Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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Vorstädte in einem Kreise von 7686 Klaftern, bis wiedernahe an das Ufer dieses FlusseS bei Liechtenthal, und haben12 Ansgänge oder Thore, welche nach der angegebenen Rich-tung folgende sind: 1) Die kleine Erdberger-Linie, von derErdberggasse auf das Feld. 2) Die St. Marrer Linie, vonder Landstraße Hauptstraße, und dem Rennweg ans die Straßenach Ungarn. (Vom Bclvedere ans fuhrt ebenfalls ein Linien-chor auf das Feld, welches jedoch schon seit längerer Zeit ge-schlossen ist). 3) Die Favoriten-Linie von der Favoritenstraße,Weg nach Larenburg, Ungarn?c. 4) Matzleinsdorfcr Linie,von der Mieden Hauptstraße nach der Wiener-Neustadt,Steiermark, Italien ic. Vor dieser Linie befindet sich aufder Anhöhe des Wiencrberges das in schönem altdeutschenStyle gebaute, sogenannte Spinnerkreuz (Spinnerin am Kreuz)über dessen Ursprung und Bestimmung es die verschiedenstenMeinungen gibt. Die Zeit der Erbauung dieser Gedächtniß-säule fällt in die Mitte des 16. Jahrhunderts, ihr Name er-klärt sich nach den neuesten Erhebungen durch die Grundfor-men des Denkmals, welche, ans einem unsichtbaren Netz ent-springend, ein Sechseck bilden, das mit dem Gewebe einerSpinne viel Achnlichkcit hat. In der Nähe des Spinner-krenzes ist die Richtstättc für Eivilverbrecher. 5) Hnndsthur-mer-, auch Schönbrnnner-Linie, von Margarethen und Hunds-thurm nach Perchtoldsdorf, und in die Waldgegenden des ceti-schen Gebirges. 6) Kleine, oder neue Linie von der Gumpen-dorfcr Hauptstraße nach Meidsing, Schönbrunn ?c. 7) Maria-hilfer-Linie, von der Mariahilfer Hauptstraße auf die Reichs-straße, nach Frankreich w. 8) Lerchcufelder-Linie, von der Jo-sephstädter Kaiserstraße nach Neulerchcnfeld, Ottakrin :c.6) Hcrnalscr-Linie, von der Alsergasse nach Hernals, Dorn-bach ?c. 16) Währinger Linie, vom Michaelbeucrn'schen Grund

nach Währing, Weinhaus, Pötzleinsdorf:c. 11) Nußdorfer-Linie, vom Liechtenthal nach Döbling, Nußdorf, Klosterneu-bnrg :c. 12) Tabor-Linie, von der Leopoldstadt Hauptstraße überdie große Donau auf die Straße nach Mähren und Böhmen:c.

Jedem in Wien ankommenden Fremden wird an der Linievon dem dort aufgestellten Polizei-Posten der Paß abgenommen,und ihm dafür ein Empfangsschein in deutscher, französischerund italienischer Sprache ausgefertigt, worin die Anweisungenthalten ist, sich innerhalb 24 Stunden bei der Polizei-Ober-direction zu melden. Hier wird er an die Fremden-Eommis-sion gewiesen, daselbst um den Zweck seiner Herreise, die Dauerseines Aufenthaltes, und nach Beschaffenheit der Umstände,wohl auch um die Mittel zu seinem Unterhalte befragt, welcheLetztere er in diesem Falle durch Wechselbricfe oder andere be-glaubigte Urkunden nachzuweisen verpflichtet ist. Jedem Frem-den wird sodann gegen eine kleine Tare ein sogenannter Auf-enthaltsschein ausgefertigt, welcher auf eine bestimmte Zeitlautet, nach deren Verlauf jeder Reisende um eine, seinen Be-dürfnissen angemessene Verlängerung ansuchen kann, mittler-weile sein Paß bis zu seiner Abreise bei der Polizei-Directionaufbewahrt bleibt. UebrigenS ist die Abfabrt aus den Linienauf das offne Feld mit eignem Kutscher, Fiakern, Gesell-schaflswagcn und offenen Wagen durchaus frei; bei der Ein-fahrt wird jedoch die festgesetzte Limenmauth entrichtet. Jenein k. k. Postwägen, Reisewägen, Landkutschcn ?c. Reisenden,haben sich mit Pässen, oder im Falle sie bloß kleinere Aus-flüge machen, mit Passirscheinen zu versehen. An den Linien,als den Verzehrungssteuer-Posten, ist alles Steuerbare genauanzugeben und zu vermauthen, und nöthigcnfalls hat sich auchjeder Reisende, er komme von nah' oder ferne, einer Unter-suchung seines Gepäckes zu unterziehen.