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Salzburg (stuvavla), Hauptort des Salzburger- oderSalzachkreises in Oberösterreich oder auch des HerzogthumsSalzburg, eine sowohl in geschichtlicher und antiquarischerHinsicht, als auch besonders seiner reizenden Lage wegen vor-züglich merkwürdige Stadt, einst die Hauptstadt des Erzbis-thums gleiches Namens, als reichstes und wichtigstes unter allensüddeutschen Hochstiften. Die Geschichte dieser alten, berühm-ten und durch seine Naturschönheiten höchst interessanten Stadtist so innig mit jener des einstmaligen Hochstiftes verbunden,daß es nöthig wird, zu besserem Einklänge und Verstandnisseeine gedrängte Geschichte des Landes vorauszusenden. DieUreinwohner dieses durchaus höchst romantischen Gcbirgslandeswaren zweifelsohne Celten, die als Bewohner der Tauern (wiesse selbst in ihrer Sprache das Hochgebirge ihres Vaterlandesbenannten und welcher Name ihnen bis auf unsere Zeit gebliebenist) von den unterjochenden Römern den Namen Tauriskcr er-hielten. Zu diesen hatten sich später die stammverwandtenBojer gesellt. Diese primitiven Bewohner des Landes sollenbereits an der Stelle des heutigen Salzburgs eine Niederlassung,(Zavanoäurum genannt, gehabt haben. Eilf Jahre vor Christoeroberte Drusus, der Stiessohn des Kaisers August, ganz No-rikum, wovon Salzburg eine Parzelle bildete, und verwandeltees in eine römische Provinz. Der Flecken (Zavanoäueum magsodann wohl von den Siegern zerstört worden sein, denn an-fangs erbauten sie an der Stelle ein Castell, woraus in derFolge die Stadt ckuvavia entstand. Kaiser Hadrian erhob denLandstrich zu einer römischen Colom'e (Oolvnia Haäriana) undfortan blieb es, wie ganz Norikum, bis um das Jahr 472 un-ter römischer Botmäßigkeit. Zur Zeit der großen Völkerwan-derung gegen Ende des fünften Jahrhunderts durchzogen die
Westgothen unter König Alarich, die Hunnen unter Attila unddie Heruler unter Odoacer das Land, verheerten es und richtetenbesonders zu 4uvavia eine gräuliche Verwüstung an. Letzterevollendeten im Jahre 477 unter Widumer, einem HeerführerOdoacers, die Zerstörung der Stadt; so daß außer Ruinenkeine Spur ihrer ehemaligen vcrmuthbaren Größe und Prachtmehr übrig blieb, und so ging denn zugleich mit Roms Herr-schaft in den Alpenländcrn auch ckuvavia zu Grunde. Ueber200 Jahre lag ckiivavla unter dem Schutt begraben, in Nori-kum aber siedelten sich die Bojer an und verwandelten jenenNamen in Bojarien, woraus sich in der Folge Baiern bildete.Gegen Ende des siebenten Jahrhunderts kam der frommeSchotte Rupcrt (Hrodbert) als Missionär in den beinahe un-bewohnten Landstrich des heutigen Salzburgs. Seine Bemü-hungen wurden von dem damals regierenden Herzog Theodo II.,aus dem Geschlechte der Agilolfinger, begünstigt, und er erbautezuerst auf einer Insel des heutigen Wellersecs ein Kirch-lein (heut zu Tage Seckirchen). Als sich jedoch die Zahl sei-ner Jünger vermehrte, die Botschaft des Heils, die aus seinemMunde kam, das Zuströmen vieles Volks veranlaßte und diebei dem bereits betriebenen Salzqucllenbau beschäftigten Arbei-ter auch an derselben näheren Antheil haben wollten, ließ ihmTheodo an der Stelle des zerstörten Juvavia ein Kloster undeine Kirche bauen, die Rupert dem Apostelfürsten weihte undwelcher der fromme Fürst alles Land auf beiden Seiten derSalzach schenkte, dazu den dritten Theil der Salzbrunnen zuReichenhall und der Salzwerke am Dürrenberge, zwanzig Pfan-nen sammt den Knechten, die das Salz kochten, dann denZehnten vom Salze und Zolle, den der Fürst bisher bezog.Des frommen NupertS, der später unter die Zahl der Heiligen