damalige Kurfürst Ferdinand von Salzburg mit großen Kostendie medicinische Facultät, doch ste erhielt sich nur wenige Jahre.1810 wurde die Universität von der baierischen Regierung auf-geboben, so wie auch die juridische Facultät und dafür einelandärztliche Schule errichtet. An dem gegenwärtigen k. k. Ly-ceum werden die theologischen und philosopbischen Wissenschaftensammt dem medicinisch-chirurgischen Studium von siebenzehnProfessoren gelehrt. Sowohl die theologische als die philoso-phische Facultät besitzt das Recht,den Doctorgrad zu verleihen. DieBibliothek besteht aus ungefähr 32,000 Bänden, außer denJncunabeln und Manuscripten; die medicinisch-chirurgische An-stalt besitzt ein reiches anatomisches Cabinet, auch sind im Bo-gengange des Lyceums mehre höchst merkwürdige Römer -Monumente aufgestellt.
Die Universitätskirche ist ein prachtvolles Gebäude im grie-chischen und römischen Geschmacke. Sie wurde 1696 — 1707erbaut und zu Ehren der unbefleckten Jungfrau eingeweiht.Das Frontispice ist gegen Osten gekehrt, über 140 Fuß breitund besteht aus einem ausgebogenen, 140 Fuß hohen Portalemit drei großen Eingangsthüren, wozu man auf drei breitenStufen von weißem Marmor hinansteigt. Beiderseits am Por-tale stehen geschmackvolle viereckige Thürmchen. Die innereBauart des Tempels gewährt dem Eintretenden einen überra-schenden, höchst feierlichen Anblick. Das ganze Schiff, gegen200 Fuß lang und 100 Fuß hoch, ruht auf korinthischen Wand-pfeilern, zwischen denen Blenden, hohe Arkaden für die Seiten-kapellen und Oratorien von Marmor geschmackvoll angebrachtsind. Darüber wölbt sich ein herrlicher Dom, in dessen Oeff-nung eine mit einer kleinen Kuppel bedeckte Laterne befindlichist. Der Chor-Altar ist aus kleinen schmalen korinthischen Säu-len von rothem Marmor zusammengesetzt und die ganze langeWand hinter demselben ist bis an die Decke mit Wolken undEngeln aus Stncco angefüllt, welche die auf der Weltkugelstehende Maria in den Himmel emportragen. In den Seiten-kapellen, welche die drei ersten Vorsprünge des Gebäudes aufjeder Seite ausmachen, befinden sich die übrigen Altäre. DieAltarblätter sind von verschiedenen Meistern, insbesondere vonJohann Bergmüller und Rotmayr von Rosenbrunn gemalt. Ge-rade dieser Kirche gegenüber, in dem Hanse Nr. 225, wurdeder berühmte Tonmeister W. A. Mozart geboren, was gewißvielen seiner Verehrer angenehm zu wissen ist.
Das Kloster und die Kirche der Ursuliner-Non-nen. Dieses Kloster macht mit der Kirche beinahe ein Dreieckaus, an dessen vorderster Spitze die Kirche steht. Die schönelange Reihe von Fenster gegen die Salzach, wo sich auch dieEingangspforte befindet, giebt dem Kloster ein majestätischesAnsehen. Die Kirche ist ganz im italienischem Geschmacke er-
baut und hat ein auf jonischen Pflastern ruhendes Portal mitdrei hohen, viereckigen Eingängen. Auf beiden Seiten desPortals, etwas zurücktretend, befinden sich viereckige, mit Kupfergedeckte Tbürme, welche nur etwa 20 Fuß über das Giebeldachdes Schiffes emporsteigen. Die Kirche selbst ist in Kreuzformgebaut und hat in der Mitte eine rundgewölbte Decke nachArt eines Doms, mit Freskogemälden. Der Hochaltar unddie beiden Seitenaltäre sind von rothem Marmor. Kirche undKloster wurden 1615 — 1617 anfangs für die barmherzigenBrüder gebaut, 1700 jedoch den Ursulinerinncn eingeräumt.
Die Cajetanerkirche auf dem gleichnamigen Platzeist im neuesten italienischen Geschmacke von Caspar ZugallianS München erbaut. Die Faeade ist von weißem Marmorund besteht aus einem Portale mit einem Fronton, der vonzwei freistehenden, 28 Fuß hohen und aus einem einzigen Mar-morstncke verfertigten Säulen getragen wird. Die Kirche selbstist eine Rotonde mit herrlichen Fresken und Altarblättern vonPaul Troger. Nachdem 1809 der Cajetancr-Orden aufgeho-ben wurde, dienen jetzt die Gebäude des vormaligen Klostersals Militairspital.
Die Kirche der Benedictiner-Nonncn ans demNonnberge ist ein ausgezeichnetes Gebäude des 15. Jahrhun-derts, und steht ans der Stelle des (üastri 4nlianl. Das In-nere des Klosters jedoch, besonders wo die gemeinen Nonnenwohnen, ist voll Winkel und Stiegen und überhaupt sehr dürf-tig gebaut; die meisten Zellen sind schmal und niedrig. Hinterdem Hochaltare ist ein Fenster mit Glasmalerei von 1480,welches durch seine Farbenpracht und treffliche Erhaltung be-rühmt geworden ist. In dieser Kirche befindet sich auch dasGrab der ersten Aebtissin, St. Ehrentrud, Nichte des heil.Ruprecht.
Das Bürgerspital und die Bürgerspitalkirche.Im ersteren werden dürftige und verarmte Bürger und Bür-gerinnen lebenslänglich verpflegt. Die Kirche ist von eineralten etwas nnzierlichen Bauart, hat aber einen schönen neuenmarmornen Hochaltar und vier Seitenaltäre. Das Altarblattdes Erstern ist von Paul Troger.
Die Andreaskirche und die seit dem großen Brandevon 1818 neu hergestellte Sebastianskirche befinden sichin der Linzergasse. An letztere stößt der berühmte große Lei-chenhof, 920 Schritte im Viereck enthaltend. In einer Eapclleist das Grabmal des merkwürdigen Theophrastcs Paracelsus,dessen Haus auch noch hier gezeigt wird. Noch befinden sichfolgende kleinere Kirchen in Salzburg:
Das Kirchlein zu Unser LiebenFrau amBerge,welche nicht viel über 30 Schritt lang und 15 Schrittbreit ist.