Tipjiclskircli.'
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Im Jahre 1497 wird [In dem Zuge des Hochmeisters Johann vonTiefen gegen die Türken ein Ewald Dippelskirch als Truchsess auf-geführt. In demselben Jahre legte Rudolph v. Tippeiskirch, welcheroberster Trappirer und Comtlmr zu Kein in Preussen war, den deut-schen Orden ab, und vermählte sich mit Fräulein v. Haudring, des-sen Descendenz die jetzt noch lebenden Glieder der Familie v. Tip-pelskirch sind.
Dieser Rudolph v. Tippeiskirch erwarb 1516 das Dorf Wilkendorfbei Rastenburg, und spätere Glieder dieser Familie besassen nach undnach den Hof Sepoten, das Dorf Isakeim im Amte Brandenburg undFrimnau im Tapiauschen Gebiet, sowie die Dörfer Sunditten, Eiser-wangen, Wesskeim, Dambrofken, Bamlen und mehrere einzelne Gü-tertheile. Im vorigen Jahrhunderte waren die Güter Prasniken, Gör-ken, Prowehnen, Pellen und Wilknitt u. s. w. Besitzungen dieses Hauses.
Sigismund Albrecht v. Tippeiskirch, im Jahre 1746 preussischerCapitain, war Erblierr auf Prasnicken. In seiner Ehe mit Louisede la Palm zeugte er einen Sohn, Sigismund Emst, Lieutenant imReg. v. Sydow, vermählt mit einer Kalau v. Hofen. Dieser hatte einenSohn, Johann Sigismund Ernst v. T., welcher zur Zeit des siebenjäh-rigen Krieges, bei Anwesenheit der Russen, heimlich aus Preussenging, und in die Armee des Königs trat, aus welcher er nach demFrieden als Capitain im Regimente Herzog v. Bevern den gesuchtenAbschied erhielt, und sein Gut Görken annahm. Er war vermähltmit Juliane v. Werner, aus dem Geschlechte der Werner v. Olselen,und zeugte mehrere Söhne und Töchter.
Der älteste Sohn, Karl v. T., der 1827 auf seinem Gute Koszar-ken starb , war im Kriege 1815 Major uud Commandeur des kurmär-kischen Landwehrregiments und focht in den Schlachten von Lignyund Wavre. Derselbe war vermählt mit einer Tochter des Generalsv. Schulz, welcher Chef eines Husarenregiments war; ein Sohn des -selben ist jetzt Assessor beim Oberlandesgericht in Königsberg.
Der zweite Sohn, Ernst v. T., ist der jetzige Generallieutenantund Commandant von Berlin, dem das Glück zu Theil wurde, in al-len Kriegen, die Preussen seit Anfang 1794, wo er in den Dienst trat,führte, mit zu fechten, und in den Schlachten bei Ligny, Belle-Allianceschon als General zu commandiren. Er ist seit 1812 mit ErnestinePascha, Tochter eines Rentiers aus Königsberg, vermählt, aus welcherEhe ein Sohn und vier Töchter leben.
Der jüngste Sohn, Wilhelm v. T., erwarb sich schon 1794 beimSturme von Warschau die goldene Verdienstmedaille, und starb 1812als Capitain und Commandant von Tilsit in Folge der Krankheitenwelche der Rückzug der französischen Armee aus Russland mit sichführte. Er war mit einem Fräulein v. Maltiz, die als Wittwe nach-her den Landesdirector v. Morstein heirathete, vermählt; aus dieserEhe sind zwei Söhne Offiziere in der Armee.
Die beiden Schwestern dieser drei Brüder sind vermählt, die äl-teste, Henriette, mit einem Major v. Pannewitz, jetzt Wittwe; die jün-gere, Julie, schon verstorben, war vermählt mit dem Capitain v. Kno-belsdorff.
Von einem Bruder des Sigismund Albrocht v. T., Georg Ernst v. T.,der 1753 starb, welcher Major im Regimente Holstein, Erbherr aufWillgethen, und zum drittenmale mit Helena Juliane v. Schafi'städtvermählt war, stammt ein anderer Zweig, der jetzt noch lebendenFamilie v. T., ab, wovon der Oberst August Ludwig v. T., der mitKaroline v. Koller verheirathet gewesen, der Aelteste dieses Zweigesist und mehrere Söhne hat, die aUe in der Armee dienen,v. Zedlitz Adels-Lex. IV. 31