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298 Vippacli — Yittingliof.
Tipp ach, die Herren von.
Diese adelige Familie stammt aus Thüringen, wo ihr Stammhaus,der Markt Vippacli, liegt, nacli dem sie sich auch Vippacli v. Mark-vippach schreibt. — Siebold v. Vippacli kommt 138;) als Zeuge ineiner, das Kloster Ichtershausen betreifenden Urkunde vor. — Hein-rich Sigismund I. v. V., kais. Oberst, liess sich in Schlesien nieder; ererwarb Schwartau, seine Nachkommen Siegroth, Lampersdorf, Beer-walde, Reisezagel, Tschanswitz u. s. w. Heinrich Sigismund II. starbain 14. Mai 1755 zu polnisch Wartenberg als preuss. Oberst und Chefeines Husarenregiments. Seine Ehe mit Helene Charlotte, Grälin v.Salisch, war kinderlos. Er stammte aus dem Hause Tschanswitz. He-lena Elisabeth v. Vippacli, Erbtochter, brachte Lampersdorf an die v.Thielau.
Siebmacher giebt zwei verschiedene Wappen der v. V., I. S. 119und II. S. '12. Das erste zeigt im schräggetheilten weissen und blauenSchilde zwei Vögel mit den abwechselnden Tincturen; das andere einin sechs Felder zerfallendes Schild. Die Felder 1, 4 und 5 sind roth,die andern weiss, und auf dem Helme roth und weiss geviertete Biif-felhörner. M. s. auch Gaulle, I. S. 1905 u. f. Zedier, 48. S. 1689.Sinapius, II. S. 1085.
Vittingliof, die Freiherren und Herren von.
Das alte Geschlecht der v. Vittingliof, Vittingshofund Vietingshofgehört Kurland und Lielland, Westphalen, Preussen, Sachsen, Mecklen-burg und Schweden an. In Mecklenburg und Sachsen führt die Fa-milie bloss den Namen Vittingliof, in Kurland, Lielland und Westpha-len aber schreibt sie sich Vittingliof, genannt v. Scheel. Im Jahre1680 wurde eine Linie, und 1734 eine andere vom Könige von Däne-mark in den Freiherrnstand erhoben. In der Grafschaft Mark sind dieRittersitze Schellenberg, Schwarzmiihlen und Ripsthorst, ferner Alden-dorf, Alt-Autz alte Güter dieses Hauses. — Aus der mecklenburg-sclien Linie gelangten zwei Brüder zum Generalsrange in der preuss.Armee. Hans Wilhelm, Freili. v. V., war königl. preuss. Kaminer-lierr, mecklenburgscher General, Commandant von Danzig, Herr aufReetz und Fischeln. Er starb am 10. Aug. 1738, und hinterliess vonKatharina Margaretha v. Preen mehrere Söhne; davon wurde Dellof,Freili. v. V., königl. preuss. Generalmajor, Ritter des Ordens pour lemerite, Chef eines Garnisonbat. zu Colberg. Er starb am 1. Juli 1789zu Potsdam. Er war mit Charlotte v. Amstel, Tochter des bei Praggebliebenen Generals v. Amstel, vermählt. Ein jüngerer Bruder Det-lofs v. V., August Wilhelm v. V., wurde ebenfalls 1787 Generalmajorund Chef des I. Departements vom Ober - Kriegs - Collegium , spätererhielt er das Infanterieregiment Nr. 38. in Frankenstein. Er starb1796 als General-Lieutenant und Ritter des grossen rothen Adlerordens.
Die v. V. führen einen mit drei silbernen Muscheln belegten schwar-zen Schrägbalken im Schilde, wodurch dieses in ein silbernes und inein goldenes Feld getheilt wird. Die V., genannt Scheel, führen theilsim silbernen Schilde den schwarzen Schrägbalken mit drei goldenenKugeln, theils aber auch mit drei goldenen Muscheln belegt.