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2 (1840)
Entstehung
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versetzt wurde, Fleiß und Einsicht machten auch bald das Landurbar, er schuf neue Anlagen durch Ausrottung überflüssigerWälder und Austrocknung schädlicher Sümpfe, auch gebührtihm das erste Verdienst, in des Salzberges Inneres eingedrun-gen, den reichen Vorrath verständiger durch Auslaugen benutztund den Bergsegen bei weitem vermehrt zu haben.

Die kirchliche und weltliche Macht der Nachfolger desheiligen Rupert war bald so hoch gestiegen, daß dessen siebenter,Arno, im Jahre 798 vom Papste Leo III. mit Einwilligung desKaisers Carl dem Großen zur erzbischöflichen Würde erhobenund zum Legaten des apostolischen Stuhls für den ganzen Um-fang seines crzbischöflichen Sprengels erklärt wurde. Die fol-genden Erzbischöfe erkannten schon seit dem Untergänge derAgilolfinger keine andere Macht, als die kaiserliche über sichund entzogen sich selbst deren Einfluß immer mehr.

Im zehnten Jahrhundert entstand zwischen den Bischöfen jvon Salzburg und Passau ein Streit wegen der erzbischöflichenWürde, welche auf Passau übertragen wurde. Aus Verdrußdarüber verbündete sich Erzbischof Harald 958 mit den Ungarn,weshalb er abgesetzt wurde. Sein Nachfolger Friedrich er-hielt jedoch 971 die erzbischöfliche Würde zurück, die nun fortannicht mehr von Salzburg getrennt wurde. Den 12 April 1179erhielt Conrad III., zwei und zwanzigster Erzbischof, auf dergroßen Kirchcnversammlung zu Rom vom Papste Alexander III.eine Bulle, wodurch ihm und allen seinen Nachfolgern amErzstifte Salzburg die Würde eines apostolischen Legaten in derganzen norischen Provinz für immer verliehen wurde, nach eineram 4. Juli 1278 vom Kaiser Rudolph I. zu Wien ausgefer-tigten Urkunde erlangten die Erzbischöfe von Salzburg Sitzund Stimme unter den ersten Reichsfürsten Deutschlands undführten fortan den Fürstentitel. Zugleich behaupteten sie dieWürde eines Primas von Deutschland, welche sie keinemandern Metropoliten jemals einräumten, obgleich erst KaiserFranz I. im Jahre 1750 unter dem zwei und sechszigsten Erz-bischof, Andreas Jakob Grafen von Dietrichstein, diese Würde ^förmlich anerkannte.

Das gesegnete Land sowohl als die Stadt Salzburg hat-ten sich jederzeit der auszeichnendsten Sorgfalt ihrer geistlichenFürsten zu erfreuen. Viele wohlthätige und weise Einrichtun-gen wurden getroffen, Gebäude errichtet und Verbesserungeneingeführt, nur die Maßregel des Erzbischoss Joh. Bapt. Ant.Grafen von Firmian, wodurch er die katholische Religion inseinem Erzbisthume von dem Einflüsse des Protestantismusrein zu erhalten suchte, konnte durchaus von der Humanitätnicht gebilligt werden, indem er durch seine rücksichtslosen Ver-fügungen in den Jahren 1731 bis 1735 über 30,000 meistensfleißige und ruhige Menschen aus dem Lande vertrieb und sie

größtentheils dem schrecklichsten Elende Preis gab. In demZustande gänzlich unabhängiger Existenz blieb das HochstiftSalzburg bis zum Lüneviller Friedensschluß den 6. Februar1801. Durch diesen Act wurde das geistliche FürstenthumSalzburg säcularisirt und 1803 entsagte der neun und sechs-zigste Erzbischof der weltlichen Landeshoheit; doch behielt ersowohl, wie seine Nachfolger den Titel: Fürst-Erzbischof undauch jenen eines Primas von Deutschland bei. Den 11. Fe-bruar 1803 wurde Salzburg von dem Erz- und Großherzog Fer-dinand von Toskana als Aequivalent für letzteres in der Würdeeines Kurfürstenthums in Besitz genommen; 1805 wurde esdurch den Frieden von Preßburg als ein Herzogthum der öster-reichischen Monarchie einverleibt, 1809 an Baiern abgetretenund kam 1816 wieder in österreichischem Besitz.

Der ganze Salzburger Kreis gehört zu den höchsten Al-penländern der Monarchie, wird von zahlreichen schönen Thä-lern durchschnitten und bildet durchaus eine ununterbrocheneFolgenreihe der herrlichsten Naturschönheiten und lachendstenAnsichten. An der südwestlichsten Gränze des Kreises tretennoch eine kurze Strecke die rhätischen Alpen aus Tyrol her-über, bis sie am Dreiherrenspitz den Namen der norischen Al-pen annehmen. Von der sogenannten Windbachspitze tritt nörd-lich ein beträchtlicher Ast aus, der anfänglich die Gränze zwi-schen Tyrol und Salzburg ^bildet und dann viele Zweige ent-sendet, die alles Land am linken Ufer der Salzach bis an denJnn und bis nach Tyrol und Baiern bedecken. In diesen Sei-tenverzweigungen giebt es viele Riesen von Bergen, deren Gipfelweit in die Ferne hinaussehen, worunter die vorzüglichsten derDreiherrenspitz 9,340 Fuß, der Breithorn 7,496 Fuß, der großeRettenstein 6,954 Fuß hoch u. a. An der Gränze von Bcrch-tesgaden zieht sich das sogenannte steinerne Meer hin, das7000 Fuß über dem Meere liegt, beinahe drei Stunden in derLänge hält und dem erstaunten Auge ein Felsenthcatcr wun-derbarer Art darstellt. Der ganze Boden, so wie jedes Ge-klüft, jede hervorragende Klippe erscheint ausgespült, ausge-schwemmt und vom Gewässer in den verschiedensten Formenzernagt. Die ungebildetsten Menschen sprechen da von Merk-malen der Sündfluth, auch wohl von einer Zeit, da das hoheBecken ein tiefer See gewesen sei, dessen Uferdämme durch dieStöße eines Erdbebens zerrissen wurden. Führte das unge-heure Steinfeld nicht schon seil undenkä'chen Zeiten den Namendes steinernen Meeres, so würde es ihn jetzt noch erhalten.Oestlich erhebt sich der hohe Göhl, 7,812 Fuß über dem Spie-gel des Meeres, der auf der österreichischen Seite so kahleStyßwände hat, daß er von dort aus nicht bestiegen werden kann.Weiter gegen die Stadt Salzburg zu liegt der berühmte Un-tcrsbcrg, ein wahrhafter Wunderberg voll unterirdischer Kam-