xium nvbMuiu auf, wodurch, und besonders auch durch dieVersetzung des Appellationsgerichtes von hier nach Klagcnfurt,die Stadt Vieles von ihrer bisherigen Eelebrität wieder verlor.Kaiser Leopold II. verlegte jedoch das Appellationsgericht wie-der hierher zurück und bald darauf fand auch die Umwandlungdes Lyceums in eine Universität neuerdings Statt. Mit demBeginnen des großen Kampfes gegen Frankreichs Uebermachthatte Tyrol und Innsbruck Vieles zu leiden, namentlich 1797und 1799. 1801 rückten zuerst feindliche Truppen, nach ab-geschlossenem Waffenstillstand, bedingungsweise in Innsbruckein, das sie jedoch nach abgeschlossenem Lüneviller Friedenwieder verließen. Während der Kriegsunruben des verhäng-nißvollen Jabres 1805 aber zeigte sich die Gefahr drohender.Den 13. Octobcr Nachts riefen die Töne der Sturmglocke unddas Wirbeln der Trommeln die Bewohner der Hauptstadt ge-gen die heranrückenden Feinde unter die Waffen. Der Land-sturm wurde allenthalben aufgeboten. Der Landesgouverncurentfernte sich mit den Kassen. Der in Tyrol commandirendeErzherzog Johann mußte sich mit den kaiserlichen Truppen vorder Uebcrmacht zurückziehen; bereits den 5. November rücktedas feindliche Eorps unter Marschall Ney in Innsbruck ein.1806 wurde Tyrol in Gemäßheit des Prcßburger Friedens anBayern übergeben. Sogleich wurde die bisherige Verwaltungund Gcrichtspflege anders organisirt, viele alten Einrichtungenwurden aufgeboben. Den I. Mai 1808 wurde die tyrolischeLandschaft aufgelöst. Im folgenden Jahre hatte Tyrol nochbärtere Prüfungen auszustehen, entwickelte aber dabei einenEnthusiasmus für sein altes Herrscherhaus, welcher unver-gänglich in der Geschichte strahlt. Schon den 12. April griffdas Landvolk um Innsbruck unter Anführung des biedernSandwirthes^, Andreas Ho scr, zu den Waffen und drangin die offene Stadt, wo die bayerische Besatzung die Waffenstrecken mußte. Die kaiserlichen Truppen rückten bald daraufin Innsbruck ein. Zwar siegle die beranrückende bayerischeArmee den 14. Mai bei Wörgl und besetzte den 19. neuerdingsdie Hauptstadt; aber schon den 29. griffen die Landsturm-massen, von österreichischen Hilfscolonnen unterstützt, neuerdingsdie bayerische Armee in der Gegend des Berges Jsel an undzwangen sie, nach Innsbruck zurückzuweichen. Den 30. Maizogen die Bayern in der Stille der Nacht ab und marschirtcnzur großen Armee nach Deutschland. Verstärkt kamen sie den30. Juli wieder nach Innsbruck zurück, drei Lager von 24,000Mann umzingelten die Stadt. Das zweite Mal war der BergJsel eine blutige Stätte des Kampfes; die Bayern wurdenmit großem Verluste zum Rückzüge genöthigt und räumten den15. August Innsbruck völlig. Hofcr zog nun siegreich in dieStadt und übernabm die Verwaltung und Vertbeidiguug des
Landes unter dem Titel eines Obercommandantcn von Tyrol.Allein bald drang die bayerische Armee auf niedreren Punktendes Unterinnthalcs in Tyrol ein, und besetzte den 25. Oktoberzum dritten Male die Hauptstadt. Die Tyroler hatten indessenneuerdings auf dem Berge Jsel ihre gesummten Strcitkräftezusammengezogen und eine feste Position genommen. Den1. November begann die Schlacht. Heiß und blutig war derentscheidende Tag, endlich siegte jedoch die wohlbercchneteTactik der bayerischen Truppen; das ganze Land fiel wiederin feindliche Gewalt, Hofcr mußte flüchtig werden und fielbald darauf, ein Opfer der Rache des erbitterten Feindes.Seine Gebeine wurden von Mantua feierlich nach Innsbruckübertragen und in der Domkirche beigesetzt, wo ihm ein pracht-volles Monument errichtet wurde. Tyrol und Innsbruck aberblieben bis 1814 in feindlichem Besitz, in welchem Jahre siejedoch durch die Siege der verbündeten Armeen wieder demtreugeliebtcn Herrscherhause anheim fielen, von welchemLand und Stadt bis auf den heutigen Tag die größten Be-weise der väterlichen Gesinnungen erhielt. 1826 ward dieunter der bayerischen Regierung neuerdings in ein Lyceumverwandelte Universität aufs Neue zu ihrem alten Range mitdem Bcfugniß erhoben, Doctoren der Philosophie und derRechtsgelehrsamkeit creiren zu dürfen.
Als Hauptstadt ist Innsbruck der Sitz der Landcsbehör-den, nämlich des Gubcrniums und des Appellationsgerichtesfür Tyrol und Vorarlberg, des Stadt- und Landrechtcs, derCameralgefällenvcrwaltung, der Polizeidirection, des Militär-commando's ?c. An wissenschaftlichen Bildungsanstaltcn befin-den sich hier: die Universität, mit welcher eine Bibliothek, einbotanischer Garten und ein schenswcrthes physikalisches Eabinetverbunden sind, welch' letzteres unter andern Merkwürdigkeitendie astronomische Ubr des kunstreichen Augustiners, P. Aureliusa 8t. Daniel«; aufbewabrt, die 19 Zeiger hat, sieben Stückespielt, die Stunden schlägt ic. Das Gymnasium, 1603 er-richtet, ein Nationalinstitut, Ferdinandeum genannt (1822 ge-stiftet), mit erheblichen Sammlungen vaterländischer Natur-nnd Kunstproducte, seit Kurzem auch mit einer technischenSammlung vermehrt. Die Normal-Hauptschule. Die bereitserwähnte Theresianische Stiftung für junge Edelleute, eineMädchenschule der Ursulinerinnen, ein adeliges weltliches Da-menstift, dessen Schutzfrau gegenwärtig die Kaiserin-Mutterist, ein Musikverein und mehrere Humanitäts- und Straf-anstalten.
In geistlicher Beziehung gehört Innsbruck zur Diöcese desBisthums örircn und hat eilf Kirchen und drei Klöster. Dievorzüglichste Kirche ist jene zum heil. Lrcuz, auch Hof-,Dom. oder Franziskanrrkirche genannt. Sie wurde 1553