Schweinitz.
hunderts war diese merkwürdige Burg, eine der weitläufigsten in Schle-sien, ziemlich erhalten. Im Jahre 1351 erkaufte Heinrich v. S. dasGut Wychenow im Frankensteiuschen. — Ein anderer, Heinrich v. S.,war im Jahre 1572 fürstlicher Rath und Hofmeister des Herzogs Hein-rich XI. zu Liegnitz. Seine Geschichte, die Falliten und Abenteuerauf Reisen und am Hofe seines Herzogs, hat der Professor Biischingdurch eine anziehende Erzählung in Erinnerung gebracht. — Im Jahre1Ö77 starb Hans v. S., welcher der erste kaiserl. Landeshauptmannwar, nachdem dieses Fiirstenthum an das deutsche Kaiserhaus fiel. —Im Jahre 1720 war Hans v. S., königl. preuss. Kammerherr, Johanni-territter und Landesältester im Fiirstenthume Wohlau. — Die v. S.zerfielen in die Häuser Kolbnitz, Mertschiitz u. s. w. Ausserdem sindGr. und Kl. Gadron im Liegnitzischen, Diirjentsch, Kahlasche, Kurtsch,im Breslauischen n. s. w. alte Besitzungen dieser Familie. Später er-warben Zweige derselben auch die Güter Töpliwoda bei Nimptscli,Rosen bei Strehlen, Wiesenthal bei Hirschberg. Noch gegenwärtig istTöpliwoda in den Händen der Familie. Ferdinand v. S. auf Töpliwodawar Landesältester der miinsterberg-glazer Fürstenthumslandschaft.Ein Sohn desselben ist der jetzige Besitzer. — Ein v. S. ist Kreis-steuereinnehmer zu Militsch.
Die v. S. führen im rotlien Schilde ein silbernes Schwein. Das-selbe wiederholt sich verkürzt auf dem Helme. Die Helmdecken sindsilbern und roth. Siebmacher, I. S. 52.
Schweinitz, die Grafen, Freiherren und Herren von.
Sie gehören zu denjenigen Geschlechtern, wie die Zedlitz n. s. w.,welche mit der heiligen Hedwig aus dem Herzogthmne Meraii nacliSchlesien gekommen, und uralter Abkunft sind. Sämmtliche jetzt le-bende Mitglieder der Familie stammen aus dem Hause Schwenz undSeifersdorf. Bis gegen die Mitte des IG. Jahrhunderts schrieben siesich v. Schwenz, und erst seit dieser Zeit v. Schweinitz. — Jiaslkav. Schwentz war um das Jahr 1345 Hof- und Landschöppe zu Lieg-nitz, und Frans Schwenz im Jahre 14*0 herzogl. liegnitzischer Rathund Hofrichter. — Im Jahre 1554 war Melchior v. Schweinitz Burg-graf zu Liegnitz. — Die y . S. theilten sich in die Häuser Seifersdorf,Petersdorf mit den Linien Tscheplau, Gr. Kriechen, Polschihlern,Pirschwitz und Andersdorf, Müldredlitz, Kutscheborwitz, Klische,Wiltsch, Jennowitz, Pilgramsdorf u. s. w. Ausser diesen Stammgüternbesessen sie Helle, Wirtsch, Donin, Tintz, Johnsdorf, Langenwalde,Liebenau, Stelzenberg, Kroitsch, Crain, Kauder, Roin, Schmochmitz,Reischmannsdorf im Liegnitzischen u. s. w. — Später erwarben sieauch die Herrschaft Niebusch, Dieban, Stephansdorf, Berghof, Alt-raiulen, Nieder-Adelsdorf, Braunau. David v. S. auf Seifersdorf undPetersdorf, fürstl. liegnitzischer Rath und Landesältester, hat sich umdie Geschichte seiner Familie sehr verdient gemacht, indem er imJahre Ififil eine Genealogie desselben herausgab. Hans Christoph v. S.auf Tscheplau, geb. 1084, wurde in den Reichsfreiherrnstand erhohen.Sein Haus erhielt am 6. Novbr. 1741, das Haus Crain am 13. Septbr.1748 die preuss. Grafenwürde, und am 2. Juni 1797 wurde auch derFreiherr Schweinitz, genannt v. Schlichting, in den Grafenstand erho-ben. — Den gräflichen Linien gehört noch gegenwärtig die Fidei-commisslienschaft Dieban bei Steinau, Niebusch bei Freystadt, Ober-em! Nieder - Hausdorf bei Bolkenliayn, Stephansdorf bei Neumarkt,Berghof bei Schweidnitz. Das Haus Schweinitz-Schlichring besitzt oderbesass die saltschützer Güter bei Guhrau. Die Erbin aus diesem Hause