Freyberg. 193
liegende poln. Weisteritz ist. — llans Freund war im Jahre 1390 einangesehener Cavalier der Herzogin Agnes von Schweidnitz. — liineLinie schrieb sich auch Freund und Neudeck, nach einem in derNähe von Polkwitz bei Glogau gelegenen Orte. — Grcyorius vonFreund war ein angesehener Rathsherr zu Schweidnitz. Kr starbam 17. Juli 15.02. Sein kostbares Grabmal von Alabaster wird in derPfarrkirche zu Schweidnitz gezeigt. Es war für seine Zeit ein Kunst-werk. Freund ab Avis usrpie de repiiblica Svidnicensi optime ineri-tus. — Im 17. Jahrhunderte soll diese Familie ausgegangen sein; nachAndern war schon Johann Freund auf Weisteritz, der am 15. Novbr.1596 starb, der Letzte seines Geschlechtes. Wenigstens starb er kin-derlos, nnd seine Wittwe, die 1599 gestorben ist, wurde die Besitze-rin der Güter. — Sie führten ein gespaltenes Schild, dessen Vorder-tlieil schwarz und darin eine goldene Lilie war; das Hintertheit rothund darin ein weisser aufgerichteter Löwe. Auf dem gekrönten Helmewar ein roth gekleidetes Mannsbild, unten abgekürzt, zwischen zweiFlügeln, deren vorderer unten weiss, oben roth, der hintere untenschwarz, oben gelb war, dargestellt. Die vorderen Ilelindecken wa-ren gelb und schwarz, die hinteren weiss und roth. Sinapius beschreibtdieses Wappen IL S. 628, und Siebmacher giebt es II. S.50. v. Krohneerwähnt I. S. 310 einer ebenfalls Schlesien ungehörigen Familie, diesich Freund v. Sternfeld geschrieben hat. v. Hellbach weist ihr dasWappen zu, das wir ohen bei der Familie Fr. und poln. Weisteritzbeschrieben haben. Merkwürdig ist es, dass die sclilesische Familiev. F. fast dieselben Wappenbilder hat, welche die schwäbischen Frey-burg (m. s. d. Art.) führen. — Noch bemerken wir, dass bis zumJahre 1804 in dem Ingenieurcorps ein Generalmajor und Brigadier derFestungen in Oberschlesien v. Freund stand, der aus Pommern ge-bürtig war, von dem wir nicht anzugeben vermögen, ob er mit eineroder der andern angeführten Familie in Beziehung stand.
Frcylicrg, die Freiherren und Herren von.
Von den zahlreichen Familien dieses Namens, die zum Theil schonlange den Freiherrnstand besitzen, gehört eigentlich keine unmittel-bar Preussen an, sondern sie sind in Graubiindten entsprungen, undItaben sielt später in Schwaben, Baiern, Kärnthen und Tyrol nieder-gelassen und verbreitet. Die lreiherrl. Familie erbaute schon im Jahre809 ihr Stammschloss bei Chur in Graubiindten und zerfiel im 12. Jahr-hunderte in die Achtstädtische und in die Asstedtische Linie. Ausserden schon angegebenen Provinzen wurden auch Franken, Sachsen,Mecklenburg und die Anhaltschen Länder der Aufenthalt verschiedenerZweige. Von diesen Letzteren sind Abkommen im preuss. Dienste ge-wesen , und noch in der Gegenwart. In dem Regiment König vonBaiern Dragoner stand ein Capitain v. Freyberg, der im Jahre 1825als Obristlieutenant im Pensionsstande gestorben ist. — Ein andererv. F., der als Cornet bei dem Regiment Garde du Corps gestandenhatte, war 1828 Rittmeister im 3. Bataillon des 20. Landwehr-Regi-ments. Er nahm im Jahre 1833 seinen Abschied mit Beibehaltung derUniform des Regiments Garde du Corps. — Ein Lieutenant v. F.steht gegenwärtig im Garde-Husarenregiment, ein anderer bei dem20. Landwehr-Regiment. — Eine Linie schrieb sich Freiherren Frey-berg zu Justingen und Opfingen. Siebmacher giebt verschiedene Wap-pen dieser Familie, namentlich das ursprüngliche, V. S. 16. Es istein blaues Schild, in welchem auf einem dreihügeligen Berge ein gol-dener Löwe steht; er hält in seiner linken Pranke einen spitzen blauenv. Zedlitz Adels-Lex. 11. 13