Persönlichkeitan ausländische Zeitungen, die Gundling dann im Tabakscollegimnvorzutragen gezwungen wurde. Noch war ihm ein schwacher "liestseiner gesunden Vernunft geblieben, welcher ihn das Schreckliche sei-ner Lage erkennen Hess, und er versuchte derselben durch die Fluchtzu entkommen. Er Höh zu seinem Bruder, dem Professor Gundling inHalle, wo ihn aber der König einholen Hess, und ihn mit der Strafeder Desertion bedrohte. Darüber gerieth Gundling in Tiefsinn, und dieTabaksgesellschaft befürchtete, ihr bestes Mitglied zu verlieren, wes-halb sie bcschloss, dass der ganze Rath sich sofort feierlich zu Gund-ling begeben, dort rauchen und trinken und ihm die ungemessenstenLobsprüche ertheilen sollte. Auf diese Weise wurde Gundling wiedergewonnen, und indem seiner Eitelkeit geschmeichelt worden war, setzteer sich neuem Spott und Hohn aus. Zwar gab ihm der König eineZulage von eintausend Thalern Gehalt, doch, um das Geschenk nichtohne einen satirischen Beigeschmack zu lassen, erhob er ihn, mit derAnciennität von sechzehn Ahnen väterlicher und mütterlicher Seils, inden Freiherrnstand. Es wurde ihm demgemäss ein Wappen bestimmt,dessen Beschreibung uns in der Urkunde, die über diesen Vorgang am25. September 1724 aufgenommen wurde, enthalten ist. Dasselbe hattenämlich einen dreifach gelheilten Schild, dessen erster und dritterBalken zweimal, der zweite dreimal gespalten, der unterste dagegen,welcher grün und mit silbernen Zieratben versehen war, frei gebliebenist, damit in demselben die etwa noch zu erwartenden Verdienste desFreiherrn eine sinnbildliche Anerkennung finden könnten. Im erstenSchilde prangen eine goldene Grafenkrone im blauen Felde, um damitanzuzeigen, dass der Freiherr v. Gundling schon längst verdient hätte,zu dieser Ehre erhoben zu werden. Das zweite Fach war mit einemschwarzen Adlerkopf und Hals im silbernen Felde geziert, womit ge-sagt sein sollte,dass die so oft und vielfältig hervorgetretene Eru-dilion des Freiherrn v. Gundling sich doch stets im Felde der Sau-berkeit erhallen habe," der grüne Lorbeerkranz im dritten Felde vonGold war ein Bild seiner wissenschaftlichen Siege; ein schwarzerFlügel im silbernen Felde, welcher das vierte und siebente Fach ein-nahm, stellte dar, dass, wenn der Ruhm von dergleichen Siegen biszur späten Nachwelt auf den Flügeln der Fama fortgeführt werdensollte, solches nicht anders, als durch in Schwarz getauchte Federnund in weissen Federn geschehen und prästirt werden könnte. Dasfünfte Fach führte drei rothe Pfähle im silbernen Felde, die Stützendes Ruhmes von Gundlings Hause; das sechste Fach enthielt neun gol-dene Rauten, dreimal im blauen Felde, über deren Ursprung die Er-linder selbst nicht im Klaren waren; im achten und zehnten Feldebefand sich ein rother, mit goldenen Krallen bewall'neter Greif, alsBUd,dass derErhabcnc in der Gelehrsamkeit rechts und links gegriffen,