Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

Vitzthum Vogelsang.

299

Vitzthum, die Grafen und Herren von.

Dieses uralte Geschlecht in Sachsen nnd in Schlesien hat mit denv. Eichstedt oder Eckstedt gleiche Abstammung. Von diesem beklei-dete ein Zweig das Amt eines Yicedoms von Erfurt, und legte denTitel Vicedom oder Vitzthum seinem ursprünglichen Namen bei; da-her ist das Geschlecht der Vitzthum v. Eckstedt entstanden. Im 13.Jahrhunderte theilte sich dieses Haus in zwei Linien, in die vonApolda und in die v. Eckstedt. Die erstere starb im Jahre 1631 mitAntun Friedrich Vitzthum v. Eckstedt aus. Aus der letztern wurdeFriedrich v. E., königl. polnischer und kurflirstl. sächsischer Cabinets-minister, am 18. Juli 1711 unter dem kursächsischen Reichsvicariatein den Reichsgrafenstand erhoben. Dieser erste Grat v. Vitzthum bliebam 13. April 1726 in einem Zweikampfe zu Warschau. Seine Nach-kommen , die heutigen Grafen v. V., gehören sämmtlich den königl.sächsischen Staaten an und daher nicht in dieses Lexicon. Nur Lud-wig , Graf v. V., ein Sohn des königl. sächsischen wirkl. GeheimenRaths und Directors der Akademie der Künste, Heinrich, Grafen V.Vitzthum, war königl. preuss. Hauptmann in der Artillerie und Adju-tant des Prinzen August. Er starb am 5. Juli 1833 zu Karlsbad. Da-gegen gehört hierher die adelige Familie v. Vitzthum, von welcher einZweig sich im vorigen Jahrhunderte in Schlesien niedergelassen unddaselbst die Güter Woitzdorf, Armruh, Osselwitz, Seifersdorf u. s. w.erwarb. Diese Güter besessen namentlich die Söhne des Majors a. D.v. V. auf Woitzdorf. Gegenwärtig lebt aus diesem Hause nur nochTheodor Vitzthum v. Eckstädt, Landschaftsdirector, Justizrath a. D.und Herr auf Seifersdorf und Theuderau, und dessen Schwester, dieWittwe des grossherzogl. hessischen ausserordentlichen Gesandten undbevollmächtigten Ministers zu Berlin, Freiherrn Schüler v. Senden.Von der sächsischen Linie steht ein Major V. v. E. im 12. Husaren-regimente, und zwei als Capitains in der Infanterie.

Das ursprüngliche Wappen dieser Familie besteht in einem golde-nen Schilde, in dem zwei rothe Pfähle unter einen silbernen Balkengezogen sind. Auf dem geklönten Helme steht eine goldene Pyramide,darauf ein achteckiger goldener Stern. Zu jeder Seite der Pyramidesind drei Hahnenfedern. Die Decken sind golden und roth.

Vogel, die Herren von.

1) Drei Brüder, Johann Wilhelm Bartholomäus Vogel, Lieutenantnnd Adjutant des Feldartillerie - Corps, Samuel Friedrich Vogel, Lieu-tenant a. D., und Autj. Gottlieh Vogel, kais. russ. Rittmeister, wurdeam 2. Oct. 1786 vom Könige Friedrich Wilhelm II. geadelt.

2) Die v. Vogel in Westphalen, namentlich in der Grafschaft Mark.

Vogelsang, die Herren von.

Eine adelige Familie in Pommern und Mecklenburg, die abergegenwärtig nicht mehr in der erstgenannten Provinz begütert ist.

Stammhaus dieser Familie liegt in dem mecklenburgischen Amteahlden. Sie führt im rothen Schilde drei silberne Singvögel

und auf dem Helme eine rothe Säule, geschmückt mit vier Pfauenfe-dern, und daran sitzt ein Vogel. Die Decken sind roth und silbern.