des Belvederes daselbst bilden; aber die unzerstörbare Fülleder Wunderwerke einer schöpferischen Natur breitet bier ihreherrlichen Schätze vor den staunenden Augen ihrer Verehreraus. Classische Erinnerungen erwachen an dieser geweihtenStelle an die kräftige Vorzeit, wo Ferdinand von dieser Burgaus sein treues Volk beglückte, wo auch er glücklich war inden Armen seiner holden Philippine. Entzückend ist die Aus-sicht von den Zinnen des Schlosses in das reizende Thal; un-mittelbar vor Augen liegt das hübsche Dorf, das von der be-nachbarten Burg seinen Namen erhielt und dessen nördlichesEnde ein fischreicher See schimmernd bespült; weiterhin er-blickt man die Städte Innsbruck und Hall mit zahlreichenDörfern, Maierhöfen, Feldern, Wiesen und Auen, durchwelche der Jnnstrom seine smaragdene Fluth, bald unter hohenBrückenpfeilern, auf Augenblicke schäumend zertheilt, bald zumweitern und kühnern Laufe vereint und angeschwellt durch diezuströmenden Gewässer der Thäler und Berge, immer stolzerund größer seine weite Laufbahn verfolgt. Majestätisch tau-chen die umliegenden Gebirge ihre zackigen Riescnhäupter indas Blau des Aethers und umkränzen die heitern Stirnen mitden Rosen des früb erwachten Morgenlichtes, oder umstehen in
mondheller Nacht, wie schauerliche Geistergestalten, das schlum-mernde Thal.
Gleich reizend, gleich lohnend sind die übrigen Ausflügevon Innsbruck, unter welchen ich nur vorzugsweise jenen nachAmbras herausgehoben habe, um ein, unstreitig der interessan-testen Bilder, für alle zu geben. Zu jeder Jahreszeit durchüppigen Wachsthum, durch Fülle des Segens, Abwechselungdes Sanftromantischen und Wildpittoresken gleich imposant,gewinnen doch diese herrlichen Thäler mit dem erwachendenFrühling solch unnennbaren Zauber, daß ich mich nicht enthal-ten kann, die Beschreibung desselben von einem unserer begab-testen Dichter hier zum Schlüsse folgen zu lassen: Die Sonnebricht im Frühling über diese reizenden Thäler aus dem Him-mel hervor und tränkt die Erde, dieses alte Kind, mir ihrerStrahlenmilch. Die Berge schauern vor Lust und ihre Schnee-thränen fließen entzückt und gewaltig; es krachen und brechendie Eisdecken der Seen, die Erde schlägt die nach langemSchlummer erfrischten Augen auf, aus ibrem Busen hervorquellen die liebenden Blumen und die klingenden Wälder, diegrünen Paläste der Nachtigallen, die ganze Natur lächelt unddieses Lächeln heißt Frühling.
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