von ihre le^io alauäarum einen Beweis liefert) herstainmendeWappen der ersten Markgrafen Oesterreichs war ein herzför-miger, oben mit einem gekrönten einfachen Adler geziertenSchild, mit fünf goldnen Lerchen im blauen Felde.
Durch volle 3V Jahre blieb indessen der östliche Theil vonOesterreich mit der Gränzfestung Melk (Medelikke) in den Hän-den der Magyaren, bis der erlauchte Leopold nach oft wieder-holten Kämpfen 985 die von dem ungarischen Anführer Gepsavertheidigte Gränzfestung Melk, von wo aus die Ungarn un-aufhörlich das flache Land beunruhigten, eroberte und sich der,nach Nomadensitte geraubten und daselbst aufgehäuften Schätzebemächtigte. Nach diesem glorreichen Resultate drängte er dieUngarn vollends über die March zurück, die seit dieser bis aufdie neueste Zeit Gränzfluß blieb. Wahrscheinlich schlug Leopoldzu Melk seinen Wohnsitz auf, so wie er auch daselbst ein geist-liches Stift gründete; wenigstens wird unter seinem Sohne Hein-rich, Melk als markgräfliche Residenz genannt. Mit den Ba-benbergen waren nun wieder mehre Edle und andere Ansiedleraus Bayern und Franken nach Oesterreich gezogen, durch wel-che in den verödeten Gegenden, und somit auch in Wien, ausden Ruinen neue Gebäude entstanden. Leopold der Erlauchteund seine Nachfolger: Heinrich I., der Starke, (starb 1918),Albrecht I., der Tapfere, (st. 1944), Ernst I., der Tapfere,welch Letzter durch seine unverbrüchliche Anhänglichkeit an Kai-ser Heinrich IV. den Titel des „förderist en und getre We-sten" Fürsten des römischen Reiches erhielt (st. 1996) residir-ten theils auf dem Melkerschlosse, wo sie alle begraben liegen,theils in Herzogenburg, woher der Name dieses Ortes. ErstLeopold IV. genannt der Heilige, der Gründer Kloster-Neu-burgs, baute auf der vordersten Spitze des Kahlenberges eineneue prächtige Burg und bestimmte sie zur künftigen Residenz.Um 1196 erbaute auch Leopold nahe an dem damaligen Städt-chen Wien ein Jagdhaus, der Berghof genannt, welches aufdem Platze, wo sich jetzt das fürstlich Esterhazy'sche Haus inder Wallnerstraße befindet, gestanden haben soll. Dieses Jagd-haus, außer den damaligen Bezirken Wiens, war mit Ge-sträuchen und Waldungen umgeben, welche die Jäger, mitden nahe wohnenden Landleuten vereint, nach und nach immermehr ausrotteten und sich daselbst mehre Häuser und Hüttenerbauten. Zum Andenken an die ehemalige Wildniß blieb einBaumstamm stehen, welcher in der Folge mit Eisen beschlagenund befestigt wurde und heut zu Tage der „Stock im Eisen"genannt wird.
Im Jahre 1156 vereinigte Kaiser Friedrich der Rothbartdas Land ob der Enns mit Oesterreich unter der Enns, erhobbeide Länder zu einem Herzogthume und machte den Mark-
grafen Heinrich II. mit dem Beinamen Jasomirgott*) zumersten Herzog von Ober- und Niederösterreich mit ausgedehntenFreiheiten und Rechten. Dieser Herzog wählte sich nach seinemRegierungsantritte zuerst, der romantischen Lage wegen, dasBergstädtchen Wenne oder Wiene, wie es in gleichzeitigenUrkunden genannt wird, zu seiner Residenz, und baute sichunweit von dem Jagdhause Leopold IV., auf dem nämlichenPlatze, wo später das obere Jesuiten-Collegium stand, undheut zu Tage das Gebäude des Hofkriegsrathes sich befindet,eine Burg, wovon dieser Platz den Namen „am Hof" erhal-ten und bis auf unsere Zeit behalten hat. Zur Zeit HeinrichJasomirgotts, um II60 hatte die Stadt Wien folgende Um-gränzung: Vom Haidenschuß, wo sich das erste Tbor befand,lief die Stadtmauer neben der heutigen Naglergasse bis zumPeilerthor, (1732 abgebrochen) am Ausgang der Bognergasse,von da durch das Paternostergäßchen, den Graben entlang,bis zu dem ehemaligen Freisingerhofe (jetzt Trattnerhof), welchervon dem Bischof Otto von Freisingen, einem Bruder Jasomir-gott's, zuerst erbaut wurde. Die heutige Naglergasse und dieStraße am Graben bildeten von dieser Seite den Wallgraben.Zwischen dem Schlosscrgäßchen und dem Hause zum Rebhuhnin der Goldschmidtgasse stand das dritte Tbor. Von dort zogsich die Mauer über die Brandstätte, den lichten Steg undHaarmarkt hinunter, zwischen welcher Strecke sich das vierteThor befand, welches zur Wollzeile führte. Dann ging sie auf-wärts gegen den Lazen- und Gawingerhof, bis an den Seiten-stetterhof zum fünften Thore und von da hinter St. Ruprechtüber den heutigen Salzgries bis zum sechsten Thore und end-lich neben dem tiefen Graben bis zum Haidenschuß zurück.
Die heutige Hänserreihe vom Ausgange der Bognergassebis an das Ende der Brandstätte steht meistens auf den Grund-festen der uralten Stadtmauern, die bei Ausgrabungen nochsichtbar werden. Außer den hier angeführten sechs Haupttho-ren gab es noch zwei kleinere Einlaßthore, das eine unter St.Ruprecht, das andere an der Fischerstiege, durch welche manan die Donau gelangen konnte. Innerhalb dieser Umgränzungwaren als vorzügliche Gebäude und Plätze merkwürdig: derHof, damals am Herzogenhof genannt und die daselbst vonHeinrich Jasomirgott erbante Burg und Kirche zum heiligenPankraz in der Gegend der heutigen Nunciatur, die Peters-kirche, der Judenplatz, der hohe Markt, der Berghof, einsder ältesten Gebäude Wiens, die Kirchen zu St. Ruprechtund Maria am Gestade, dann der Frcisinger- und Passauer-hof. Außer der damaligen Stadtmauer war die 1144—1147
») Also genannt von der sprichwörtlichen Betheuerunz: Ja so mir Gott(helfe), die er immer im Munde zu führen vflegte.