sehnlichen Häusern und 1264 Einwohnern, die nach Mariahilfeingepfarrl sind. Diese Vorstadt war früher Eigenthum deralten Magdalenenkirche, welche auf dem Stephansfriedhofstand und 1781 nach einem Brande abgetragen wurde, daherihr Name. Grundherrlichkcit: Magistrat; Siegel St. Magda-lena. — Gumpendorf, magistratischer Frcigrnnd mit 18 Gassen,414 Häuser mit 12,864 Einwohnern und einer Pfarrkirche zuSt. Aegyd (1765 — 1776 neu erbaut, enthält einige hübscheAltarblätter), ist unter allen Vorstadtgründen Wiens unstreitigder älteste; hier wurden auch bedeutende Römerdenkmale, jaalthebräische und wie Einige wollen, sogar phönizische Grab-steine gefunden; schon 1156, als Oesterreich ein Hcrzoglhumwurde, kommt das Geschlecht der Edlen von Gumpendorf vor.Die bedeutendsten Gassen sind: Hauptstraße, Hirschengasse undSteingasse. Hier befinden sich mehre schöne Gebäude, merk-würdig ist auch der schöne Garten des gelehrten Botanikersund Literators I. B. Ruprecht, Hauptstraße 53, der eine äu-ßerst vollständige Sammlung von Pelargonien enthält, danndas schöne wohleingerichtete Fabrikgebäude der Papiertapeten-Fabrik von Spörlin und Rahn, endlich der Windischgrätz'schePalast, in welchem gegenwärtig die wohlthätige Heilanstalt derbarmherzigen Schwestern enthalten ist; überhaupt befinden sichin dieser Vorstadt sehr viele Fabriken, besonders von Banm-wollstoffcn. Siegel: drei Lilien. — Windmühle, ein Theil deralten Koth-, Kater- und Vrumlucken mit 16 Gassen, 168 Häu-sern und 7464 Einwohnern, welche theils nach Gumpendorf,theils nach der Laimgrube eingepfarrt sind. Vor Zeiten sollenhier wirklich Windmühlen gestanden haben. Die Häuser habengrößtenthcils wenig Ausgezeichnetes. Grundherrlichkcit: Ma-gistrat; Siegel: St Theobald. — Laimgrube und an derWien, mit 17 Gassen, 196 Häusern, 8994 Einwohnern undeiner Pfarre zum heiligen Joseph (1692 erbaut und bis 1783den Carmelitern eingeräumt, ohne besondere Merkwürdigkeiten).Urkundlich war dieser Grund schon 1366 bekannt, sein Namesoll von mehren vor Zeiten daselbst bestandenen Ziegclhüttenherstammen, zu deren Behuf hier Lehm (austrisee Laim) ans-gegraben wurde. Bedeutende Gassen sind: Hauptstraße, Straßean der Wien, Stiftgasse, Kotbgasse. Hier befinden sich anmerkwürdigen Gebäuden: das Theater an der Wien (1798 bis1866 erbant), die Arbeits- und Besserungsanstalt, die Jnge-nieurs-Akademie (1749 von der Herzogin Theresia Anna vonSavoyen erbaut, und 1797 dem jetzigen Zweck gewidmet, miteiner schönen Kirche zum heiligen Kreuz, 1736 erbaut, 1749erneuert, und einem herrlichen Thurm), u. a. m. Burgfriedens-herrschaft ist der Magistrat, das Siegel: eine Kirche, einMönch und ein Blumenstock. — Mariahilf, mit 12 Gassen,149 Häusern, und 16,672 Einwohnern, hat eine Pfarrkirchezu Mariahilf (1689 neu erbaut, 1713 vergrößert, mit einemsehr verehrten Gnadcnbilde). Vor der Kirche befindet sich dasHauptbassin der Albertinischcn Wasserleitung. Diese Vorstadthieß vor Zeiten (noch bis 1766) im Schöff, ohne daß ein trif-tiger Grund dieser Benennung aufzufinden wäre; angeblichvon der Einkehr der aus Baiern und Schwaben kommendenSchiffleute, die hier gewöhnlich ihre Herberge nahmen. Ucbri-gcns führt sie auch ein Schiff in vollen Segeln im Siegel.
