Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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stcin'sche Sommcrpalais mit Gartcn ebenfalls in der Ungar-gassc; der fürstlich Mettcrnich'sche Palast und große englischeGartcn auf dem Rennwcg, der große botanische Garten derUniversität am Rennwcg; der fürstlich Schwarzenberg'scheSommerpalast mit dem großen herrlichen Gartcn am Rennweg(Glacis); der Palast deS Fürsten Lobkowitz in der Ungargasse;das schöne Gebäude mit großem Garten des GroßhändlersKaan auf der Hauptstraße (früher dem Erzbcrzog Carl gebö-rig); der Palast des Herzogs von Modrna mit großem schönenGarten in der Rabengasse; die große Artillerie-Casernc aufder Hauptstraße; das Weltpriester-Krankcninstitut in der Un-gargasse, die k. k. Stückbohrcrci und das schöne große Thicr-arznei-Jnstitntsgebäude am Canal, erst vor einigen Jahren neuerbaut; das schöne, obzwar kleine Gebäude des Doctors Schiff-ner mit schönem Garten in der Ungargasse; das große Jnva-lidenhaus am Glacis, dann mehre sehr schöne Privatgebäudemit herrlichen Gärten. Diese Vorstadt durchströmt.auch der1795 angelegte schiffbare Canal, welcher die Communicationzwischen Wien und Wiener-Neustadt nnterbält, und vordem Jnvalidenbause sich in ein großes Bassin mündet, vonwelchem sein Ausfluß in die nahe Donau angebracht ist.Burgfriedensherrschaft der Landstraße ist der Wiener Ma-gistrat; Siegel: St. Augustin. Schließlich ist noch zu bemer-ken, daß folgende Oerter außer den Linien unter die Polizei-bezirke und den Burgfrieden Wiens gehören: Neulerchcnfeld,Hernals, Währing, Fünfbaus, Scchskaus und Simmering,mit einer Gesammtbevölkerung von 15,806 Einwohnern.

Brücken in Wien. Ueber den zwischen der Stadt und derLeopoldstadt strömenden, 1598 1700 hergestellten Donauarmführen 4 Brücken. Die erste gegen Westen ist zur Zeit nochvon Holz und fübrt vom neuen Thore der Stadt zur Ncu-oder Augartengasse in der Leopoldstadt. Die zweite oderCarlsbrücke, eine 1828 erbaute, 50 Klafter, 3 Fuß, 3 Zolllange Kettenbrücke führt vom Fischerthore in die große Fubr-mannsgasse, in die Leopoldstadt und zum Augartcn und ist be-sonders zur Zeit des Lcopoldstädter Jabrmarktes sehr besucht.Sie ist bloß eine Gehbrücke und da sie auf Actien erbautwurde, wird 1 kr. CM. Ucbergangsgebühr entrichtet. Diedritte oder Ferdinandsbrücke, 1819 mit einem Mitrelpfciler ausgehauenen Quadersteinen neu erbaut, fübrt vom Rotbentburm-thore in die Leopoldstädter Hauptstraße und in die Jägerzeile,befördert also die Hauptcommunication der Stadt mit der Leo-poldstadt. Die vierte oder Franzensbrücke, 1803 mit einem81 Centner schweren Grundstein und sehr massiven Mittel-pfeiler erbaut, führt aus der Jägerzeile gegen die Wcißgärber.Die fünfte ist ebenfalls eine Geh-Kettenbrücke, 1825 auf Actienneu erbaut, wcßbalb hier auch 1 kr. CM. Uebcrgangsgebübrbezahlt wird; sie führt aus dem unteren Prater nach Erdbergund der Landstraße. Ueber das bei Burkcrsdorf entspringendeFlüßchen Wien, welches vom Hundsthurm angefangen einige Vor-städte und das Glacis durchfließt und sich unter den Weißgärbernin die Donau ergießt, besteben 7 Brücken und einige Stege. Dieerste Brücke (1819 erbaut) verbindet die Vorstadt Gumpendorf mitHundsthurm und ist eine schöne stark gebaute Bohlcnbrückc, aus2 Landjochen und einem Bogen bestehend. Die zweite oder

