Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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Wachstube an der Seite wieder aufgebaut. Das neue oderSiegniundsthor ist ein 415 Fuß langes, 22 Fuß breites undetwa 39 Fuß hohes, mit einer runden Wölbung durch denMönchsberg ausgebrochenes Thor, durch welches man aus derStadt in eine angenehme Gegend, in die sogenannte Riethen-burg kommt. Ueber den Zugang von der Stadtseitc sieht manon meäaillon das halberhabene Brustbild des Erbauers, Erz-bischofs Sigismund, Grafen von Schrattenbach, mit den Wor-ten 1e sax-r loguuntui- und andern schönen Verzierungen inBildhauer-Arbeit, von Joh. Bapt. von Hagenauer, fürsterzbi-schöflichcm Hofstatuar und k. k. Gravir-Direktor zu Wien, um1760 verfertigt. Ueber dem Ausgange nach der Riethenburgsteht in einer Blende die Bildsäule des heil. Siegismund ausweißem Marmor, von dem genannten Künstler gehauen. DasMichaelis-Thor, 1619 1653 erbaut. Das Ehrentrud- oderCajetanerthor, 1622 gegen Nonnthal zu errichtet. Ain rechtenSalzachufer befinden sich: das Stein- oder St. Johannesthorgegen Stein, 1634 neu erbaut. Das St. Vitalis- oder Was-serthor, 1630 16-10 errichtet. Das Mirabell- oder St.Virgilthor, über welchem ein zwei Stockwerk hohes Blockhaussteht, das einst zum Soldaten-Arreste gedient hat, mit derweißmarmorncn Statue des heil. Virgil, 1627 errichtet. DasLinzer oder Sebastiansthor, 1614 neu hergestellt und mit schö-nen Marmorverzicrungcn verschen, endlich das schöne Müllecker-oder Grimmingthor, 1607 von weißem Marmor in antikerForm aufgeführt und mit zwei kleinen Thürmen auf beidenSeiten der Dachung versehen.

Die inuere Stadt hat fünf Hauptplätze, der größte undgeräumigste derselben ist der Haupt-, Hof- oder Residenzplatz;er ist über 250 Fuß breit und 400 Schritt lang, hat gegenNorden die Domkirche, gegen Osten die Residenz, gegen Westenden sogenannten Neubau oder die neue Residenz, gegen Südendas Eollegium und die Kirche des heil. Michael. Vor demThore ist die Hanptwache und über derselben ein italienischerThurm mit einem volltönenden Glockenspiele. Mitten auf demPlatze befindet sich einer der prächtigsten Springbrunnen, ganzaus weißem Marmor und 50 Fuß doch. Oben steht ein Meer-gott, der das Wasser hoch über sich wirft, welches dann inzwei große Muschel» und endlich in das Wasserbassin zurück-fällt. Gegen die vier Weltgcgenden sprudeln vier Seepferdereichliches Wasser in das marmorne Becken. Der Dom- oderHauptplatz war einst im Umfange des Domklosters und istregelmäßig angelegt. In seiner größten Länge hat er über330, in seiner größten Breite über 320 Fuß. Der Marktplatzist ein sehr ansehnlicher, an einigen Orten über 150 Fuß brei-ter und bis an die erzbischöfliche Residenz, welche dessen Aus-sicht schließt, über 1180 Fuß langer, länglich viereckiger Platz

mit ansehnlichen, 4 bis 5 Stockwerke hohen Häusern. DenPlatz zieren mehre schöne Kaufläden, so wie eine Apotbeke,auch wird hier Wochenmarkt mit Geflügel, Gemüse und allenKüchengewächsen gehalten. Beinahe in der Mitte steht einRöhrbrunucn mit der Statue des heil. Florian aus weißemMarmor mit eisernem Gitter. Der Mirabellplatz, einer derschönsten Plätze der Stadt, gegen 100 Schritte breit und über1100 Schritte lang, der nach dem Brande von 1818 durchNiederrcißung mehrer Brandstätten bedeutend an Größe gewann.

Die vorzüglichsten Gebäude in Salzburg sind folgende:Die Residenz, ein weitläufiges Gebäude aus verschiedenen Zeit-altern, dessen Bau 1110 begonnen und erst um die Mitte des17. Jahrhunderts mit verschiedenen Umwandlungen und Zu-bauren vollendet ward. Unter Oesterreichs Herrschaft hat sichdiese Residenz der Erzbischöfe Salzburgs in einen kaiserlichenPallast verwandelt. Die innere Ausstattung ist für den Augen-blick weder reichlicher noch prächtiger, als nothwendig ist, damitder Landesfürst im Falle seines Aufenthaltes in Salzburg da-selbst einige Tage mit Anstand verweilen könne. Geschmackvollist der sogenannte Marcus-Sitticus-Saal, von dem ErzbischöfeMarcus Sitticus, Grafen von Hohenembs, um 1650 erbaut,durch Schönheit der Stuccatur-Arbeit. Von außen bildet dasNcsidenzgebäude ein vieleckigcs, ungleich hohes, aus mehrenFlügelgebäudcn und Risolitcn zusammengesetztes Ganze; es be-steht aus einem länglichen Vierecke, dessen Faeadc über 96 Schrittlaug, gegen 40 breit und 3 Stockwerke hoch ist. Der Sym-metrie wegen und um den Tomplatz in ein schönes Viereckeinzuschließen, ist der Qucrscite der Residenz gegenüber ein an-deres ganz ähnliches, 52 Fuß hohes, aber sehr schmales Ge-bäude aufgeführt worden, welches gegen 115 Fuß lang, abernur 25 breit ist. Diese beiden Gebäude hängen durch beider-seits angebrachte und über 30 Schritt lange Bogengänge mitder Domkirche zusammen. Gegen den Marktplatz ist eine zu-rücktretende, um ein Geschoß niedrigere Fortsetzung des hervor-springenden Vorgebäudcs von 58 Schritten, deren Verzierun-gen an den Ecken jedoch geschmacklos und deren Fenster durch-aus viereckig mit ganz einfachen Verzierungen sind. Im innernRaume befinden sich drei Höfe, von denen einstens die hinterstenbeiden mit künstlichen Grotten versehen waren. Jetzt sind zwi-schen diesen Bogengängen und oberhalb derselben Säle undGallerien von ganz einfacher Bauart angebracht.

Der sogenannte Neubau oder die neue Residenzwurde 1588 bis 1645 mit mehren Unterbrechungen erbautund ist ein schönes ins Gevierte gebautes Gebäude, das über320 Fuß lang, über 250 Fuß breit ist und drei Stockwerkehat. Das ganze Gebäude besteht eigentlich aus zwei Abthei-lungen oder zwei durch ein Mittelgcbäude abgesonderten Vier-