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4 (1842) P - Z
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Wcrnsdorff.

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Frankreich, 1673 anf der Friedensverhandlung zu Cöln und 1679 aufdem Frieden zu Niinwegen als kurpfälzischer Abgesandter. Im letztenJahre ward er auch Gesandter an die holländischen General - Staaten,den Prinzen von Oranien und den König Karl II. von England, woder Kurfürst von Brandenburg, mit Bewilligung seines bisherigenHerrn, ihn im folgenden Jahre (1688) alsausserordentlicher Envoye"an den König von Frankreich absandte, wo er mit einigen Unterbre-chungen zu Paris bis 1689 blieb. Im Jahre 1684 ward er zu BerlinStaatsminister, 1683 ward er nach England geschickt, um dem KönigJakob II. zur Krönung Glück zu wünschen. Von 1689 bis 1697 warer in Berlin , wo er seine Zeit auf griechische und römische Alter-thümer und auf die Errichtung seiner vortrefflichen Bibliothek ver-wandte, welche letzte Friedrich I. ihm noch bei seinem Leben ab-kaufte. Von 1697 bis 1702 ward er wieder Gesandter in Frankreichund von 1702 bis zu seinem Tode 1710 ausserordentlicher Envoye beider Königin Anna von England zu London. Bei Annahme derKönigskrone von Preussen im Jahre 1701, nach Andern in seinemSterbejahre 1710, erhielt er von Friedrich I. die Freiherrnwürde.Seine 17 in Druck gegebenen Schriften sind in Leu Schweiz. Lex.ausführlich verzeichnet. S. Leu, Schweiz. Lex. XVII. S. 37680.

Wernsdorff, die Herren von.

Diese altadelige Familie stammt ursprünglich aus Schlesien undgehört zu den ältesten schlesischen Geschlechtern; doch war sie auchin Sachsen begütert, woran der Name mehrerer Ortschaften nocherinnert.

Aus einer Reihe ritterlicher Vorfahren, die in den Kreuzzügengekämpft, sind Wolfgang und Diclricli v. Wernsdorff die Letzten,welche das Kreuz nahmen, und mit ihnen wäre das Geschlecht aus-gestorben, wenn nicht die Aufhebung des deutschen Ordens beideKitter, damals Comthure von Neidenburg und Hohenstein, in denweltlichen Stand zurück geführt hätte. Nun vermählte sich Wolfgangv. W. mit Anna v. Breitenbach und wurde Stammvater des in Preus-sen noch blühenden Geschlechts.

Die Urkunden enthalten sprechende Beweise der Huld und desVertrauens, womit Markgraf Albrecht von Brandenburg die Gebrüderv. Wernsdorif auszeichnete , weil sie sich in der vielfach bewegtenZeit der Reformation, der inneren und äusseren Kämpfe getreu undtapfer bewährt, und in wichtigen Sendungen bei Kaiser, Königen undKurfürsten gute Dienste geleistet.

Wolfgang v. W., wirklicher Geheimer Rath und Oberburggraf,Die trich v. W., Hauptmann von Neidenburg', Albrcclit Friedrich v. W.,Hauptmann von Hohenstein, und Friedrich v. W., Hauptmann vonMarienwerder, die gleich ihren Vätern dem erhabenen Herrscherhausenahe standen, erlebten den Schmerz, dasselbe dahinsterben zu sehenund fanden im Dome zu Königsberg neben der Stelle, wo das er-lauchte Geschlecht der Herzoge von Preussen in Frieden ruht, auchihre Ruhestätte.

Unter der glorreichen Regierung der Kurfürsten und Könige vonPreussen haben die Nachkommen Wolfgangs v. W, sich in allen Ver-hältnissen durch treu geleistete Dienste die allerhöchste Zufriedenheiterworben; viele kämpften und bluteten anf dem Felde der Ehre. Ni-holaus v. W. starb in Ungarn, Johann v. W. in Italien und WolfgangQuirin v. W., Oberst im Regimente v. Hellstein, blieb in der Schlachtbei Chotusitz, unter seinen drei Brüdern und drei Söhnen, welche