das ganze Jahr durch mit Schnee bedeckten Schnceberg (kaumacht Stunden von Wien) sein ehrwürdiges Haupt erhebt.Von den Wällen oder Basteien bildet bei reiner Luft dieseferne Bergkette, sowie das nahe Kahlengebirge mit den roman-tisch gelegenen Dörfern und Villen an seinem Fuße, einen äu-ßerst romantischen und majestätischen Anblick.
Die Stadt, sammt den weitläufigen Vorstädten bilden zu-sammen ein großes Oval, welches von der St. Merrcrliniebis zur Nnßdorferliuie 325V Klafter Länge, vom Ende derJägcrzeile bis zur Hundsthurmer-Linic 2650 Klafter Breitemißt; die ganze Fläche innerhalb der Linien beträgt 8,612,000Quadratklafter.
Die innere Stadt liegt beinahe im Mittelpunkte der Vor-städte; ihr äußerer Umfang wird auf 7932, der innere aufden Basteien auf 5889 Schritte angegeben; der Flächen-inhalt innerhalb der Festungswerke beträgt an 412,500 Qua-dratklafter; der ungefähre Mittelpunkt der Stadt ist die St.Peterskirche. Nach der letzten Nummerirung ist die Häuser-zahl der innern Stadt 1214, die Zahl der Einwohner 54,231.Stadt und Vorstädte haben zusammen 8205 Häuser, mit344,250 Einwohnern, einschließlich der Garnison von ungefähr14,000 Mann, und der durchschnittsweise gerechneten, nichtansäßigen Fremden, welche sich wechselweise nur kurze Zeithier aushalten.
Die Stadt lehnt sich in beinahe runder Form an dasrechte Ufer des Donaukanals, und ist von einem 40 bis 50Fuß hohen gemauerten Wall (Stadtmauer genannt) umgeben,der in zehn regelmäßige Bastionen ausspringt und die soge-nannte Bastei bildet; die innere Stadt ist durchaus nicht re-gelmäßig gebaut, die meisten Straßen sind krumm und eng,die Plätze nicht ganz regelmäßig und gewöhnlich zu klein; in-dessen wird bei den immerwährenden Bauten sehr auf die Be-seitigung dieser Ucbelständc Rücksicht genommen, und es ist inder That seit wenigen Jahren viel für diesen Zweck geschehen.Gegenwärtig hat die Stadt zwölf Thore, und zwar sieben grö-ßere und fünf kleinere. Erstere sind: I) das Burgthor, 1824ganz neu und imposant erbaut, gegen Mariahilf; 2) das nochetwas enge Schottenthor, gegen die Alser- und Währinger-Vorstadt, dann die Roßau; 3) das neue Thor, gegen dieRoßau und Leopoldstadt; 4) das Rothenthurmlhor, gegen dieLeopoldstadt und Jägerzeilc, 1818 neu hergestellt; 5) das Stu-benthor, gegen die Landstrasse; 6) das alte, 7) das neueKärnt^nerthor, Ersteres für die hinauöfabrenden, Letzteres(1802 neu eröffnet) für die hereinfabrenden Wagen, beide ge-gen die Mieden. Die kleineren Thore sind: 8) das Mauth-thor, eigentlich die Einfahrt zur 8. 8. Hauptmauth, blos fürFrachtwage» bestimmt; 9) das Schanzelthor, gegen die Donau;
10) das Fischerthor, ebenfalls gegen die Donau; 11) dasFranzensthor, gegen die Josepbstadt (1810 eröffnet) und 12)das 1817 eröffnete Carolinenthor, gegen den Dammweg unddie Ungargasse. Letztere Beide sind nur für Fußgeher bestimmt.Die Bastei ist fast durchaus mit Bäumen bepflanzt, und dientheut zu Tage bloß als Spaziergang; auch haben sich viele eigent-liche Namen ihrer Abtheilungen z.B. Biber- Wasserkunst-, Au-gustiner-, Gonzaga- und Elend-Bastei fast gänzlich verloren,und diese dienen nunmehr theilwcise zur Bezeichnung der aufder Bastei befindlichen Häuser. Die Stadt zäblt drei undzwanzig öffentliche Plätze, worunter folgende die bedeutendsten:1) der Hof, von der hier einst bestandenen Residenz der Her-zoge Oesterreichs aus dem Geschlechte Babenberg also genannt;er enthält zwanzig Häuser, ist 71 Klafter lang und 52 breit;hier ist an Wochentagen großer Obstmarkt und in den beiden Jahr-märkten ist er mit Buden besetzt; 2) der Graben (vordem grü-ner Markt genannt, weil daselbst vor Zeiten (bis etwa um1730) Gemüsemarkt gehalten wurde) hat sechzehn Häuser, die-net an schönen Sonntagen Vormittags zur Promenade, undist ebenfalls zur Marktzeit mit Buden besetzt; 3) der hoheMarkt, ein längliches abbängiges Viereck mit fünfzcbn Häu-sern, früher war hier Fischmarkt; 4) die Frciung mit sechsHäusern, nebst dem Hof der eigentliche Stapelplatz der Wie-ner Jahrmärkte; 5) der neue Markt hat vierzehn Häuser,hier wird der Mehl- und Hülsenfrüchte-Markt an den bestimm-ten Tagen abgehalten; 6) der Petersplatz, fast im Mittelpunkteder Stadt, mit zehn Häusern, hier ist der permanente Marktmit dürrem Obst; 7) der Stcphansplatz (Kirchhof) bat siebenHäuser und ist in Marktzeiten die Niederlage der Töpfer- undHolzbräuuer :c.; 8) der Joscpbsplatz, der schönste und regel-mäßigste Platz, obschon klein, von herrlichen Gebäuden umge-ben; 9) der Burgplatz, von den Gebäuden der 8. 8. Hofburgumgeben; hierher gehört nunmehr auch 10) der äußere Burg-oder Paradeplatz, zwischen dem innern und äußern Burgthore;er entstand erst 1824 durch den Bau des neuen Burgthores,mißt in der Länge 400, in der Breite 260 Schritte, und istsonach der größte Platz in Wien. —
Die größten und belebtesten Gassen in der Stadt sind:der alte Fleischmarkt mit ein und zwanzig Häusern; die Herrn-gasse mit neunzckn Häusern: die Kärnthnerstraße mit sechs unddreißig Häusern und dem großen Straßenzuge aller südlichenProvinzen und Gegenden; der elegante Kohlmarkt mit siebenund zwanzig Häusern; die Rothenthurmstraße im Vereine mitder Bischofgasse mit drei und zwanzig Häusern; die Singcr-straße mit neunzebn Häusern; der tiefe Graben mit ein unddreißig Häusern; die Tuchlauben mit zwanzig Häusern und dieWipplingerstraße vereint mit der hohen Brücke, mit ein und