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Stosclu
genommen zu haben. Diese ersten Stosch in Sclilesien hatten ihr Erb-hegräbniss in der Klosterkirche zu Heinrichau. Im 1-1. Jahrhunderteblühten drei Linien dieses Geschlechts, eine in Oberschlesien, zwei inNiederschlesien. Die erstere, die S. zu Kaunitz, erlosch am Endedes 16. Jahrhunderts, obgleich wir noch im 17. Jahrhunderte Mitglie-der dieses Geschlechts finden, die sich Stosch, Freiherren v. Kaunitz,schrieben, wie Otto Heinrich S., Freiherr v. Kaunitz, der um das Jahr1632 Landeshauptmann des Fürstenthums Sagau war. Die niederschle-sischen Linien zerfielen wieder nach ihren Besitzungen in verschiedeneHäuser und Nebenlinien. Von den ältesten Stammhäusern ist Siegrothim Briegschen, und Montschütz im Wohlauischen zu nennen. Das HausMontschütz zerfiel wieder in die Nebenhäuser Gross - Tschirna, Simb-sen, Schwarzati, Wangern, Kinnersdorf, Wandritsch, Kunzendorf, Cou-radsWaldau. Von dem Hause Schwarzau war Kreidelwitz wieder einNebenhaus; es erlosch am 10. Juni 1688 mit Wolf Alexander v. S.,der zu Frankfurt a. M. starb. Das Haus Siegroth im Briegschen scheintebenfalls im vorigen Jahrhunderte erloschen zu sein. Zu demselbengehörte auch das Haus Lorzendorl' im Wohlauischen. — Die heutigenGrafen v. S. sind die Söhne und Enkel des am 1. Juli 1708 vom Kö-nige Friedrich Wilhelm III. in den Grafenstand erhobenen Hans Gött-lich v. S., der am 11. Septbr. 1700 zu Sonnenburg zum Johanniterrit-ter geschlagen worden war, und einer Grälin v. Hoym, Tochter dosverstorbenen Geheimen Staats- und dirigirenden Ministers in Schlesien,Grafen v. Hoym. Von den vier Söhnen aus dieser Ehe starb der äl-teste, Stanislaus, Graf v. S., Herr der Herrschaft Löwen, am 20.Februar 1832; der zweite der Söhne, Geonj , Graf v. S., besitzt dieHerrschaft Manze und ist mit einer Freiin v. Sauermann vermählt;der dritte, Felix, Graf v. S., besitzt Hartau bei Sprottau und ist miteiner Tochter des Generals der Infanterie v. Grolman vermählt. Dervierte, Johann, Graf v. S., Landesältester, besitzt Polnisch-Kessel beiGrimberg. — Im preuss. Heere gelangte Friedrich v. S. zur Würdeeines Generalmajors, Chefs eines Dragonerregiments, Amtshauptmannszu Rhein und Ritter des Ordens pour le merite. Er starb am 9. Fe-bruar 1762.
Das Wappen der v. Stosch zeigt im rothen Schilde zwei weisseSee- oder Wasserblumen, und es besteht über die Erlangung diesesWappens eine amnutliige Familiensage. Ein alter slavischer König kammit seinem Heere an einen breiten Fluss, den man nicht zu über-schreiten wagte. Da stürzte sich einer seiner Obersten kühn mit demPferde hinein, und im Angesichte des Heeres gelangte er glücklich ansandere Ufer und wieder zurück, und brachte von diesem Kitte eineWasserblume mit, die ihm zum ewigen Andenken an seine Herzhaf-tigkeit der König als Wappenbild gab. — Die Freiherren v. S. füh-ren einen rothen Adlerfiügel mit den Wasserblumen belegt, auf demHelme, die Grafen aber eine neunperlige Krone und zwei schwarzeAdler als Schildhalter.
M. s. F. M. v. Stosch, Genealogie des gräflichen und hochadeli-gen Geschlechts der v. Stosch, nebst Geschlechtstafeln und Kupfern.Breslau und Leipzig. 1730. f. 2 Theile. ■— Gauhe, I. S. 1812—lü.J. Sculteti, Geschlechtsregister der alten Linie v. Stosch. 1637. Sinapius,I. S. 943 — 54. II. S. 456—64.
2) Der König Friedrich I. erhob bei seiner Krönung (18. Januar1701) die Brüder Friedrich Wilhelm und Wilhelm Heinrich Stosch, vondenen der eine Geheimer Staatssecretair, der andere Geheimer Käm-merer war, und von welchen der ältere am 20. Aug. 1704, der jün-gere am 20. Mai 1714 starb, in den Adelstand. Aus dem Diplom gehthervor, dass diese Erhebung sich auf die Abstammung dieser bei-