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Stille

Stillfried.

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Stille, die Herren von.

Der Kurfürst Friedrich III., nachmaliger König Friedrich I.. adelteals souv. Herzog' in l'reussen am 14. Mai 1090 den Geh. Kammerrath,l'ost- und Salzaintsdirector Conrad Jlarllwld Stille zu Havelberg. Erwar auch Dechant an der Domkirche zu Havelberg. Von seinen Nach-kommen gelangte Ulrich Christoph v. S. zur Würde eines königl. prenss.Generallieutenants, Chefs eines Infanterieregiments, Commandantenzu Magdeburg (gest. den 9. Decbr. 1728), und Christoph Ludwig v. S.starb am 19. Octbr. 1752 als Generalmajor, Chef eines Kürassierre-giments, Amtshauptmann zu Himmelstädt und Cartzig, Curator derAkademie der Wissenschaften zu Berlin.

Stillfried, die Grafen und Freiherren von.

Ein uraltes und vornehmes Geschlecht, welches, wie die erlosche-nen Grafen v. l'roskau von Stoymir, Herren zu Bellin, abstammt. Krverliess sein Vaterland und ging nach Oesterreich, übersetzte hier dasböhmische Wort Stoymir in Stillfried, nannte sich von da an so undpflanzte seinen Stamm fort. Urkundlich erscheint zuerst im Jahre1272 Conrad v. S. auf der gleichnamigen Burg in Unterösterreich. DerErste dieses Namens, welcher nach Schlesien kam, war Georg v. Still-fried, der sich mit der Erbtochter eines v. Dohna vermählte, und da-durch die Güter Neurode, Wahlitz, Volpersdorf, Hausdorf, Kunzen-dorf, Ludwigsdorf, Königswalde und Steinau, sämmtlicli in der Graf-schaft Glaz gelegen, in der Mitte des 15. Jahrhunderts erwarb.Heinrich v. S. war im Jahre 1582 Landeshauptmannschaftsverwalter inder Grafschaft Glaz. Bernhard , Freiherr v. S., starb 1702 als kö-nigl. Mann-Rechtsbeisitzer dieser Landschaft, nachdem ei im JahreltiSO in den Banner- oder alten Herrenstand des Königreichs Böhmenaufgenommen worden war. Dieselbe Würde bekleidete sein SohnRaymund, Freiherr v. S. und Rattonitz, der 1720 slarb. Ein En-kel Bernhards, .Joseph I., Freiherr auf Neurode und Lissa, zeugte mitMaria Anna, Reichsgrälin v. Salburg, mehrere Sühne, die verschie-dene Linien in Oesterreich und in den diesseitigen Staaten bildeten.Der dritte Sohn Josephs I., Michael, königl. preuss. Oberst, Herr derHerrschaften Hückers, Tscherbeney, Ebersdorf' und Schnallenstein, warder erste AUodialbesitzer von Neurode, und hinterliess einen Sohn,Namens Joseph II. Er war königl. preuss. Hauptmann und Kammer-herr, Erbherr der Herrschaften Neurode, Ludwigsdorf und Tscherbe-ney in der Grafschaft Glaz, Nachod und Altenbuch in Böhmen, undder Güter Bankau, Falkenau und Striegendorf in Schlesien; er wurdeam 18. Septbr. 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben und am 24.Mai 1794 preuss. Graf. Sein Tod erfolgte am 23. Mai 1805. Seinemit Elisabeth, Grälin Götzen, erzeugten Kinder und seine Enkel bil-den gegenwärtig das grälliche Haus Stillfried-Rattonitz, dessen HauptGraf Ludwig, geb. den 6. Juni 1790, königl. preuss. Major im 38. In-fanterieregimente, und vermählt mit Luise, Freiin v. Thermo, ausdem Hause Lipten, ist. Friedrich, Freiherr v. S. auf Neurode undRückers, war im Jahre 1S06 Kammerherr und Landschaftsdirector.Rudolph, Freiherr v. S. auf Leipe bei Jauer, hat sich durch meh-rere genealogische und historische Arbeiten auf das rühmlichstebekannt gemacht. Er ist seit dem Jahre 1833 königl. preuss. Kam-merherr. Ein v. S. besitzt in Pommern das Gut Vellin im KreiseSchlawe.