Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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Orgeln Wiens). Bedeutende Straßen: Hauptstraße und Zieg-lergasse, in welch' Letzterer sich auch der schöne Appollosaal be-findet. Grnndherrschast ist die Bcnedictiner-Abtci zu den Schot-ten, deren Siegel sich die Vorstadt auch bedient. Altlcrchen-feld, eine alte Vorstadt, die urkundlich schon 1337 vorkommt,mit 7 Gassen, 238 nicht ausgezeichneten Häusern, 9393 Ein-wolmcrn und einer Pfarrkirche zu den 7 Zufluchten (177V bis1782 erbaut und ohne besondere Merkwürdigkeit). JbrenNamen leiten Einige daher, daß hier vor Alters ein mächtigerLerchen- (Lärchen-) Wald ausgerenket, und zu Felder gemachtworden sei; Andere, daß auf den hier bestandenen Feldern sichder s^of mit Lerchenfangen zu belustigen pflegte. Grundherr-lichkeit ist der Magistrat, das Siegel: ein gevicrtes Feld,1 und 4 leer, 2 und 3 mit Querbalken, im Herzschilde eine Josephstadt, mit 13 Gassen, worunter die Kaiser-,Rofrano-, Lange- und Floriangasse die bedeutendsten; 299 zumTheile schönen Häusern, 19,3i4 Einwohnern, einer eigenenPfarre zu Maria Treu, (1698 erbaut, und den Piarision ein-geräumt, die nebenan auch ihr Eollegium haben), dann einerCapcllc zur heiligen Anna in der hier befindlichen Eavalleric-Caserne (1757 erbaut). Die übrigen merkwürdigen Gebäudesind: der fürstl. Auersperg'sche Palast am Glacis; das kleine,aber niedliche, 1788 erbaute, 1822 neu hergestellte Theaterge-bäude in der Kaiserstraßc, »ud mehre schöne Privatgebäudc.Schon 1289 kommt diese Gegend unter dem Namen Buchfcldvor, bestand jedoch bis zur zweiten türkischen Belagerung bloßaus Weingärten, Ackerfeld und Gärten. 1699 wurde die Vorstadtdurch den italienischen Marchese Malcspina angelegt, und erbieltvon dem damaligen römischen Könige Joseph I. ihren Namen.Grundherrlichkeit ist der Magistrat; Siegel: St. Joseph.Strozzischer Grund, mir 4 Gassen, 57 Häusern und 2527,zu Maria Treu cingepfarrtcn Einwohnern; wurde 1792 größ-tentbeils von einem italienischen Grafen Strozzi erbaut. Grund-obrigkeit: Magistrat; Siegel: der österreichische gekrönte Bin-denschild, von zwei Löwen gehalten. Alsergrnnd, mit derWähringcrgassc, zählt 26 Gassen, 314 zum Theile sehr schöngebante Häuser, 16,369 Einwohner, eine Pfarre zur heiligenDreieinigkeit (1685 1792 sammt dem daranstoßendcn Klo-ster von den Triuitariern, einem Orden zur Erlösung der ge-fangenen Christen in der Türkei, gestiftet, erbant, 1784 denMinoritcn eingeräumt, die sie noch besitzen); dann der Kirchedes k. k. Waisenhauses, ebenfalls zur heiligen Dreieinigkeit,(1722 24 erbaut); der kleinen Kirche zu St. JohannesBaptista (in dem zum allgemeinen Krankenhaus gehörigen Ge-bäude, 1579 erbaut), und der Capelle zur heiligen Nosalia,in der Währingcrgassc im k. k. Nersorgungshause (1726 er-baut). Die beiden Hauptstraßen, Alser- und Wäbringergassesind schön, breit, und mit herrlichen Gebäuden gezieret, unterwelchen sich besonders auszeichnen: Das magistratische Ge-richtshaus am Glacis, 1834 in einem großartigen Style zubauen angefangen, und 1838 vollendet; das große undweitläufige k. k. allgemeine Krankenhaus in der Alsergasse,1784 gegründet, und in der Folge bedeutend vergrößert undverschönert, mit 8 Höfen und mcbren Seitengebäuden; derneueste Zuban batte erst kurzlich Statt; das k. k. Militärspital

