Platz, von welchem man die schönste Aussicht ins Donau- undBlauthal genießt. Es befindet sich daselbst ein neues groß-artiges Gebäude, mit vortrefflichem Bierkeller.
Ueber die nächste Umgebung der Stadt bemerken wir nurFolgendes. Der Stadt unmittelbar gegenüber und nur durchdie Donau getrennt, auf der alten Stadtmarkung, liegt Neu-Ulm, eine königl. Bayerische Ansiedelung, welche erst entstand,seitdem Ulm an Würtemberg gekommen ist. — Eine kleineViertelstunde sudwestlich von der Stadt über der Donau, liegtder Ziegelstadcl, eine sehr bedeutende Ziegel- und Kalk-brennerei mit mehreren Gebäuden, und unterhalb desselben diesogenannte Ziegellände mit der Niederlage von Bretternund Bauholz von den Jllerflößen, wobei sich eine Ueberfahrlüber die Donau befindet.
An den die Stadt begrenzenden Bergen und Anhöhen zeich-nen sich die vielen Gartenhüterhäuschen aus, welche mitden übrigen zahlreichen umliegenden Wohnsitzen den Anblickder Stadt und Gegend ausnehmend beleben. Ucberhaupt kannman die Gegend von Ulm zu den schönern rechnen. DieStadt lehnt sich an den Fuß der Alp an, die hier ziemlichsteil und in bedeutenden Höhen abfällt, während auf der an-dern Seite, jenseits der Donau, euie weite Ebene sich aus-breitet. Die ausgezeichnetsten unter jenen Bergen sind: Der
Michaelsberg (nördlich von der Stadt), von dessen Höhe(366 P. F. über der Donau, 182S P. F. über der Meeresfläche)man eine sehr schöne und weite Aussicht und die beste Ueber-sicht über die Stadt hat. Dieser Berg ist insbesondere in denletzten Kriegen als ein Hauptvorwcrk der Festung Ulm be-rübmt geworden; auch hatte aus dem Felsensprung an demselbenNapoleon seinen Standpunkt, als er 1805 die in Ulm ge-fangen genommene österreichische Armee unter Mack vorbeimarschiren und das Gewebr strecken ließ. Ans den Berg führtdie sogenannte Francnstcige oder die Straße nach Stuttgarthinauf; seinen Namen aber führt er von dem Kloster und derKirche St. Michael, die hier gestanden. Der Kuhberg (süd-westlich von der Stadt), von gleicher Höhe wie der Michaels-berg und in den untern und obern Knhbcrg getheilt; überseine letzte Abstufung gegen die Ulmer Ziegelhütte, den soge-nannten Galgenbcrg, und an dem untern Kubbcrge vorüberzieht die Straße nach Ekingcn und in die Schweiz. DerSafranberg, der sich östlich an den Michaelsberg anreihtund seinen Namen von dem Safranbau haben soll, der früherneben dem Weinbau darauf statt fand. An demselben führtdie Alpecker Steige hinauf, und in einem Gartenhüterbäuschenan der Steige war Napoleon am 1K. October I8K5 eingekehrt,um die Stadt und Gegend zu recognosciren.