von der Altstadt getrennt, und nördlich durch den gemauerten !Stirnsaal des Torrente eingeschlossen. Die Straßen, welche mit '15 bis 2V Fuß im Umfang haltende Steine gepflastert sind,haben eine gleiche ansehnliche Breite (von 6 Klaftern), und "kreuzen sich in lauter geraden Richtungen, in welchen die Grup-pen der Häuser wie Schachfelder durchschnitten dastehen. Wohl-stand, Geschmack und Prachtliebe ist hier abwechselnd an allen iGebäuden sichtbar und hier ist auch der Sitz der wohlhabendstenHandelshäuser.
Die vorzüglichsten Plätze dieses Stadttheils sind: Der schöne,wen» auch dreieckige und nicht sehr große Börseplatz, in derMitte der Atadt und nur einige Schritte vom Hafen gelegen(auf demselben steht eine Fontäne mit einer marmornen Neptuns-gruppe und der Erzstatue Leopolds I. auf einer 24 Fuß hohenMarmorsäule); der Rothebrückenplatz mit einer schönen Fon-täne, nahe am großen Canal, worüber hier eine in der Mittethcilbare Brücke führt; der St. Antoniplatz, in dessen Mittedie gleichnamige Kirche steht; der St. Johannisplatz, wo diePassage zur Franzcnsvorstadt und nach dem Hundsberg oderdem Bosket geht; der Holzplatz, an dem einen Ende der vondem Börseplatz auslaufenden Corsostraße (mit reichen Galan-terieläden, Kunsthandlungen ic.), von beträchtlicher Ausdehnung,mit einem schönen neuen Brunnen geziert; der Fuhrmannsplatzund der Mauthplatz, von ansehnlicher, regelmäßiger Größe,wo die Kaufmannsgüter auf- und abgeladen werden.
Das vorzüglichste Gebäude dieses Stadtthcils, sowie über-haupt von ganz Trieft ist die Börse, aus dem Börseplatz, einMeisterstück des italienischen Architekten Mollari aus Maceratta.Bier ungeheure dorische Säulen treten aus der mit sechs kolos-salen Statuen (dem Vulcan und der Asia von Banto, derAmerika von Bosa, der Europa, Afrika und dem Merkur vonFontana) geschmückten Faeade hervor, und ein schönes großesPortal führt in die untere, auf 20 dorischen Säulen ruhende,große Halle, wo die Handelsgeschäfte in bestimmten Stundenabgeschlossen werden und wobei sich auch ein großes Kaffeehausbefindet. Auf einer 3 Fuß breiten Diagonale des steinernenFußbodens der Halle ist eine Mittagslinie in verschiedenen Far-ben für die 12 Monate an beiderseitigem Rande sehr genaueingeschnittcn und der jedesmalige Monatstag wird von derSonne durch eine kleine Oeffnung im rechten Winkel des Saalsbeleuchtet. Dieses Kunststück wurde von dem Mathematiker undUhrmacher Sebastianati, nach dem Muster eines gleichen inMessina, verfertigt. Von der Halle gelangt man über dieTreppe in den mit Mosaik belegten und von Scola Prächtigausgemalten Saal, welcher den ganzen Vorderthcil des Gebäu-des im ersten Stocke einnimmt. Das Gewölbe desselben ruhtauf 20 korinthischen Säulen, welche an drei Seiten durchGallericn unterbrochen sind. Das Deckengemälde stellt KaiserKarl VI. vor, wie er unter einem Zelte, umgeben von einemgroßen Gefolge, den Stadtdeputirten die Urkunde von der Er-hebung Tricsts zu einem Freihafen übcrgicbt. Die übrigen fünfStockwerke enthalten das Easino, die Arbeitszimmer für dieBörsebcamtcn, die Comptoirs der Versicherungs-Gesellschaf-ten :c. Eine reizende Aussicht über den Hafen in das Meergenießt man von der mit Kupfer gedeckten Terasse, welche aufvier dorischen Säulen ruht.
