Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
390
Einzelbild herunterladen
 

390

Forcade.

de Forcadc, Marquis de Biaix, II. Bd. S. 179.

Diese altadelige Familie stammt ursprünglich aus Spanien, siedeltesich aber später in der ehemaligen Landschaft Bearne, jetzt zum De-partement der niedern Pyrenäen gehörend, an. Ein Glied dieser Fa-milie, Namens Jean Quirin de Forcade, Marquis de Biaix, Urenkeldes königlich französischen Schatzmeisters Charles de Forcade, Mar-quis de Biaix, und der Marie, Marquise de Lonz, Comtesse de San-sons, Enkel des französischen Oberstlieutenants im Regimente Navarra,Philippe de Forcade, Marquis de Biaix und der Charlotte de Nqvail-les, und Sohn des französischen Feldmarschalls Jacques de Forcade,Marquis de Biaix und der Philippine d'Espalungue Baronne d'Arros,kam nach Aufhebung des Edictes von Nantes in die diesseitigen Staa-ten. Im Jahre 109*2 war er Capitain bei der Garde und nach und nachdurchlief er alle Grade, erhielt 17l(j als Oberst das damalige in Ber-lin garnisonirende Infanterieregiment Nr. 23. und starb den 2. Febr.1729 als Generallieutenant, Cominandant von Berlin und Ritter desschwarzen Adlerordens. Mit Juliane, Freiin von Hohnstädt, aus demHause Erdeborn, hatte er einige Kinder. Sein einziger Sohn, Frie-drich Wilhelm Quirin v. Forcade, Marquis de Biaix, gelangte zu gros-sem Kriegsruhme und hohen Ehren. Er war einer der thätigsten undgeschätztesten Offiziere Friedrich IL Schon im ersten schlesischenKriege zeichnete er sich bei mehreren Gelegenheiten aus; allein dieGlanzpunkte seines militairischen Lebens waren das Trelfen bei Sorrund dje Schlacht bei Leuthen. Der König selbst schrieb seiner Tapfer-keit einen Theil des Sieges bei Sorr zu, und belohnte den bei dieserGelegenheit verwundeten Obersten v. F. durch die Erthcilung des Ver-dienstordens, der LandeshauptmannSGhaft von Zinna, einer jährlichenZulage von 600 Thlrn, und einer Domherrnstelle zu llavelberg. Sehrbekannt ist die Thatsache, dass der grosse Monarch, als der Oberstv. F. 1746 bei der Cour auf dem Schlosse, sich seines verwundetenFusses wegen, ans Fenster lehnte, diesem selbst einen Stuhl brachte:Mein lieber Forcade", sagte der unvergessliche König,einem sobraven und würdigen Manne, mnss ich selbst einen Stuhl bringen".1747 verlieh ihm Se. Maj. der König, bei Gelegenheit, als dieser diePathenstelle bei dessen Sohne, Friedrich Heinrich Ferdinand Leopold,anzunehmen geruhet hatte, die Drostei Neuenrade, mit dem Befehle,sie auf den Täufling transferiren zu lassen. 1748 erhielt v. F. alsGeneralmajor das Infanterieregiment Nr. 23., dessen Chef sein Vaterauch gewesen war. Am (0. Febr. 1757 hatte er die Generallieute-nantswürde und nach der Schlacht bei Leuthen den schwarzen Adler-orden erhalten. Nach dem Hubertsburger Frieden machte ihm der Kö-nig ein bedeutendes Geschenk an baarem Gelde und ernannte ihnauch noch zum Chef-Präsidenten des damaligen Collegii sanitatis. Erhatte im siebenjährigen Kriege zuletzt ein besonderes Corps unter demPrinzen Heinrich befehligt.

Er war vermählt mit Marie, Baronne de Monlolieu St. Hippolyte,einer Tochter des sardinischen und preussischen Generals dieses Na-mens, mit welcher er 23. Kinder erzeugte, von denen ihn 11 Kinder,nämlich 4 Söhne und 7 Töchter, überlebten. Sein Tod erfolgte zuBerlin den 27. März 1765. Die hinterlassene Wittwe begnadigte Kö-nig Friedrich II. mit einer jährlichen Pension von 1500 Thlrn. Beidieser Gelegenheit erliess der unsterbliche Monarch nachstehendes huld-volle Cabinetsschreiben an dieselbe:

Ich ergreife den ersten Augenblick meiner Wiederherstellung, umIhnen meine Theilnehmung an Ihren erlittenen Verlust zu beweisen,