Kettenbrücke, die auch mit Wagen befahren wird, entstand1830 durch den Magistrat und verbindet die neue Wiedcn mirder Laimgrube. Die dritte eine Holzbrücke führt von derSchlcifmüblgasse zur Laimgrube an der Wien; dann folgt der1828 erbaute KeNensteg vom Frrihaus zur Laimgrube, wo fürden Uebcrgang 1 kr. W. W. G/z kr. CM.) entrichtet wird.Die vierte ist die alte sogenannte steinerne Brücke, welche seitvielen Jabren die Communication der Vorstadt Mieden mit derStadt unterhält, 1821 jedoch fast ganz neu und geschmackvollmit eisencn Geländen hergestellt ward; die fünfte ist eineHolzbrücke, sie fübrt vom Schwarzcnbcrg'schen Palais auf dasGlacis; die sechste, ebenfalls von Holz aus der Rabengassezum Carolinentbor, beide sind nnr für Fußgänger. Die siebente,eine alte steinerne, ebenfalls in neuerer Zeit rcnovirtc und miteinem eisenen Geländer versebene Brücke führt von der Land-straße zum Stubenthore. Den letzten Ucbcrgangspunkt überdie Wien bildet die WeiSgärbcr-Brücke, eigentlich ein unan-sehnlicher breiter hölzerner Steg, nahe am Ausflußc der Wienin die Donau. Ueber den hinter Dornbach entspringenden,und die Vorstädte Alsergasse, Michaclbcuern'scher- und Him-melpfortgrund, dann Liechtenthal durchflicßcndcn und in derRoßau in die Donau fallenden Alsbache, führen nur mcbrcunbedeutende Holzstegc. Ueber den Neustädter - Canal führenebenfalls die nötbigen Uebergangspnnkte.

Wasserleilungs-Anstalten. Da von jeher einige höher ge-legne Vorstädte Wiens, z. B. Mariabilf, Neubau, Schotten-fcld, Joscphstadt :c. empfindlichen Wassermangel litten, der beizunehmender Bevölkerung noch immer fühlbarer wurde, so kamgegen das Ende des vorigen Jabrbunderrs durch die Groß-muth des Herzogs Albrecht von Sachsen-Teschcn und seinerGcmablin der Erzherzogin Christine eine großartige und kost-spielige Wasserleitung aus mehren Bergen hinter Hütteldorfzu Stande, welche in eine große Brunncnstube sich sammeltund aus derselben in mehr als 16,000 eisencn, doppelt liegen-den Röhren durch eine Strecke von 7155 Klafter unter derErde in die Vorstädte geleitet und so vertheilt wird, daßGumpendorf 2, Mariahilf 3, Laimgrube 2, Josephstadt 2, dannNeubau, Scboltcnfeld und St. Ulrich jedes einen Brunnen mitgutem trinkbaren Wasser besitzen. Auch durch andere Wohl-tbäter wurden für Wasserleitungen, z. B. in die VorstädteSpitalberg, Alservorstadt, Wäbringergasse :c. gesorgt; da aberdie letzten trockenen Jabre, dennoch die Möglichkeit eines Was-sermangels befürchten ließen, so wurde 1835 zum Andenkender dem Kaiser Ferdinand I. geleisteten feierlichen Huldigung,mit kaiserlicher Genehmigung, die Ausführung einer großenWasserleitung aus dem Donau-Canale beschlossen, wodurchüber 50 neue Brunnen in den Vorstädten entstehen sollen, undso jedem allenfalls drohenden Wassermangel für immer begeg-net werden wird. Bereits gingen namhafte Beiträge zudiesem patriotischen Unternehmen ein, und es soll in kurzerZeit zum Werke geschritten werden.

Die Linienwälle und Linien. Erstere wurden, wie bereitserwähnt, 1703 gegen die Einfälle der ungarischen Mißver-gnügten unter Franz Rakoczy angelegt; sie gehen von derSüdseite der Stadt vom Ufer der Donau bei Erdberg um die