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2 (1840)
Entstehung
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In den beiden vordem Tbürmen befinden sich sechs Glo-cken, die größte 1772 gegossen, wiegt ^achtzig Ccntner. Dergroße Thurm enthält fünf Glocken, worunter jene 1711 auseroberten türkischen Kanonen gegossen, mit Inbegriff des Hel-mes und Schwengels vierbnndcrt und zwei Centner wiegt, undeine der größten in der Welt ist. Auf den unausgebaulenThurm fübren zwei steinerne Stiegen mit zwcibundcrt vier undvierzig Stufen; in ihm hängt nur eine Glocke, die sogenanntePummerin, welche zweihundert acht und einen halben Centnerwiegt. Die Spitze des großen Thurmes krönt ein doppelter,beweglicher Adler von Kupfer, über dem ein 6 Schuh 7 Zollhohes stark vergoldetes Kreuz hervorragt. Die Kirche zu MariaStiegen, eine der ältesten Kirchen der Stadt, von ausgezeich-neter altdeutscher Bauart. Merkwürdig ist, daß sich bis jetztweder die Zeit ibrer Entstehung noch der Name des Baumei-sters mit Gewißheit ausmitteln ließ. Allgemein Mrd jedochangenommen, daß sie um 822 entstanden. 1158 stand sieschon urkundlich unter dem Patronate der von Heinrich Jaso-mirgott in Wien anfgciiommencn schottischen Benedictiner.Das Innere der Kirche wurde 1820, da sie der Congregationder Redcmptoristen übergeben ward, rcnovirt und von dem ge-schickten Künstler Mohn mit herrlichen Glasgemäldcn versehen.Besonders merkwürdig ist der im herrlichsten antiken Style ge-baute, dreißig Klafter hohe siebeneckige Thurm, zu dessen Gip-fel zweihundert vier und zwanzig Stufen führen, und von wel-chem man eine herrliche Aussicht genießt. Die Kirche znSt. Michael, wurde 1220 gegründet und in der Folge mehr-fach erneuert. Ihr Inneres ist ziemlich modern und enthältschöne Gemälde und plastische Denkmale, unter andern dasGrabmal des berühmteil Siegmund von Herberstein; der hohe,spitze Thurm ist durch seine eigenthümliche Bauart merkwürdig.Die Kirche zir St. Peter, nachdem sie schon um 800 gegrün-det worden war, wurde sie 1702 nach dem Vorbilde der St.Peterskirche in Rom, obwohl in ziemlich verjüngtem Maßstabeneu erbaut und in der Folge mehrfach rcnovirt; das 1756neu erbaute Portal ist sehr schön. Sie enthält außer anderenmerkwürdigen Monumenten auch das Grabinal des berühmtenösterreichischen Historikers Wolfgang Laz. Die Kirche zuden Schotten, gegründet 1158 für die aus Schottland h erangekommenen Benediktiner-Mönche, wurde, da sie 1683 wäh-rend der türkischen Belagerung bis auf den Grund abbrannte,1690 in ihrer jetzigen Gestalt erbaut, die von außen ebennichts Ausgezeichnetes hat; das Innere ist modern ausgeschmücktund zählt viele historisch-merkwürdige Monumente. Das dar-anstoßende Klostergebäude wurde 1824 ganz neu erbaut, istsehr groß und weitläufig, hat mehre Höfe, und ein Theildes Gebäudes wird auch zu Miethwohnungen benutzt. Die

Augustiner Hofkirche, gegründet 1329, ein großes massivesGebäude, enthält das herrliche Denkmal der Erzberzogin Ma-ria Christina von Canova, eines der ausgezcicbnetsten Werkedes bcrübmten Künstlers, und in der nebenan sich befindendensogenannten Todtencapelle die Grabmale Kaisers Leopold II.und des Feldmarschalls Grafen von Darin. Hier werden inder Loretto-Capelle (erbaut 1627) die Herzen der verstorbe-nen Mitglieder der kaiserlichen Familie in silbernen Urnen auf-bewabrt. In dieser Kirche werden mehre Kirchen-Functionen,welche Personen des regierenden Hauses betreffen, namentlichTrauungen gefeiert, weßhalb auch ein eigner bedeckter Gang(der Augustinergang genannt) aus der Burg in diese Kircheführt. Das daranstoßende Kloster, gegenwärtig die Bildungs-anstalt für Weltpricster enthaltend, ist groß und weitläufig,doch ohne in archilectonischer Hinsicht hervorzutreten. DieKirche zn den nenn Chören der Engeln am Hof, 1386 erbaut,früher den Carmelitcrn, dann den Jesuiten gehörig und 1779zu einer Pfarre erhoben, ist ansehnlich gebaut mit einer herr-lichen (1662 erbauten) Fronte, von Innen sehr geräumig undfreundlich, und hat einen besonders schönen Chor. Die Altar-blätter sind ohne sonderlichen Kunstwerth. In einer Seiten-capelle befindet sich jedoch ein Bild von Ludwig Carraci: derheilige Liborius. Die Kirche der Italiener, auf dem Mino-ritenplatze, erbaut 1276, wurde in der Folge den protestanti-schen Prädikanten eingeräumt, nach deren Vertreibung den Mi-noritcn übergeben, und nach deren Uebersetzung in die Alser-vorstadt, 1786 zur italienischen Nationalkirche bestimmt. IhrAeußcres ist durch edle antike Bauart mit schöner Steinmetzar-beit sehr ansehnlich, das Innere geschmackvoll. Die Kircheder Dominikaner, oder St. Maria Rotunda, 1186 an-geblich für die Tempelherrn erbaut, 1226 den Dominika-nern eingeräumt, 1529 durch die Türken fast gänzlich zerstört,und 1631 nach verschiedenen Zwischenbauten wieder hergestellt,zeichnet sich nicht durch architectonische Schönheit aus, und istauch im Innern ganz dem Geschmacke der damaligen Zeit ent-sprechend; doch enthält sie viele merkwürdige Monumente,worunter das Grabmal der Kaiserin Claudia Felicitas, Kai-ser Leopolds I. zweiter Gemahlin, erwähneuswcrth ist; dieKuppel ist von Pozzo gemalt. Die Uuiversitäts-Kirchewurde 1627 erbaut, den Jesuiten eingeräumt; nach derenAufhebung erhielt sie ihre heutige Bestimmung. Nicht ebenausgezeichnet von Außen; doch mit zwei schönen kupferge-deckten Thürmen geziert, ist sie inwendig sehr geschmackvoll,die Kuppel und die Decke sind mit einem schönen Fresko vonPozzo (1834 von Peter Krafft rcnovirt) geschmückt. DieFranziskaner-Kirche gehörte früher zu dem Hause der Büße-rinnen und wurde nach deren Auflösung 1451 den Franzieka-