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j)adtn, auchBaden-Badcn genannt, eivitas anrelia aquen8isder Römer und gegen 600 Jahre die Residenz der Markgrafenvon Baden, liegt in einem reizenden Thale des Schwarzwaldes,am kleinen Flusse Oes (hier Oelbach genannt). Die Stadtzieht sich zum Theil einen Hügel hinauf, dem die berühmtenHeilquellen entströmen und auf dessen Fläche das neue Schloßsteht. Die umliegenden Berge, unter denen der Stauscn oderMerkuriusberg als der höchste hervorragt, sind meist mit Na-delholz bewachsen, die Vorhügel zum Theil mit Eichen undBuchen, zum Theil mit Reben oder Frnchtfeldern angepflanzt.Den Thalgrund füllen meistens liebliche Wiesen, deren HellesGrün einen angenehmen Contrast bildet zu den dunkeln Tan-nen, welche die das Thal einschließenden Höhen bedecken. Amherrlichsten ist der Anblick Abends bei der untergehenden Sonne,etwa von dem Schloßgarten bcrab.
Diese herrliche Lage der Stadt wird durch das mildeKlima erhöht, indem die umliegenden Berge den Andrang derNord- und Ostwinde zurückhalten und die im Schooß der Erdeverborgenen beißen Quellen den Boden erwärmen. Die Stadtmochte in älterer Zeit einen größeren Umfang haben, alleinsie wurde im Orleans'schen Successionskriege (689, gleich denmeisten Städten der Pfalz und der Markgrafschaft, einge-äschert. Gegenwärtig zählt sie 564 Häuser und 4179 Ein-wohner, meist katbolischer Confcssion. Ihre Mauern undThore sind jetzt größtenthcils abgetragen.
Schon von den ersten Zeilen seiner Entstehung an wur-den seine warmen Bäder fortwährend benutzt; erst in neuernZeiten aber hat der Besuch derselben dergestalt zugenommen,daß Baden jetzt zu den besuchtesten Bädern des In- und Aus-landes gehört, indem die Zahl der Badegäste in den letztenJahren bis auf 15000 gestiegen ist. Durch diese immer stär-kere Frequenz der Bäder sind denn auch in neuerer Zeit vieleneue Gebäude aufgeführt worden, die sich zum Theil durchBauart und innere Einrichtung höchst vortheilhaft auszeichnen.
Die so berühmten Heilquellen belaufen sich auf 13, ver-schieden an Wärme und an Gehalt, von 54 Grad R. bis zu37/2 herab. Die Hauptqnelle, die reichste und wärmste, istder sogenannte Ursprung; sie quillt aus einem geborstenenFelsen in der Nähe der Antiquitätenhalle hervor und gibt in34 Stunden 7,345,419 Kubikzoll Wasser. Daß sie bereitsvon den Römern gekannt und benutzt worden, beweisen dieReste römischen Mauerwerks, die sich bicr finden. EinigeSchritte davon links liegt eine andere Quelle, die bei 50Gr. R. zum Brühen des Geflügels, der Schweine :c. benutztwird und daher der Brühbrunnen heißt. Auch die Höllenquclleund die meisten übrigen Quellen sind in der Nähe der Haupt-quelle. Am wirksamsten beweisen sich die Heilquellen bei Gichtund Rheumatismus, ebenso bei den zahlreichen Ausschlags-krankheiteu, ferner bei allen Skrophelkrankheiten; auch bei Un-
tcrleibsbeschwerdcn, sowie bei den sogenannten chirurgischenUebeln äußern sie einen sehr wohlthätigen erprobten Einfluß.Gewöhnlich wird das Wasser zu Bädern benutzt; getrunkenzeigt dasselbe besonders seine Wirkung bei rheumatischen undskrophulösen Uebeln.
Als geschichtliche Merkwürdigkeiten der Stadt bezeichnenwir vor allen die Pfarrkirche, die Antiquitätenhalle und dasneue Schloß. Die Pfarrkirche, auch Stiftskirche genannt,war früher eine Eollegiatkirche, und liegt, nahe den warmenQuellen, auf einem Vorsprung. Ihre erste Anlage fällt wohlin's 8. Jahrbundcrt; 1689 bei der Verbrennung der Stadtwurde sie zum Theil zerstört und erst 1754 wieder hergestellt.Noch siebt man im Chor die cbemaligen Chorstühlc. In dieserKirche liegen die meisten katholischen Markgrafen seit Bern-hard I., der 1431 starb, begraben, und der Chor ist mit ihrenGrabmälern angefüllt. Es zeichnen sich darunter besonders dieGrabmäler der Markgrafen Ludwig Wilhelm I. (des berühm-ten Feldberrn, der von 1675 bis 1707 36 Feldzügen, 35 Be-lagerungen und 13 Schlachten gegen Franzosen und Türkenbeiwohnte) und Leopold Wilhelm aus.
Die Antiquitätenhalle liegt hinter der Pfarrkirche,neben dem Ursprung, und enthält den größten Theil römi-scher Monumente, welche in und um Baden gefunden wor-den sind. Am interessantesten darunter sind: I) ein dem Nep-tun (oder ursprünglich dem Herkules) geweihter Denkstein;3) zwei Grabsteine; 3) ein Leukenzeiger; 4) eine dem Er-bauer oder Verschönercr der Bäder, Caracalla, geweihte In-schrift, u. s. w.
Das neue Schloß wurde zuerst 1417 von MarkgrafChristoph erbaut, dann unter Philipp II. wieder niedergerissenund durch einen prachtvollern Bau ersetzt, der 1679 vollendetwurde. Aber auch dieser Bau sank bei der Zerstörung derStadt durch die Franzosen in Trümmer, auf welchen danndas jetzige Schloß erbaut wurde, das hauptsächlich wegen sei-ner herrlichen Lage oberhalb der Stadt, und wegen der weitenAussicht, die sich von hier in das ganze Thal darbietet, denBesuch der Reisenden verdient. Merkwürdiger noch als dasSchloß selber sind die unterirdischen Kammern, die unter dem-selben sich hinziehen, und vielleicht ursprünglich ein Römerwerksein mögen, und später, der gewöhnlichen Meinung nach, derVehme zum Sitze gedient haben.
Von den berühmten Umgebungen Badens heben wir vorallen die hier bildlich dargestellten: das Kloster Lichtenthal,das alte Schloß, Baden, die Ebersteinburg und das SchloßEberstein im Murgthale, hervor. Ein freundlicher Weg fuhrtzunächst durch eine herrliche Elchenallee, am Dörfchen Gunzen-bach vorüber, etwa eine kleine Stunde Wegs weit, nach demvon Cistercienscr- Nonnen bewohnten Kloster Lichtenthal,