altc Mieden Hauptstraße, neue Mieden Hauptstraße, Favori-tengasse, Alleegasse; sie zählt 3 Pfarrkirchen: l) zu St. CarlBoromä (1737 — 1737 im schönen Style erbaut, im Innernschön decorirt), diese gekört jedoch auch zur Vorstadt Land-straße (Renuweg). 2) Zu den Schutzengeln (Panlaner), aufder alten Mieden, Hauptstraße, 1627 — 1651 erbaut, 1833mit einem neuen Thurme geziert). 3) zu St. Florian, alteMieden Hauptstraße, auch zu Matzleinsdorf gekörig, (1725 er-baut, ohne besondere Merkwürdigkeit, außer daß sie mitten aufder Straße frei steht). Außerdem befindet sich hier »och dieKirche zur heiligen Tbekla mit dem Ordenshause der Piaristenander alten Mieden Hauptstraße; 1754 —1756 erbaut; danndie St. Rosaliencapelle im Freihause, 1660 erbaut. DerName dieser Vorstadt schreibt sich nach Einigen davon her, daßhier einst eine Viehweide gewesen; Andere beziehen ib» auf dieNähe des Widmerthores; Hormayr muthmaßt, es sei bloß dersclavische Name einer Stadt überhaupt: Wjdcn. Obschonseit 1211 bekannt, erhielt diese Vorstadt ihre gegenwärtige Ge-stalt doch größtentheils erst nach der letzten türkischen Belagerung.Die Paniglgasse soll ihre älteste Gasse, ja eine der ältesten al-ler Vorstädte sein. An ausgezeichneten Gebäuden trifft manhier: Das k. k. politechnische Institut am Glacis 28 (1816erbaut), in welchem jetzt auch die prachtvollen Gewerb- undIndustrie-Ausstellungen Statt finden; die theresianische Ritteraka-demie in der Favoritenstraße 156 (von Kaiser Leopold I. um 1665erbaut, und als kaiserliche Favorit?, dieses Monarchen undKarl VI. Lieblingsaufcnthalt, 1745 von Maria Theresia bedeu-tend vergrößert, und zur Erziehungsanstalt für junge Adelige be-stimmt); das Artillerie-Gußhaus in der Favoritenstraße 317; dieim italienischen Style sehr geschmackvoll erbaute Geymüller'scheVilla, Hauptstraße 211, mit einer herrlichen Aussicht, undmehre schöne Privatgebäude; endlich das, eine eigene Herrschaft:Eonradswörih, bildende fürstlich Starhcmberg'sche FreikausNr. I, mit 6 Höfen, 31 Stiegen, 301 Wohnungen und 1117Einwohnern; das größte Privatgebäude innerhalb der Linien.Hier befindet sich auch die Capelle der heil. Rosalia. Grund-Herrlichkeit der Vorstadt Mieden ist der Wiener Magistrat, dasSiegel ein Wcidenbaum. — Schaumburgergruud, eine kleine,erst vor wenigen Jahren angelegte Vorstadt mit 6 Gassen,91 größtentheils gut gebauten Häusern und 2075 Einwohnern,welche in die Pfarre zu den Schutzengeln auf der Mieden ge-hören. Das ausgezeichnetste Gebäude ist der Sommerpalastdes Grafen von Keglevich 14, mit herrlicher Aussicht. Grund-herrschaft ist Graf von Starhemberg aus der Linie E<chelberg. —Hungclbrunn oder Hungerbrunn, auf der alten Mieden Haupt-straße links, mit nur 11 nicht ausgezeichneten Häusern und1313 Einwoknern, zu St. Florian ringepfarrl; soll seinen
Namen einer alten Volkssage nach, daher haben, weil sich derdortige Brunnen nur in Miß- oder Hungerjahren erschlossen habe.Ein magistratischer Freigrund, welcher zuerst 1443 urkundlichgenannt wird. — Lorenzergrund, mit 2 Gassen, 16 Häusernund 546 Einwohnern, ebenfalls zu St. Florian eingepfarrt;gehörte einst dem St Lorcnzer Frauenkloster, woher sein Name.Ein magistratischer Freigrund, Siegel ein einfacher Rost mitUmschrift. — Matzleinsdorf, mit 5 Gassen, 131 Häusern und2636 Einwohnern, in die Pfarreien zu St. Florian und zumSonnenhof gehörig; kommt schon in den Tagen Herzog Al-brecht's II. von Habsburg urkundlich vor, war früher ein Gutdcr Grafen von Sonau, seit 1727 ist es magistratisch. Außerden schönen Gebäuden des Freiherrn von Dietrich mit Gärten,gibt es hier keine ausgezeichnete Bauten. Siegel: St. Flo-rian. — Nikolsdorf zählt in 2 Gassen 48 nicht eben ausge-zeichnete Gebäude, (doch befindet sich hier das Gebäude undder schöne Garten des verstorbenen k. k. Hofrathes und Fami«liengüter-Direcrors, Anton von Kernhofer, (Vrunngasse). DerGrund hat 1716 zu St. Florian eingepfarrte Einwohner undführt seinen Namen von dem in der ersten türkischen Belage-rung zerstörten Frauenkloster St. Nikolaus extra muros vordem Stubenthore, urkundlich kommt er zuerst 1585 vor, zuwelcher Zeit die ganze Gegend Bernardsthal hieß, hier befandsich auch das Hauptquartier Matthias Corvinus, als er imletztgenannten Jahre die Stadt belagerte. Gegenwärtig ist esein magistratischer Freigrund, Siegel: St. Nikolaus. — Mar-garethen, zählt in 17 Gassen 147 Häuser und 5781 Einwoh-ner, und eine Pfarrkirche zu St. Joseph, auch Sonnenhof ge-nannt (1768 erbaut). Den Namen soll diese Vorstadt vonder bekannten Margarctha Maultasch haben, welche HerzogRudolph IV. 1363 mit nach Wien nahm und in dem nochhier bestehenden Schlößchen beherbergte. Ein magistratischerFreigrund, Siegel: St. Margarctha. — Hundsthurm, mit8 Gassen, 155 Häusern und 43»5 Einwohnern, die zum Son-nenhofe eingepfarrt sind, ist von dem dort einstens bestande-nen, und in Vlscher's Topographie von Niedcrösterreich nochsichtbaren Rüdenhaus für die Jagdlust im nahen LustschlosseSchönbrunu also genannt. Herrschaft sind die Steinbauer'-schcn Erben, hier befindet sich auch ein hübsches Schloß mitschönen Gartcuanlagen. Das mühsam analogisireude Siegelist: Ein Thurm mit offener Pforte, in deren Mitte ein Hundsteht. — Reimprechlsdorf (Rampersdorf,) kleine Vorstadt mit5 Gassen, 25 unansehnlichen Häusern und 753 Einwohnern,welche ebenfalls zum Sonnenhof eingepfarrt sind. Gruudherr-lichkcit: Magistrat; Siegel: Reichsapfel mit dem Kreuze. —Magdalengrund, im gemeinen Leben Natzenstadtel genannt, amlinken Ufer der Wien, mit 5 Gassen, 38 größtentheils unan-