Die übrigen merkwürdigen öffentlichen Gebäude der Neu-stadt sind: Das große Zollhaus, die Post, die Schiffsbauwerft,die schönen Kirchen der orientalischen und illprischen Griechen-gemeinden und die neue schöne Pfarrkirche zum heiligen Anton,am Ende des großen Canals, von Mobile, dem Erbauer desBurgthors in Wien, aufgeführt und mit Cigeanis Kreutzigungund einer vortrefflichen Copie von Coreggio's Nacht geschmückt.Von Privatgebäuden verdienen das Haus des Demetrius Car-ciotti in der Canalgasse, mit Statuen von Bosa, das von Lud-wig Chiozza mit den gewölbten dreifachen Laubgängen, sowiedem Gebäude des schweizerischen Consuls Griot, mit dem präch-tigen Portale nächst der Antonskirche, eine ehrenvolle Erwähnung.
Südöstlich schließt sich die Josephsstadt an die Altstadtan. Ihre breiten, nach dem Gestade von St. Andreas führen-den, Straßen sind mit geschmackvollen Gebäuden besetzt. Sieenthält das Kloster der armenischen Mönche vom Orden desheiligen Abtes Anton (sonst Mechätaristen genannt) mit ihrerarmenischen Druckerei, die Kirche des ehemaligen Minoriten-klosters und das alte Sanitätögebäude. Der größte Theil desGrundes dieser Gegend wurde mit unermeßlichen Kosten undhydraulischem Kunstfleiß, dem Meere abgewonnen und später alsdie Neustadt bebaut; weßhalb hier auch die Küste eine ganzgerade Linie bildet. Die Nähe des Ufers der Landungs- undAuslandungsplätze, des Hafenamtes und der Sanität machendiesen Theil der Stadt äußerst lebhaft und für die Handlungbequem. Von öffentlichen Plätzen ist hier besonders der freund-liche Leipzigerplatz sehcnswerth, der 50 Klafter lang und mitBäumen besetzt ist. Am Ende der Josephsstadt liegen das Carls-Lazareth, das Arsenal und die Bäder. Auf der Spitze desThercsienmolo, welcher vom Lazarcth ansläuft, steht seit 1833ein Leuchtthurm von 106 Fuß Höhe und mit einem Lichtkegelvon 42 Oellampcn, welcher drei Meilen weit sichtbar ist.
Die Brücke nächst dem Chiozza'schcn Gebäude, an welchemsich die, aus den beiden Thälern vorbciströmenden Bäche ver-einigen, führt aus der Neustadt in die Franzensvorstadt,welche sich aus ehemaligen Gärten und Feldern in symetrischerEintheilung nach und nach erhoben hat und im Ganzen durch11 Brücken über den Torrento mit der Theresienstadt verbundenist. Die Fahrstraße und der Fußweg nach dem beliebten Bosketunterhalten hier eine frohe Lebhaftigkeit. Außer der benachbartengroßen Militärkaserne, dem neuen großen Civil- und Militärspitale und dem Vcrpflegungsamte, dem Tagstheatcr, (teatronnovo), welches nach dem Muster der Scala von Selva erbautist, hat diese Vorstadt noch manche andere hübsche Werke derneueren Baukunst aufzuweisen.
Der Hasen von Trieft bietet dem Schiffer eine freie,(offene), weder durch Inseln noch Felsen und Sandbänken er-schwerte Einfahrt dar, und hat eine für die größten Kriegsschiffehinreichende Tiefe, doch ist derselbe noch nicht vollendet, indemdie einzelnen abgesonderten Dämme, die ins Meer hinausgebautsind, den Hafen keineswegs schließen. Der linke Arm des Ha-fens, der Molo di Santa Thercsa, ist vollkommen ausgebaut,und gilt für ein Meisterwerk der italienischen Baukunst. Esist ein sich ins Meer krümmender Stcindamm, mit einem Walleund einem kleinen Fort zur Abwehrung feindlicher Schiffe. Ersichert die Fahrzeuge gegen die südwestlichen Stürme, bietet aber