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Puttlitz.
Dieses Manuscript befindet sich auf der königl. Bihliotliek zu Ber-lin, woselbst unter mehreren andern vorzüglich die handschriftlicheSammlung von Familien - Nachrichten des Ordensraths König demFreunde dieser Familie eine reiche Ausbeute liefert. Hellbacli ru-bricirt die Familie in seinem Adelslexikon pag. 405 unter ,, Gans vonPutlitz" jedoch mit Unrecht, denn die Familie von Putlitz steht mitder Familie zu Puttlitz in gar keinem verwandtschaftlichen Bande, esist vielmehr die oben angegebene Titulatur die allein richtige. Kswurde nämlich am 11. Febr. 1115 in der Schlacht bei VVelphholtz derGraf Gebhard von Mansfeld (geb. 1103) von seinem Vetter, dem da-maligen Herzoge Lothar von Sachsen (nachherigem deutschen Kaiser)gefangen genommen und am Hofe erzogen, woselbst er sich die Liebeund Gunst des Kaisers in so hohem Grade erwarb, dass er sich stetsin seiner nächsten Umgebung befand, und ihn auf Reisen, sowiein Kriegen, begleitete. Nachdem am 24. August 1124 Lothar von denReichsständen zu Mainz zum Kaiser erwählt und zwei Jahre daraufzu Aachen gekrönt worden war, überzog er im Jahre 1127 die Wen-den mit Krieg und vertrieb deren König Primislaus (der in der Taufeden Namen Heinrich angenommen hat) aus dem Lande an der Havelund aus der Priegnitz. Um den Wenden, welche auf Mecklenburgund ihre entfernteren Besitzungen beschränkt waren, einen dauerndenWiderstand zu leisten, ernannte der Kaiser Lothar seinen Vetter, denGrafen Gebhard von Mansfeld 1127 zu einem Herrn zu Pnttlitz, nach-dem sich Gebhard bereits gegen die wendischen Fürsten Premiste,Nicloten und Subemas verdient gemacht hatte. Der Kaiser verliehihm den Beinamen Gans, den Titel Kdler Herr (weil die Grafen vonMansfeld den Titel: „Kdle Herrn von Helltrungen" führten) und alsWappen eine silberne, gekrönte, Biegende Gans im rothen Felde. Krbelehnte auf dem Reichstage zu Bardowieck hierauf den eingesetztenGebhard tho (zu) Pottelist oder Pollyst (Puttlitz) ordentlich, begnadigteihn mit dem Stücke Landes, welches um die Stadt Puttlitz fr'ii-herhin zum Theil die Prizaner Wenden, zum Theil die Lingonerbewohnten, und verlieh ihm die Landeshoheit in seiner Herrschaft.Als unmittelbare Reichsstände verliehen die Ganse Kdle Herren zuPuttlitz mehreren Städten Privilegien und Stadtrechte, sie schlössenBündnisse mit den Markgrafen und Kurfürsten zu Brandenburg, mitdem Grafen von Schwerin (Mecklenburg), mit dem Könige von Dä-nemark , und schrieben sich in den desfalsigen Urkunden: „ Wir etc.(Gebhard, Johannes') Gans von Gottes Gnaden Herr zu Puttlitz u. s. w."
Sie erweiterten im Laufe der Zeit ihre Herrschaft bedeutend, in-dem der Sohn des Gebhard zu Puttlitz, Johann I., die Stadt Perlebergund die Baronie Wittenberge acquirirte, und im Jahre 1215 vom KaiserOtto IV. mit dem Klbzoll zu Wittenberge belehnt wurde Von dieserZeit ab nannte sich die Familie in den von ihr ausgestellten Urkun-den nicht immer zu Puttlitz, sondern in den Fällen, wo die Urkundeeine ihrer andern Besitzungen betrifft, gebrauchte sie die Anfangs-worte: „Wir etc. Gans von Gottes Gnaden Herr zu Perleberg, oderzu Wittenberge u.s.w., oder Wir Von Gottes Barmherzigkeit Johannes,genannt Gans Herr zu Perleberg u. s. w. "
Im Jahre 1231 lundirte Johannes II. das Kloster Marienfiiess ander Stepnitz, welches von seinen Nachfolgern demnächst reichlich do-tirt wurde und noch jetzt besteht. Der Senior der jetzt blühendenFamilie zu Puttlitz ist Patron dieses Klosters; demselben steht dieConlirmation der die Substanz des Klosters betreffenden Verträge zu,ihm gebührt die Erhebung des Stättegeldes der daselbst zu Markteziehenden Krämer, und er übt endlich die Jagd auf den zum Klostergehörigen Feldmarken aus.