ecken, wovon das obere gegen den Michaelcrplatz der neue,das untere an der Tomkirche, der alte Neubau genannt wird.Der neue Neubau hat ein großes Einfahrtbor von Marmor.An der Vorderseite dieses Viereckes ließ Erzbischof Ernst Jo-hann Graf von Thun zum ewigen Andenken, daß er in seinerVerbindung mit der holländisch - ostindischcn Compagnie so gluck-lich war, 1703 in dem darangcbautcn Thurme ein von demSalzburger Großuhrmachcr Jeremias Sauttcr verfertigtes hol-ländisches Glockenspiel aufrichten, das noch gegenwärtig um7 Ubr Morgens, 11 Uhr Mittags (Freitag ausgenommen) undb Uhr Abends verschiedene Stücke spielt.
Die Domkirche. Diese ist ein im edelsten italienischenStyle aufgeführtes Gebäude, das außer den beiden Bogengän-gen, wodurch es mit den Residcnzgcbäudcn zusammenhängt,ganz frei steht und überhaupt durch seine Große und Majestäteinen ergreifenden Anblick gewährt. Seine größte Länge be-trägt sammt dem Schiffe über 360 Fuß; seine größte Breiteüber SSO Fuß. Die ganze Kirche ist im Geschmacke des rö-mischen Vaticans, von dem sehr geschickten italienischen Bau-meister Santini Solero auS Como 1614 bis 1668 erbaut.Ihre prächtige, ganz aus weißem Marmor aufgeführte Fa?adeist gegen Nordost gekehrt und füllt die Breite des ganzen Dom-platzcs aus. Sie besteht aus zwei viereckigen hohen Thürmen,welche eine sehr breite Mittelwand einschließen, die mit einemauf dem Hauptgcsimse freistehenden Fronton geziert ist. DieseMittclwand hat wieder zwei Absätze, wovon der unterste von6 Säulen toskanischer, der obere von eben so vielen jonischcrOrdnung getragen werden. Ueber vier breite marmorne Stu-fen gelangt man durch drei hohe Arkaden in ein sehr geräu-miges und hohes Portal und dann durch drei hohe Kirchcn-thüren in die Kirche selbst. Die innere Gestalt dieser Kirche istgroßartig, aber einfach und edel. Kein Prunk von Gold undSilber, kein Schimmer von bunten Farben, kein kleinlicherAufwand hoher Pracht ist darin zu sehen. Das Schiff bestehtaus drei Abtheilungen, wovon die mittlere über 150 Fuß, diebeiderseitigen aber nur etwas über 30 Fuß hoch, folglich umeinen sehr großen Theil niedriger sind. Durch die Kuppel unddie daranstoßenden weit hervorspringenden beiden Kapellen er-hält das Schiff die Gestalt eines Kreuzes. Die größte Breitedes ganzen Schiffes beträgt etwas über 70 Schritte. DerUmfang der ganzen Kirche begreift nächst dem Hochaltare undden zwei Seitcnkapellen, acht kleinere Kapellen, alle mit roth-marmornen Altären; auch der Choraltar, von ganz einfacherBauart, ist aus rothem Marmor verfertigt. Das Hochaltar-blatt ist vom Maler Rcnsi aus Trient und stellt die Auferste-hung Christi vor. Die beiden Seitenkapcllcn haben ebenfallsAltäre von rothem Marmor und weißmarmorne Brustgeländer.
Die beiden Altarblättcr sind von Sciaretti, Sandrart, Schön-feld und La Ncve. Auf der Evangeliumsseite des Hochaltarssteht das Monument des Erzbischofö Mareus Sitticus, aufder Epistclseite jenes des Erzbischofs Paris Graf von Lodron,als die beiden Erbauer dieses prächtigen Tempels. Auf beidenSeiten sind noch acht Monumente von Erzbischöfen mit gemal-ten Portraiten auf Kupserplatten, an der Wand befestigt. Allediese Monumente sind zierlich von Marmor ausgchaucn undenthalten biographische Aufschriften. Auf den vier Haupt-bögen, worauf die große Kuppel ruht, sind vier ganz gleicheOrgeln, die Hanptorgel aber, ein Meisterwerk der Kunst, stehtauf dem großen Musikchore rückwärts des Schiffs. Sie wurdevon Johann Christoph Egedachcr, Hof-Orgclmachcr zu Salz-burg, mit 3 Manualen und 44 Registern verfertigt und vondessen Sohn Rochus noch mit 4 Registern vermehrt. DieSchatzkammer, welche kostbare Juwelen, Perlen, gold- und sil-bcrreiche Ornate und andere alterthümliche Seltenheiten ent-hält, die bis zur Zeit des heiligen Ruperts hinaufreichen, be-findet sich oberhalb der Domherren-Sakristei in der Kirche.
Kirche und Kloster des heil. Petrus. Dieses be-rühmte Benedictinerstift und Kloster wurde vom heil. Rupcrtgegründet und ist eines der ältesten Stifte Deutschlands. Dasgegenwärtige neue Klostergebäude aber ward erst 1657 zu bauenangefangen, nachdem man das alte Kloster ganz abgetragenhatte und 1754 vollständig vollendet hatte. Man kommt durcheine offene Einfahrt und ein nicht sehr hohes Gewölbe in denVorhof des Klosters, der ein unregelmäßiges Viereck bildet undverschiedene Wohnungen der Beamten, die St. Peters-Schule,die Stallungcn und die Gastzimmer enthält. Ungefähr in derMitte des Hofes steht ein schöner Brunnen mit der Statuedes heil. Petrus aus weißem Marmor. Der schöne Tract zurRechten dieses Vierecks mit einem zierlich erbauten Balcon istdie Abtei und zunächst deren das Portal der Kirche. Unterdem Altane des Abtei-Gebäudes führt eine Pforte durch dieClausur in das Convcnt, welches gleichfalls ein geräumigesViereck bildet, das in seiner Mitte einen Garten enthält undwovon nur der Hintere Flügel von außen sichtbar ist. Im Con-vente ist die prächtige Bibliothek in sieben Zimmern aufgestellt,in deren jedem ein eigenes Fach der Gelehrsamkeit zu findenist. Die Kirche steht dem Kloster zur linken Seite. Ihr ganzeinfaches Portal mit Statuen von weißem Marmor tritt einigeSchritte vor dem übrigen Gebäude hervor. Der Thurm istmit einer sechsmal abgetheilten Kuppel geziert und mit Kupfergedeckt. In das Innere der Kirche gelangt man durch ein imgothischen Geschmacke von rothem und weißem Marmor zusam-mengesetztes, oben abgerundetes, mit gothischen Säulen verse-henes Thor, das aus den ältesten Zeiten herzustammen scheint.