Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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baut, die Einsiedelei des Erzherzogs Maximilian enthaltend.Die Kirche zu den drei Heiligen (Sebastian, Pirmin undRochus) 1612 als Votiv gegen die Pestseuche erbaut. DieKirche und das Kloster der Ursulincrinnen, 1689 gestiftet, miteiner weiblichen Erziehungsanstalt, endlich die Kirche in derVorstadt Mariahilf mit schönen Fresken. Die sehenswürdigstenweltlichen Gebäude der Stadt und Vorstädte sind: Die kaiser-liche Burg, die ursprünglich von Kaiser Maximilian I. 1494erbaut, nach dem großen Brande aber von Maria Theresia1766 in ihrer jetzigen Gestalt hergestellt wurde und in diesereinen imposanten, großartigen Anblick gewährt. Die Zimmerdes zweiten Stockes werden, entsprechend meublirt und verziert,stets für die kaiserliche Familie in Bereitschaft gehalten, wor-unter sich besonders der sogenannte Riesensaal mit dem Pla-fondgemälde von Maulbretsch, dann die schöne, bereits er-wähnte Capelle, welche die Kaiserin Maria Theresia aus demZimmer errichten ließ, in welchem ihr Gemahl, KaiserFranz I., starb, auszeichnen. Vor der Burg steht die vonHeinrich Reichart 1628 gegossene Bronce-Statue des Erzher-zogs Leopold V., Bruders des Kaisers Ferdinand II. DasUniversitätsgebäude, ein langes, schönes Gebäude, 15611571erbaut. Das goldene Dachgebäude auf dem schönen und ge-räumigen Stadtplatze, dessen Ansicht wir unsern Lesern in einerschön gezeichneten und gestochenen Platte vorlegen. Das Ge-bäude war ursprünglich die Residenz des Erzherzogs Frie-drich IV., genannt mit der leeren Tasche, von ihm um dasJahr 1425 erbaut und von ihm mit dem vergoldeten Dacheauf den gegen den Stadtplatz vorspringenden Erker, den wirebenfalls zur Ansicht beigcben, nach der Wiedereinsetzung inseine Länder und der Aufhebung der gegen ihn zu Eostnitzausgesprochenen Reichsacht, geziert ward, vermuthlich zumBeweis, wie wenig ihm der zur Zeit der Noth beigegebeneName passe. Sein Sohn, Sigmund der Münzreiche, erweitertedas begonnene Werk seines Vaters und Kaiser Maximilian I.erneuerte den Bau und ließ insbesondere den gedachten Erkernach^dem damals herrschenden Geschmack verschönern. DieTriumphpforte, wurde 1765 zu Ehren der Ankunft der Kai-serin Maria Theresia mit ihrem Gemahle Franz I. und demdamaligen römischen Könige Joseph zur Feier der hier began-genen Vermählung des Großherzogs von Toskana, nachma-ligem Kaiser Leopold II., errichtet. Sie ist mit Statuen undBasreliefs geschmückt. Von der Anna-Säule war schon früherdie Rede. Endlich sind noch sehenswcrth folgende öffentlicheGebäude: das Rcgierungsgebäude, das Landhaus in der Neu-stadt, das Theater, das Rcdoutengcbäude, vor welchem Jo-sephs II. Bildsäule steht, das Rathhaus am Stadtplatz mitdem hohen, im mittelalterlichen Style gebauten Thurme, das

Dicastcrialgebäudc und das Ballhaus. In der Stadt selbstdienen der Hofgarten und der Kronplatz, mit Alleen besetzt, zuSpaziergängen; reizend in jeder Hinsicht aber sind die Umge-bungen von Innsbruck, wo sich das lachendste Gelände mitgiganteskcn Alpcnmassen zu einem zauberischen Ganzen ver-einigen. Die Ausflüge um Innsbruck sind sowohl der ent-zückend schönen Gegend, als auch der wichtigen historischenErinnerungen wegen, die manche derselben bieten, höchst loh-nend und interessant, so z. B. nach dem freundlichen Ambras,über welches noch die segensvollcn Geister Ferdinands undPkilippincns zu schweben scheinen, nach der romantischen Mar-tinswand, in Oesterreichs Geschichte, wie in dessen frommenLegenden hochberühmt einst Zeuge des kühnen HcldenmuthesMaximilians I. und seiner wundergleichcn Rettung, auf denSand nach Passeyr, des patriarchalischen Helden Hofers Gc-burts- und Wohnstätte. Mehrere höchst angenehme Wege füh-ren von Innsbruck aus in zauberisch schöne Gegenden vollSaatgefilde und üppigen Wachsthums; unter diesen zeichnensich besonders zwei nach dem romantischen Schlosse Ambrasführende aus. Der eine lenkt die Schritte auf der schön ge-legenen Straße durch das ebenfalls herrlich gelegene Wiltenan der prachtvollen alterthümlichcn Prämonstratenser-Abtei mitihrer majestätischen Stiftskirche vorüber, längs der freundlichenReihe des schattig bewachsenen Mittelgebirges; der andereführt einen ebenfalls sehr reizenden Weg über Pradl durchdie fruchtbaren Fluren, welche mit den lcichtbcwegten Wogenährenschwercr Kornfelder die schimmernde Straße bespülen.Mehrere im schattigen Grün sich verborgen und treulich hin-ziehende Scitenvfade laden den Wanderer zur ergötzlichenFußrcise, wobei er gern die Hilfsmittel der Bequemlichkeitund des Lurus vermißt, wenn er sich auf den schmalen Feld-wegen bald durch goldene Saaten windet, deren leichtbewegteHäupter ihm neckend den Tritt zu hemmen scheinen, bald hin-eilt durch ein leise wallendes Blumenmeer, von summendenBienen umschwärmt, oder von buntfarbigen Schmetterlingengeküßt; oder wenn er, die brennenden Strahlen der Sonnein der offenen Ebene scheuend, durch den von tausend Sing-vögeln belebten Wald geht, dessen erfrischender Schatten ihnmit freundlicher Dämmerung kühlend umfangen und ihn gleichmajestätischen Vorhallen hingeleiten zu dem merkwürdigenSchlosse, das nur ^ Stunden von der Hauptstadt ent-fernt ist.

Freilich sind die einst hier vorhandenen reichen Kunst-schätze zum größten Theile verschwunden, die vormals die ho-hen Säle der Burg in anziehender Mannigfaltigkeit schmückten,da dieselben bei der ersten bayerischen Besitznahme 1866 nachWien gerettet wurden, und jetzt eine der schönsten Zierden