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4 (1842) P - Z
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42 Gundling.

inzwischen gemacht halte, die Augen des Königs auf diesen geleitet,der nach und nach mit fast zu verschwenderischer lland ihm Titel,Würden und Aemter ertheilte, denen Gundling durch seine Persönlich-keit das Ansehen und die Achtung, welche sie in der That nicht mehrhalten, zu geben wusste, welche aber zugleich ihrem Träger unsäglicheLeiden, herben Gram und bittere Verspottung verursachten. Der Königmachte ihn nämlich zum Vorleser für seine Abendgesellschaften, denener nicht nur als ein leicht verständliches wandelndes Lexikon, sondernauch zur anderweitigen Unterhaltung und zum Gelächter diente. Beiseiner dcrangirlen Lage fand Gundling sich in diese Bedingungen undwurde demnach zum Hofrath und Zeitungsreferenten ernannt, undmusste den König überall begleiten, wohin derselbe seinem Vergnügennachging. G. erwarb sich anfangs durch den Ruf seiner Kenntnisse unddie nicht abzuweisende Herrschaft seines Kopfes in den Unterhaltungs-angelegenhciten die Achtung des Königs, und die Uebrigcn wagtennicht, bei ihrer eigenen Unwissenheit, jenen zu reizen. Später aber setzteman G. in den Abendgesellschaften weidlich durch Trinken zu, dasser sich seiner selbst nicht mehr bewusst blieb, worauf er auf das Ent-setzlichste gernisshandelt und mit den rohesten Spässen überhäuftwurde. Auf der andern Seite wurde er vom Könige mit allen Wür-den, die er für überflüssigen Prunk hielt und damals ohne alle Bedeu-tung waren, bekleidet. Am 3. November 1717 wurde er in aller Formzum Ceremonienmeister ernannt, und der König schenkte ihm den An-zug, welchen der verabschiedete Ceremonienmeister Besser bei demKrönungsfeste getragen hatte. In diesem reichgalonirten Anzüge Hessihn der König in Lebensgrösse, von Alfen und Hasen, als seinen At-tributen umgeben, abmalen, und das Bild wurde in den königl. Zim-mern in Potsdam aufgehängt. Ein anderes, von des Königs eigenerHand gemaltes Bild stellte ihn als Policinell dar. Auch musste er, alssein Gallakleid bald abgenutzt war, eine Interimskleidung von braunemTuch, mit silbernen Borten, wie die Charlatane tragen, anziehen. Gundlingwurde zum Präses der Akademie der Wissenschaften mit zweihundertThalern Gehalt ernannt. Indess erhielt sich dieser noch stets eine Artvon Achtung, und viele Schriftsteller jener Zeit sprachen von seinemEinflttss, durch den er nicht Wenigen Gnadenbezeugungen und Ehren-slcllen verschallte. Daher linden wir ihn im Adresskalender 1720 nichtnur als Ceremonienmeister und Präsident der königl. Societät derWissenschaften, sondern auch als Geheimen-Oberappellationsralh, Kriegs-und Hofkammerrath, Hof- und Kammergerichtsrath und Historiographenaufgeführt. Er hatte Sitz und Stimme im Kammergericht, im Appella-tionsgericht, in dem Generallinanzdirectorium und Generalcommissariats-collegium. Dass aber viele Chargen unter den Verdiensten Gundlingsauch der beissenden Laune anzurechnen sind, beweisen mehrere Cabi-netsordres, z. B. die vom 19. Februar 1818 an den Staatsminister v.Kameke , welche sich auf Gundlings Vorschlag über die Anpflanzungvon Maulbeerbäumen bezog und so lautete:soll er den Ceremonien-meister feierlich in das Finanzdirectorium einführen, ihn cum voto ses-sionis anstellen, und ihm das Departement aller seidenen Würmer imganzen Lande übertragen." Eine andere Cabinetsordre befiehlt dieAnpflanzung der Kirchhöfe mit Maulbeerbäumen, und überweist denerzielten Ertrag dem Oberceremonienmeister, der auch unterm 27. Fe-bruar 1718 von dem Obermarschall von Pring eine in aller Form Rech-tens abgefasste Erbverschreibung darüber erhielt.

Inzwischen hörte das Tabakscollegium nicht auf, den Hartbedräng-ten auf das Aergstc zu verhöhnen, um sich an seinen Qualen zu wei-den. Seine Trunksucht steigerte sich zu einem so hohen Grade, dasser nach der Tafel die Neige aus den Gläsern und Bouleillen ausleerte,