Grabowski.
393
a) Franz, Lientenant im Regimente v. Kalkreuth, nahm 1807 seinen
Abschied als Capitain und starb als grossherzogl. sächs. Majorund Kammerherr 1836 zu TalFta.
b) August lebt als Major von der Infanterie in der Pension zu Soest
und ist Inhaber des eisernen Kreuzes.
Das Wappen der v. G. ist ein in die Länge getheiltes Schild,rechts im silbernen Felde ein aufrechtstehender Löwe rechts gekehrt,und links im blauen Felde ein goldner halber Mond , in dessen Mitteein goldner Stern. Auf dem Schilde zwei Helme, rechts zwei Biilfel-hörner mit dem goldenen Sterne, links der wachsende goldene Löwe.M. s. Strieders hess. Gelehrt. Geschichte, Bd. 4. S. 334.
Grabowski, die Herren von. B. II. S. 274.
Ein altadeliges Geschlecht in Westpreussen und Posen. Die Ge-nealogie derjenigen Familien, welche in der, zu früherer Zeit demKönigreiche Polen gehörenden Provinz „Polnisch Pommern" ge-nannt ansässig waren, ist durch die Zeit und verschiedene Ereig-nisse sehr verdunkelt worden. Die Kriege, welche die Königevon Polen mit den Kreuzrittern geführt haben, die dadurch entstan-denen Landeszerstörungen, haben die Fainiliendocumente zu bewah-ren schwierig gemacht, und zuletzt beraubte noch der Krieg mit denSchweden im Jahre 1655 und f /O'i die in der Woywodschaft Pom-mern wohnenden adeligen Familien aller alten Doeuinente, da dieSchweden dieselben aus den Grod-Schlössern zu Schlochau, Conitz,Scarschau mit nach Schweden nahmen, wo sich noch solche befinden.Die Procedenz der dort existirenden Familien kann also nur für diefrüheren Zeiten aus den allen Büchern, welche über Heraldik verhan-deln, ausgezogen werden. Die polnischen Schriftsteller und Heraldiker,als Dhigosz, Bielski, Paprocki, Okolski, Niesiecki, Donczewski undAndere haben darüber Notizen gegeben. — Unter den noch im Jahre1300 bekannten Familien waren schon die Namen Gotceni, Grabeniaus dem Besitzthuine der Güter Grabau, welche in dem damaligenSchlochauschen Kreise belegen waren, bekannt. — Die Familie Götzenbesass das Gut Grabau, und für wichtige Dienste, welche eine dersel-ben den Kreuzrittern leistete, wurde Einem derselben im Jahre 1354durch den Hochmeister Knipperode 15 Hillen in dem Dorfe Gotzen-dortf, nahe bei dem Gute Grabau, zu ewigen erblichen Rechten verliehen.Dieses Privilegium befindet sich in dem königl. Geheimen Archive zuKönigsberg. — Aus diesem Grunde nahm die Familie Grabowski denBeinamen Gotzendorfi an. Doch gewöhnlich schreiben sich die Vorfah-ren derselben auf Grabau Grabowski.
Die bekannte Strenge und Tyrannei der Kreuzritter gegen ihreUntergebenen bewog die Gehörenden dieser Familie nach Ungarnauszuwandern, und erst als der König von Polen Jagiello im Jahre14tO gegen die Kreuzritter ins Feld zog, kamen die grabowskischenSprösslinge mit ihren Verwandten dem erwähnten Könige zu Hülfeund nahmen Theil an der Schlacht bei Grunwald, nach welcher diesel-ben für ihre militairischen Thaten mit dem Wappen, welches sie bisheute führen, beehrt wurden. — Dieses wurde auch vielen anderenFamilien verliehen, als der v. Zawisza u.s.w. M. s. Niesiecki, Bd. IV.und Donczewski, Fol. 191. — Dieses Wappen bekam den NamenZbiswicz. — Die Familie kam dadurch auch wieder in den Besitz ih-res Gutes Grabau, das andere Gut aber, Gotzendorf, kam in andereHände, und die Woywodschaft Pommern kehrte wieder zum König-reiche Polen zurück. — Der bekannte älteste dieser Familie, von