Die Hauptstraße ist groß, breit, sehr belebt und mit hübschenGebäuden versehen, deren eines der merkwürdigsten ist: Derfürstl. Esterhazy'sche Sommerpalast und Garten, Nro 46, wel-che die fürstl. Bibliothek und schöne Gemäldesammlung enthält.Grundhcrrschaft ist das Metropolitancapitel zu St. Stephan,das Stiftgericht zu den Schotten ist jedoch als Ortsgcrichtvon dem Domcapitel dclegirt. — Spitalbcrg (Spiltclbcrg),eine alte Vorstadt mit 12 Gassen, 146 Häusern, und 5439Einwohnern, zu Maria Trost eingepfarrt; hieß früher das Eroa-tcndörfel, der nunmehr übliche Name entstand erst nach derzweiten türkischen Belagerung. Die Häuser haben eben nichtsAusgezeichnetes. Die breite Gasse ist ganz mit Trödlern an-gefüllt, die vorzüglich alte und neue Tischlerwaarcn verkaufen.Am Glacis befindet sich der prachtvolle k. k. Marstall, 1725unter Kaiser Karl VI. ganz neu im regelmäßigen und edlenStyle hergestellt. Hier ist für 466 Pferde Raum, und in derJagd- und Sattelkammcr sind die kostbaren Pferdegeschirre w.des kaiserl. Hofes aufbewahrt, Eigenthümer des Grundes istdas Wiener Bürgcrspital, woher der Name; Grundobrigkcitder Magistrat, das Siegel ein goldner Reichsapfel mit demKreuze auf einem Berge. — St. Ulrich, gewöhnlich auch dasPlatzel und Maria Trost genannt, enthält 13 Gassen, 148zum Theile hübsche Hänser, 6977 Einwohner, die Pfarrkirchezu St. Ulrich, (1721 neu erbaut); dann die Kirche und dasKloster der Mechitaristcn-Eongrcgation, 1666 für die erstenKapuziner erbaut, welche nach Oesterreich kamen, 1683 durchdie Türken gänzlich zerstört, 1696 neu erbaut, 1816 den Me-chitaristen eingeräumt, die hier auch eine Bnchdruckcrci haben.Vor Alters stand hier ein Dorf, Zaismannsbrnnit genannt, des-sen schon 1366 urkundlich erwähnt wird. Hier stand 1683auch das reiche Zelt des Großvezicrs Kava Mustapha. Merk-würdige Gebäude sind: Jenes der ungarischen adeligen Garde,am Glacis, früher fürstlich Trautsonsches Majoratshaus, biszu dem Ausstcrben dieser alten Familie, u. a. schöne Privat-gebäude. Grundobrigkcit ist die Benedictiner-Abtei zu denSchotten; Siegel: ein rothes Kreuz, darunter ein gehörnterMond. — Neubau und Neustift, mit der sogenannten Wen-delstadt, früher ein Theil der vorigen Vorstadt, St. Ulrich obernGuts, wie jene untern Guts genannt, mit 26 Gassen, 326Häusern, worunter viele neue, sehr geschmackvoll erbaute, und17,747 Einwohnern, welche theils bei Maria Trost, theils beiSt. Lorcnz im Schottenfelde eingepfarrt sind. Hier befindetsich auch das Versorgungsbaus zum Langenkcller genannt, miteiner Capclle zu St. Martin (1772 erbaut) Grundhcrrlichkeitist die Benedictiner - Abtei zu den Schotten, Siegel, wieSt. Ulrich, nur mit anderer Umschrift. — Schottenfeld, einerst seit 1786 entstandener Grund, eine der schönsten VorstädteWiens mit regelmäßigen Gassen: deren viele, zum Theile sehrschöne Fabrikgebäude sie über manche Provinzialstadt der Mo-narchie und des Auslandes erheben. Die Straßen sind allemit Granit gepflastert, und mit unterirdischen Canälen versehen.Vorzüglich sind hier Scidcnzeugfabrikanten ansäßig. Sie zählt15 Gassen, 496 Häufer, 19,981 Einwohner, und einer Pfarr-kirche zu St. Lorcnz (1784 — 1787 erbant, von Innen undAußen sehr geschmackvoll, mit einer der besten und größten