Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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Die merkwürdigsten öffentlichen und Dicastcrial-Gebäudcsind: Das Gebäude der k. k. priv. Nationalbank, Herrngassc 54,erbaut 1816. Das Gebäude der k. k. Universität, auf dein Uni-versitätsplatze 756, neu erbaut 1755. Die Universitäts-Bibliotbek,Dominikauerplatz 675, gegründet 1435, neu erbaut 1828.Das Gebäude der k. k. geheimen Staatskanzlei, Ballhaus 19,erbaut 1768. Das Gebäude des n. ö. Landhauses, Herrngasse30; ein altes, zum Theile gothisches Gebäude, 1531 1571erbaut, mit einem schönen Rathssaale, in welchem zu Zeitenauch musikalische Productioncn; z. B. die Ooncerls spirituols,abgehalten werden, eben jetzt im Umbau begriffen. Das Ma-gistrats-Gebäude in der Wipplingerstraße 385, in seiner jetzi-gen Gestalt hergestellt 1780, durch einen Zubau erweitert 1822.Im Hofe befindet sich ein Springbrunnen mit der schönenGruppe aus reichem Metalle, Ilndromachens Rettung vorstel-lend, von Naphael Donner. Das k. k. Banco-Gcbäude,Singerstraße 886, erbaut um 1770. Der k. k. Hofkammer-palast in der Johannesgasse 971. Das k. k. Gebäude in derHimmelpfortgasse 964, worin sich bis jetzt das k. k. Münzamtbefindet, erbaut für Prinz Eugen von Savoyen um 1720.Die k. k. Hofkanzlei, in der Wipplingerstraße 384, erbaut1754, verschönert 1821. Die k. ungarische Hofkanzlei, vor-dere Schenkcnstraße 47, erbaut 1767. Die k. stcbcnbürgischeHofkanzlci, vordere Schenkeustraße 48, erbaut 1784. DasGebäude des k. k. Hofkriegsrathes, Hof 422; früher Jesuiten-Eollegium, zu dem heutigen Zwecke eingerichtet 1775. Dask. k. Staatsgebäude (sogenanntes Lorcnzergcbäude), allerFleischmarkt 708, neu erbaut 1810. Das bürgerlicheZeughaus, Hof 332, mit einem schönen Portale, erbaut 1731.Das Herzog!, savoy'sche Damenstift, Johannesgasse 976, miteiner sehenswcrthen Statue der unbefleckten Empfängniß inder Fronte des Gebäudes, von Messerschmidt. Das Ge-bäude der k. k. Hauptmauth, alter Fleischmarkt 665, erbaut1772. Das Gebäude des Musikvereins, Tuchlauben 558,1831 in geschmackvollem Style neu erbaut. Das Gebäudeder priv. ersten österreichischen Sparkasse und Versorgnngs-An-stalt, Spänglergasse 567, 568, 572; 1835 bis 1836 neuerbaut.

Die merkwürdigsten Privat-Gebäude sind: Der Palast desErzherzogs Carl auf der Augustinerbastei 1160; durch HerzogAlbrecht von Sachsen-Teschen neu erbaut 1801 1804. DerPalast des Prinzen Gustav von Wasa, Herrngasse 27. DerPalast des Fürsten von Liechtenstein, Herrngasse 251, erbaut1793. Das Majoratshaus des Fürsten von Liechtenstein, vor-dere Schenkeustraße 44, erbaut 1699 1711. Der Palastdes Grafen von Schönborn, Rcnngasse 155. Der Palast desFürsten Palffy, Hintere Schenkcnstraße 50. Der Palast des

Fürsten Lobkowitz, Spitalplatz 1101. Der Palast des FürstenEstcrhazy, Wallncrstraße 263, auf dem Platze, wo einst Leo.pold des Heiligen Jagdschlößchcn stand. Der Palast desGrafen von Harrach, Frciung 239, erbaut 1689. Der Pa-last des Freiherr» von Sina, Joscphplatz 1155, vom GrafenMoriz von Fries 1784 erbaut, mit vier schönen Zauner'schcnStatüen am Portale. Der Palast des Fürsten Ctarhemberg,vordere Schenkenstraße 48. Der Palast des Freiherrn von Sta-ckclberg (früher Müllcr'sches Gebäude) mit einem schönen offnenSäulengang und entzückender Aussicht, Rothcnthurmstraße 648.Der crzbischöflichc Palast, Bischofgasse 869, erbaut 1630. Diepäpstliche Nunciatur, Hof 321, erbaut 1767. Der Melkerhof,Schottengassc 103. Der Schottcnhof, der Trattnerhof, Graben618, erbaut 17731776, an der Stelle des alten Freisingerhofcs.Das große und schöne Bellcgarde'sche Haus in der Landskrongasse,erbaut 1835. Das sogenannte Bürgerspital, um 1530 erbaut,seit 1785 zu Miethwohnungcn hergerichtet, mit 10 Höfen, istbloß seiner Ausdehnung, so wie das Haus zur großen Wein-traube, Hof 329, mit 7 Stockwerken gegen den tiefen Grabenseiner Höbe wegen merkwürdig. Das hauptsächlich seiner Lagewegen, böchste, oder vielmehr hervorragendste Haus in derStadt ist jenes, Schottenbastci 127, zum Kegel, obschon nichtsweniger, als in architektonischer Hinsicht ausgezeichnet. Außerden genannten gibt es in der Stadt noch mehre schöne Ge-bäude, die durch neuen Ban immer mehr vermehrt werden,doch hier zu weilläufig anzuführen sind; die schönsten Gebäudetrifft man in der Herrngasse, Wallncrstraße, auf dem Graben,Kohlmarkt, Bischoffgasse :c.

Oeffentliche Denkmale. Die Drcifaltigkcitssäule auf demGraben, wurde zuerst, zum Andenken der großen Pest 1679,im Oktober desselben Jahres von Holz durch den WienerMagistrat errichtet, an deren Stelle aber Kaiser Leopold I.1693 die noch heut bestehende von weißem Salzburger Mar-mor errichten ließ. Sie ist 66 Fuß hoch, mit religiösen undsymbolischen Darstellungen geziert; die in der Seite befindlichengroßen Engel sollen von besonderem Kunstwcrthe sein. Die^ Säule der heiligen Maria am Hof, 24 Fuß hoch, unter Kai-ser Leopold 1. 1667 aus gegossenem Metalle errichtet, und mitmehren Figuren, ohne besonderem Kunstwerth, geziert. DieVermählung Mariens auf dem hohen Markte, in einem aufkorinthischen Säulen gestützten schönen Tempel, die Figurensind ganz ohne Kunstwerlh, errichtet 1732. Dicht an diesemMonumente sind links und rechts zwei Springbrunnen mitmarmornen Becken. Die Reiterstatuc Kaiser Josephs II. aufdem Josephplatz, ein imposantes Denkmal dieses großen Für-sten, ihm von seinem Enkel Kaiser Franz I. 1807 errichtet.Die Figur und die Basreliefs wurden theils von Zauner selbst,