in der Kirchengasse 219 und 229; die große und schöne Ju-fanlerie-Easerne in der Alsergasse, mit 3 Stockwerken und7 Höfen; die k. k. Gcwchrfabrik am Glacis, Anfangs derWähringergasse, früher das Gebäude der Landschaft-Akademie;das prachtvolle Gebäude der Josephinischen Militär-Akademiein der Wäbringergasse; das äußerst geschmackvolle, 1834 neuerbaute fürstlich Dietrichstein'sche Palais, ebendaselbst eines derschönsten Privatgebäude inner den Linien; der Sommcrpalastdes Grafen von Forgacs, in der Alsergasse 157; das fürstlichEsterhazy'schc große Gebäude 197 am Glacis, das rothe Hausgenannt, nnl 4 Höfen, und mehre schöne Privatgcbäude in denGassen und am Glacis. Der Name von der Alservorstadtstammt von dem hier vorbeifließenden Bache Als ab, dessenName schon im 13. Jahrhundert urkundlich vorkam, und meh-ren an seinen Ufern liegenden oder gelegenen Orten, wiez. B. Hernals, Siechenals ?c., den Namen gab, obschon einerlächerlichen Namcnsverdrehnng zu Folge, Anfangs des 18.Jahrhunderts das Bild einer Elster sogar auf das Siegel über-gegangen ist. Grundherrschast ist der Wiener Magistrat.Breitenfeld, entstand erst Anfangs des jetzigen Jabrhundertsdurch den Schottenabt, Benno Pointncr, und zählt 8 schöneregelmäßige Gassen, 93 meistens gut, mitunter prachtvoll ge-baute Häuser, und 4573 Einwobner, welcbe in die Pfarreizur Dreieinigkeit und nach Maria Treu gebören. Früher hießdiese Gegend die Esclshardsried, und bestand größtcntbeils ausAeckern. Grundherrschaft: Stift Schotten mit dessen Siegel.Michaelbeucrn'scher Grund, zwischen dem Alsbache und derWähringer Linie, zählt 3 Gassen, 37 nicht sehr ansehnlicheHäuser, 1862 Einwobner, welche theils zur Dreieinigkeit inder Alsergasse, tbeils im Licchtenthale eingepfarrt sind. DenNamen hat diese Vorstadt von ihrer ehmaligen Grundherrschaft,der salzburgischcn Benediktiner-Abtei Michaelbeuern. Ersteurkundliche Erwähnung derselben, unter Heinrich Jasomirgottum 1226. Gegenwärtige Grundobrigkeit: Magistrat; Siegel:St. Gebbard. Himmelpfortgrund, früber Sporkenbühel ge-nannt, mit 9 Gassen, 86 nicht ausgezeichneten Häusern, und3281 nach Licchtcnthal eingepfarrten Einwobnern; besitzt eineEapelle zu St. Johann Baptista (1713 erbaut, 1764 vergrö-ßert). Ersteren Namen führt die Vorstadt von ibren eh-maligen Besitzerinnen, den Eborfrauen zur Himmelpforte inder Stadt. Gegenwärtige Grundobrigkeit: Magistrat; Siegel:ein Osterlamm. Thnry, mit 9 Gassen, 117 nicht eben an-sehnlichen Häusern, und 2954 im Licchtenthale eingepfarrtenEinwohnern-, war früher ein Dorf, Siechenals oder St. Jo-hann im Siechenals genannt, dessen Entstehung bis in dieTage der Babenbcrge reicht. 1529 wurde es durch die Tür-ken zerstört; darauf begann der neue Bau, und der Grunderhielt seinen Namen von dem kaiserlichen Hofdiener und Zie-gelschaffer, Johann Thnry, welcher das erste Haus baute, aufwelchen? noch gegenwärtig die Inschrift zu lesen ist:

Vor Alters hie ein Dorf stand,

Welches Siechenals genannt.

Als man zählt I5ZS JahrBon den Türkhen zerstöret war;

Anjetzo, als man 1546 sagt,

Johann Thuri dies Haus erbauet hat.