Wnuck — Wobeser. 347
— Im Jahre 1806 stand hei dem Regimente Graf Wartenslehen inErfurt der Pr.-Lieutenant v. W., er ging später in bergisclie und kai-serl. russische Dienste und war 1814 Oberst und Brigadier der han-seatischen Legion und ist als belletristischer Schriftsteller unter demNamen Tromlitz der Lesewelt wohl bekannt. Einer seiner Söline istder Hauptmann v. W. im preuss. Generalstabe.
Die v- W. führen im silbernen Schilde zwei gestürzte rothe Spar-ren und auf dem Helme einen roth ausgeschlagenen Fürstenhut, dermit zwei schwarzen, langen Schäften besetzt ist; jeden Schaft zierenfünf silbern und rothe Straussfedern. Die Decken roth und Silber.M. s. auch Chr. Podenstein, Monument, stemmatis et honoris Witzle-biaei. Lips. 1613. v. Uechtritz, Diplom. Nachrichten III. S. 236 — 39.Zedier, 57. S. 2006 — 2031. Gauhe, I. S. 2l5ö u. f.
Wnuck, die Herren von.
Ein adeliges Geschlecht in Hinter-Pommern, das namentlich imLanenburgschen und Biitowschen seit Jahrhunderten begütert ist. Na-mentlich sind Antheile der grossen Dörfer Zeinen und Trzebiatkowseit jener langen Zeit in den Händen der v. Wnuck, und noch in derGegenwart besitzen sie die Antheile A und C von Zemen und denAntheil B von Trzebiatkow. Der letztere Rittersitz ist in den Händender Linie, die sien Wnuck-Lipinski schreibt. In der Armee haben vieleSöhne aus diesem Hause mit Auszeichnung gedient. Gegenwärtigcommandirt der Major, Ritter des Verdienstordens und des eisernenKreuzes v. Wnuck das 3. Bat. des 1. Garde-Landwehrregiments.
Wobeser, die Herren von.
Ein zum poinmerschen Adel gehöriges Geschlecht, das auch vonWobbeser und Wohser geschrieben wird. Teslniv Wobser, der Stamm-vater dieser Familie, lebte um das Jahr 1270. — Jalmh II. v. Wob-ser war Oberhofmarschall in Stettin (1620). In Pommern sind die Gü-ter Wobeser bei Rummelsburg und Missow bei Stolpe alte Lehen desHauses, auch Gohren, Plassow, Dresow u. s. w. bei Stolpe, Holkwi-sche bei Camin u.s.w., in Preussen Ganten, Linckau, Cojeiten u.s.w.,in der Neumark Beilin bei Königsberg, alte Besitzungen der v. Wo-beser. — Heinrich v. W. war 1760 Kammerpräsident. — RallhnsarLudwig v. W. stand 1770 dem Rummelsbutger Kreise als Landrathund Director vor. In der Armee gelangten zu hohem Range GeorgJiogislaw v. Wobser, der als Generallieutenant, Commandant v. Pillau,Ritter des Ordens de la generosite, Herr auf Ganten, Linckau u.s.w.im Jahre 1722 starb. — Joachim Wozislttus v. W., Generalmajor,Landdrost zu Meurs, starb am 14. Juli 1746. Er war ein strenger,die Ordnung liebender Mann. — In neuester Zeit ist ein dritter Ge-neral v. Wobeser, der bis 1806 ein Dragonerregiment als Chef com-mandirte, bekannt geworden. Er nahm einen ehrenvollen Antheil andem Feldzuge 1813, wo er namentlich sich bei Luckau und Dahme(28. Aug. und 7. Sept.) sehr auszeichnete, und starb am 23. April1821. Dieser Letztere v. W. gehörte dem Hause Beilin in der Neu-in ark an.
Die v. W. führen im silbernen Schilde ein grünes breites, obenspitziges Blatt, und auf dem Helme drei silberne Lilien an grünenStengeln. Die Decken silbern und grün. M. s. Siebmaclier, V. S. 72