278
Trützscliler.
Karl Ludwig, Graf v. T--W., starb am 24. April 1738 als Gene-ralmajor und Üompropst zu Havelberg'. Er ist der Erbauer des ehe-maligen Johanniter-, jetzigen Prinz Karischen Palais am Wilhelms-platze zu Berlin.
Friedrich Ludwig , Graf v. T.-W., der Sohn des Vorigen, warGeneralmajor und Chef eines Dragonerregiments, und starb am 29.April 1777.
Kurl Friedrich, Graf v. T.-W., starb am 4. April 1800 als Ge-neralmajor und Chef des 1. Kiirassierregiments.
Das Haupt der Linie Truchsess-Waldburg-Capustigal ist gegen-wärtig Graf Friedrich Ludwig, geb. den 23. Octbr. 1776, Erbherr aufCapustigal, königl. prenss. Generallieutenant (seit 1837), ausserordentl.Gesandter und bevollmächtigter Minister an den Höfen von Turin,Florenz, Parma, Modena und Lucca, früher im Haag. Er ist Witt-wer von Antonie, Prinzessin von Hohenzollern - Hechingen. Aus dieserEhe leben vier Töchter. Noch steht in der Armee der Graf Gebhardv. T.-W. als Rittmeister in Berlin. Graf Ludwig war 1814 k. preuss.Commissär zur Begleitung Napoleons nach Elba.
Die Grafen v. Truchsess - Waldburg preussischer Linie führen einquadrirtes Wappen, mit einem Herzschilde belegt. Im lsten und 4tengoldenen Felde sind drei schwarze laufende Löwen vorgestellt; das2te blaue Feld ist mit einer goldenen Sonne belegt, im 3ten blauenFelde sind drei Tannenzapfen (oben zwei, unten einer) vorgestellt. Dasrothe Herzschild enthält den goldenen Reichsapfel. Das Hauptschildträgt vier Helme. Aus der Krone des rechten wächst ein Tannen-baum, der 2te Helm trägt ein rothes Kissen und darauf den goldenenReichsapfel; der 3te Helm ist mit einem Pfauenschweife und einer gol-denen Fahne, auf der sich die drei schwarzen Löwen wiederholen,besteckt. Auf der Krone des 4ten Helmes steht ein blauer, mit dergoldenen Sonne belegter Adlerflug. Die Helnulecken sind schwarz undgolden.
M. s. auch v. Pappenheim, Chronik der Truclisesse von Waldburgvon ihrem Ursprünge bis auf K. Maximilian II. Ranisch, Abb. vonder erlauchten Grafen v. Waldburg im heiligen römischen Reich Erb-truchsessenamt und Titel, dessen Ursprung und Rechten. Königsberg.1721. Gauhe, I. S. 1921 u. f. Zedier, 52. Bd. S. 1417 — 68.
Trützscliler, die Herren von.
Das alte sächsische Geschlecht der v. Trützscliler zerfiel in zweiHauptäste, nämlich in den, welcher ehemals wieder in die HäuserFalkenstein, Dorfstädt und Ober-Lauterbach sich theilte, und in dender Trützscliler v. Eichelberg auf Stein und Leime bei Zwickau. Derletztere ist im Jahre 1632 ausgegangen und seine Güter sind an dieGrafen v. Schönburg gekommen. In Beziehung auf die diesseitigenLänder gehören folgende Nachrichten aus der Geschichte des alten vor-nehmen Geschlechts hierher:
Johann Georg v. T. war kurfürstl. brandenburg. Oberstlieutenantund wohnte als Volontair dem Entsätze von Wien im Jahre 1683 bei.Er erhielt später von dem Könige Sobiesky von Polen , unter dessenAugen er sich ausgezeichnet hatte, das lndigenat und die Kammer-herrnwiirde, und blieb als kursächsischer Oberstlieutenant am 4. Sept.1685 bei Calmada auf Morea in einem Treffen gegen die Türken. —Ein Neife desselben, Julius Ferdinand v. T., war königl. polnischerund kurfürstl. sächsischer Oberstallineisler, Generalmajor von der Ca-vallerie, Herr auf Falkenstein, Miildberg und Ober-Lauterbach. Erwar mit einer Freiin v. Zedlitz und Wilkau, Wittwe des in der Schlacht