bis 1363 erbaut, hat ein schönes Portal von Marmor mit Ku-pfer gedeckt; sein Gewölbe ruht auf zehn kolossalen Säulen vonrothem Marmor. Obschon von Außen eben nicht sehr ansehn-lich, bewahrt es ausgezeichnete Kunstdcnkmale und vaterlän-dische Monumente in seinem Innern. Das wichtigste derselbenist das Grabmal des großen ritterlichen Kaisers Maximilian I.In der Mitte auf drei Stufen von roth- und wcißfleckigemMarmor erhebt sich dasselbe in einer Höhe von 6 Schuh2 Zoll, Länge 13 Schuh und 7 Schuh 3 Zoll Breite. Seineoberste Stufe ziert eine schön gearbeitete Einfassung von Me-tall, Trophäen vorstellend. Den Aufsatz bilden drei Abstufun-gen von vielfarbigem Marmor. Zu oberst kniet die von Im-äovico äel vuca aus Erz gegossene Statue des Kaisers invollem Schmucke auf einem Kissen in betender Stellung, vonschön gearbeiteten Attributen umgeben. Die geräumigen Seitendes Monumentes werden durch 16 Pfeiler von schwarzemMarmor abgetheilt und enthalten in doppelten Reihen 24 Ta-feln vom schönsten carrarischen Marmor mit Darstellungen dermerkwürdigsten Thaten und Schicksale des Kaisers, en Basre-lief gearbeitet. Diese Basreliefs sind ein Werk des berühmtenAlexander von Colin und gelten noch immer für Meisterwerkeihrer Art, welchen Ruhm sie auch durch die äußerst zarteund ungemein mühsame Arbeit wohl verdienen, indem bei denSchlachtdarstellungcn z. B. fast jede Lanzenspitze einzeln inbewundernswürdiger Präcision und Feinheit ausgearbeitet ist.Ueber jeder Tafel ist ein länglich viereckiges ^ Schild vonschwarzem Marmor angebracht, der von zwei Genien gehaltenwird, mit weißem Marmor verziert ist und eine der Darstel-lung entsprechende Inschrift enthält. Das ganze Grabmal um-gibt ein eisernes, kunstvoll gearbeitetes Gitter, auf welchemzerstreut die verschiedenen Wappen der österreichischen Besitzun-gen zu sehen sind. Bor Kurzem erschien eine Darstellung die-ses höchst interessanten Denkmals mit allen Basreliefs in meh-reren Blättern und Umrissen. Das Grabmal umgeben in zweiReihen nach der Länge des Schiffes der Kirche 28 kolossaleStatuen von Bronce, die von ausgezeichnetem Kunstwerthesind und folgende hohe Personen aus dem Habsburgischcn Ge-schlechte, besonders von der Verwandtschaft des Kaisers Maxi-milian, dann auch Heroen des Mittelalters vorstellen: I .Chlod-wig (Ludwig) l., König der Franken; 2. Philipp I. von Spa-nien; 3. Rudolph I. (derHabsburger); 4. Albrecht II. (Herzogzu Oesterreich); 5. Theodorich (König der Ostgothen); 6. Ernstden Eisernen (Herzog v. Oesterreich); 7. Theobert (Herzog v.Burgund); 8. Arthur (König d. Brüten); 9. Sigmund (Herzogv. Oesterreich); 1(1. Blanka Maria (Herzogin v. Mailand);II. Margaretha v. Oesterreich; 12. Cimburgis (Ernst v. Oester-reichs Gemahlin); 13. Karl d.Kühne V.Burgund; 14. Philipp
v. Burgund; 13. Johanna v. Spanien; 1«. Ferdinand V. v.Spanien; 17. Kunigunde (Gemahlin Herzog Albrechts vonBayern); 18. Eleonora (K.Friedrichs Gemahlin); 19. Mariavon Burgund; 2(1. Elisabeth (Prinzessin von Ungarn u. Böh-men); 21. Gottfried von Bouillon; 22. Albrecht I. von Oe-sterreich; 23. Friedrich IV. v. Oesterreich; 24. Leopold 111.V.Oesterreich; 25. Rudolph IV. v. Habsbnrg; 26. Leopold IV.von Oesterreich; 27. Friedrich III. von Oesterreich (römischerKaiser und 28. Albrecht (römischer Kaiser). Sie wurden vondem kunstreichen Gregor Löffler mit seinen beiden SöhnenJohann und Elias, dann von den ebenfalls vielberühmtenGießkünstlcrn Stephan, Melchior und Bernhard Godl 1513bis 1535 verfertigt. Vor dem Chöre befinden sich auch noch23 kleinere Statuen, Heilige beiderlei Geschlechtes vorstellend,ebenfalls kunstreich aus Erz gegossen, bei welchen nur zu be-dauern ist, daß sie nach dem Verhältniß ihrer Größe demAuge des Beobachters zu hoch gestellt sind. Roch sind in die-ser Kirche höchst bemerkenswert!): das Grabmal des tyrolischenHelden Andreas Edlen von Hofer, dessen Gebeine, wie be-reits erwähnt, den 22. Februar 1823 feierlich hier beigesetztwurden, mit dessen schönem Standbilde aus carrarischem Mar-mor von Professor Johann Schall er und einem vortrefflichgearbeiteten Basrelief aus gleichem Materiale von Directortälicber, dann in der sogenannten silbernen Capelle die Grab-mäler des Erzherzogs Ferdinand II. und seiner geliebtenGemahlin Philipp ine Weiser mit ihrer schönen liegendenStatue von weißem Marmor, welche beide Monumente eben-falls Werke Eolins sind. In dieser Capelle befindet sich aucheine kleine hölzerne, kunstvoll gearbeitete Orgel, welche PapstJulius II. dem Erzherzoge Ferdinand verehrte. Die übrigenKirchen sind: Die Stadtpfarrkirchc zu St. Jakob, be-reits 1(127 gestiftet, 1724 in schönem und edlen Geschmackeneu aufgebaut. Sie enthält einen prächtigen Hochaltar unddas Grabmal des Erzherzogs Maximilian, Hoch- und Deutsch-meister und erwählter König von Polen, durch 18 JahreRegent der vorderösterreichischen Lande. Die Dreifältig-keitskirche, 1571 gestiftet, 1646 aber erst vollendet, müschönen Gemälden, Schnitzwerken und der Fürstengruft, inwelcher mehrere Glieder des österreichisch - HabsburgischenStammes ruhen. Die Kirche zum Johann von Nepomuck,1735 vollendet, mit schönen Fresken. Die Spitalkirchc zumheil. Geist, 1567 gestiftet, mit dem städtischen Gottesackerverbunden, der zwei Capellen und mehrere sehenswerthe Denk-male, unter andern Colins, von ihm selbst verfertigt, enthält.Die Kirche und das Kloster der Serviten, 1614 bis 1616erbaut und von Innen und Außen sehr geschmackvoll ver-ziert. Die Kirche und daS Kloster der Kapuziner, 1593 er-